HOCHWASSER

Gemeinde am Haff will Flut-Opfer aufnehmen

Auch wenn die Unglücksgebiete weit weg sind: Die Gemeinde Altwigshagen möchte Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind, Wohnungen zur Verfügung stellen.
Die Gemeinde Altwigshagen will Wohnraum für Hochwasser-Opfer zur Verfügung stellen. Bürgermeisterin Gerlinde Fo
Die Gemeinde Altwigshagen will Wohnraum für Hochwasser-Opfer zur Verfügung stellen. NK-Archiv
Bürgermeisterin Gerlinde Foy begrüßt die Idee aus der Gemeindevertretung.
Bürgermeisterin Gerlinde Foy begrüßt die Idee aus der Gemeindevertretung. NK-Archiv
Altwigshagen ·

Von den Gebieten, in denen in den vergangenen Tagen und Wochen die Wassermassen gewütet und viel Unheil angerichtet haben, ist die Gemeinde Altwigshagen zwar weit entfernt. Doch in Gedanken, sagt Altwigshagens Bürgermeisterin Gerlinde Foy, sei man bei den betroffenen Menschen. Und somit ganz nah. „Dennoch ist es ganz schön weit weg von uns, aber wir als Gemeinde wollen helfen“, sagt die Bürgermeisterin. Der Gedanke für solche Hilfe kommt aus der Gemeindevertretung.

Abgeordnete spenden ihre Ehrenamtsentschädigung

Und es bleibt nicht nur bei den Gedanken, denn die Gemeindevertreter haben ihre Ehrenamtsentschädigung, das Sitzungsgeld für die jüngste Zusammenkunft, gespendet. „Das wollen wir nicht auf ein Spendenkonto einzahlen, sondern ganz unbürokratisch, ohne Verwaltung, jemandem zukommen lassen, der besonders hart betroffen wurde“, sagt Gerlinde Foy. Und nicht nur das. „Konkrete Hilfe brauchen ja solche Menschen, die alles verloren haben“, sagt Gerlinde Foy, und solchen Betroffenen wolle die Gemeinde unter die Arme greifen, indem sie Wohnraum zur Verfügung stellt.

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„Wir haben hier mindestens zehn Wohnungen, die wir für diesen Zweck nutzen können. Wir würden diese Wohnungen bei Bedarf herrichten und Interessenten auch für ein Vierteljahr die Kaltmiete erlassen“, erläutert die Bürgermeisterin den Plan. Zudem würden sich die Altwigshagener darum kümmern, dass zumindest die nötigsten Dinge dann auch in den Wohnungen bereitgestellt werden – Küchen, Bestecke und so weiter. Falls sich jemand entscheidet, dieses Angebot anzunehmen, würde die Gemeinde den Umzug organisieren. Natürlich nicht allein – da braucht es viele Helfer. „Die Feuerwehr würde in dem Fall unterstützen“, sagt die Bürgermeisterin.

Katastrophen-Auszeit oder dauerhafter Umzug

Gedacht ist das Hilfsangebot für jene, die womöglich einfach mal nur eine Pause brauchen, um sich von dem Erlebten zu erholen. Aber auch für solche, die ihre Wurzeln in Vorpommern haben und sich nun, nach den zum Teil tragischen Ereignissen, überlegen, wieder in die alte Heimat zurückzukehren. „Es könnte ja sein, dass sich jemand auf Dauer hier niederlassen möchte. Oder, dass eine Familie sagt, wir brauchen jetzt einfach mal Abstand und wollen für eine gewisse Zeit Urlaub machen, weit weg von den Katastrophengebieten“, sagt Gerlinde Foy. Das Angebot für eine Unterbringung gelte selbstverständlich auch für ältere Leute. Um die würde sich die Gemeinde kümmern und Betreuung, falls die nötig ist, organisieren. Bürgermeisterin Foy hofft, dass sich das Hilfsangebot der Gemeinde herumspricht – und dass die Gemeinde wirklich ganz praktische Hilfe leisten kann.

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Kommentare (4)

Der nächste Schritt wäre, den Leuten adäquate Arbeitsplätze anzubieten. Daran wird es scheitern. Leider.
Eine Anregung von mir: holt Kinder. Damit würde den Eltern in den Überschwemmugsgebieten auch geholfen. Die Betreuung und der Schulbesuch müssten dann natürlich geregelt werden.
Aber das sollte nicht das größte Problem sein.
Danke an Frau Foy und die Gemeindevertretung für ihre Initiative!

S. NK HZ- Artikel vom 23.7.21:
"Im gesamten Landkreis fehlen Arbeitskräfte"
"....allein im letztenHahr haben 500 Servicekräfte,Köche, Hotelangestellte, Angestellte des Gastgewerbes... unserer Region den Rücken gekehrt.... "
Darüber informieren mit dem Hilfsangebot!

Wo bleiben die Sitzungsgelderspenden jedes (!) Bundestagsabgeordneten?

Ich meine eine Art längeres Ferienlager und keine Zwangsadoption.

Trotzdem, wenn ich um eine Gefahr weiß und dieses Wissen nicht weitergebe, handel ich vorsätzlich zum Schaden vieler Menschen.
Meine Ansicht.

https://www.thetimes.co.uk/article/germany-knew-the-floods-were-coming-but-the-warnings-didnt-work-cn99wjxzs