Stadtvertretung lehnt Widerspruch ab

:

Gerd Walther muss seinen alten Posten einklagen

Im Internet-Auftritt der Stadt Ueckermünde ist das Potrait-Foto von Gerd Walther bereits gelöscht worden.
Im Internet-Auftritt der Stadt Ueckermünde ist das Potrait-Foto von Gerd Walther bereits gelöscht worden.
Christian Johner

Die außergerichtlichen Mittel sind ausgeschöpft, jetzt muss sich Ueckermündes Ex-Bürgermeister Gerd Walther (parteilos) auf seinen alten Posten zurückklagen.

Bei der Sitzung der Stadtvertretung Ueckermünde am Donnerstag wies eine fraktionsübergreifende Mehrheit der Stadtpolitiker Gerd Walthers Widerspruch gegen seine „Zur-Ruhe-Setzung aus gesundheitlichen Gründen“ ab. Die Entscheidung fiel einstimmig bei einer Enthaltung. Damit bleibt Walther nur noch der Gang vors Verwaltungsgericht. Dort würde ein jahrelanger und kostspieliger Rechtsstreit drohen, dessen Ausgang völlig offen ist. Die Causa Walther gilt als Präzedenzfall. Seine Amtszeit wäre regulär im Jahr 2020 abgelaufen.

Zunächst war Walther nach verschiedenen Eskapaden seit März suspendiert. In einem Nordkurier-Interview hatte er Drogenkonsum zugegeben und mit persönlichen Problemen begründet. Ein amtsärztlicher Test konnte nach Ansicht der Stadtvertreter die Gesundheitsbedenken nicht ausräumen. Walther bestreitet, dass er nicht dienstfähig sein soll. Er war nach der Suspendierung bei den Linken ausgetreten, sitzt allerdings weiter im Kreistag. Wegen einer mutmaßlichen Drogen-Fahrt mit dem Auto hat die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen ihn Anklage erhoben. Bereits in der Vergangenheit hatte die große Mehrheit der Ueckermünder Stadtvertretung mehrfach für die Abberufung des Verwaltungschefs votiert.