NACHBARSCHAFTSSTREIT

Gerüchte um Polizeieinsatz beim Ueckermünder Vize-Bürgermeister

Joachim Trikojat ist Vize-Bürgermeister von Ueckermünde. Da trifft es ihn besonders hart, dass es jetzt Geraune um einen Polizeieinsatz bei ihm Zuhause gibt.
Holger Schacht Holger Schacht
Ueckermündes Vizebürgermeister Joachim Trikojat an seinem Schreibtisch im Rathaus.
Ueckermündes Vizebürgermeister Joachim Trikojat an seinem Schreibtisch im Rathaus. Archiv
Ueckermünde.

Hilflos fühlte er sich, als die Polizei vor seiner Tür stand. Und auch in seiner Würde verletzt, behandelt wie ein potenzieller Schwerverbrecher. Hintergrund des Einsatzes war wohl ein seit mehr als 20 Jahren schwelender Nachbarschaftsstreit, der jetzt in einem polizeilichen Ermittlungsverfahren gegen Trikojat endete. Der Nachbar hatte Strafanzeige erstattet.

„Er gibt an, von Herrn Trikojat Morddrohungen erhalten zu haben. Um dem Nachdruck zu verschaffen, soll Herr Trikojat demnach mit einer Waffe in die Luft geschossen haben“, sagt Polizeisprecherin Katrin Kleedehn, betont aber: „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen. Der Beschuldigte wurde noch nicht gehört.“

Aber da Trikojat als Jäger tatsächlich auch Waffen besitzt, reagierten die Behörden alarmiert und veranlassten auch ohne vorherige Anhörung des Vize-Bürgermeisters den Einzug von Waffen und Munition. Dieser Polizeieinsatz bildete dann den Hintergrund für durch die Stadt wabernde Gerüchte. Joachim Trikojat wird unterdessen von einem Ueckermünder Rechtsanwalt beraten.

Als Jäger besondere Verantwortung mit Waffen

Über die erhobenen Vorwürfe will sich der Vizebürgermeister im Detail nicht äußern – er kennt sie ja auch nicht einmal, da er selbst noch nicht dazu gehört wurde. Nur so viel: „Ich bin mir absolut keiner Schuld bewusst. „Mein Anwalt hat jetzt erst einmal Akteneinsicht beantragt, damit wir überhaupt wissen, was konkret da überhaupt anliegen soll.“ Eines aber stehe fest: Er habe seit Monaten keinen Schuss abgegeben und auch niemals jemanden mit dem Tod bedroht. Gerade als Jäger sei er sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, Sorgfalt im Umgang mit den Waffen sei selbstverständlich.

Nordkurier-Informationen, wonach eine der Drohungen schriftlich vorliegen soll, quittierte er erstaunt. Das könne nur eine Verwechslung sein oder eine gezielte Schädigung seiner Person.

„Wie in jedem Verfahren gilt auch in diesem die Unschuldsvermutung“, sagt denn auch Polizeisprecherin Kleedehn. Wann Trikojat die Chance bekommt, seinen Standpunkt der Polizei vorzutragen, ist unklar., „Der erste Termin war sehr kurzfristig angesetzt, den musste ich wegen beruflicher Termine absagen“, sagt Trikojat.

Der Polizeieinsatz bei ihm Zuhause erfolgte am Nachmittag des vergangenen Mittwochs. Polizeiautos fuhren da zum Grundstück von Joachim Trikojat in einer Ueckermünder Einfamilienhaussiedlung. Das Landkreisamt hatte die Polizei um Amtshilfe gebeten, um Trikojats Waffen, Munition und Berechtigungsscheine für den Waffenbesitz sicherzustellen. Joachim Trikojat sieht durch das Geschehen seine Reputation in Gefahr. Allerdings gilt auch sein Nachbar als honoriger Bürger. Er saß früher in der Stadtvertretung und war Geschäftsführer einer Firma.

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Kommentare (2)

ist durchaus vorstellbar. Wie wäre es mit ein paar Details aus der früheren Berichterstattung dieser Vorgänge! Damals hat man das im Sande verlaufen lassen ...

... gibt also eine Vorgeschichte. Dachte es mir schon. Eine Verwaltungsbehörde die nur auf Verdachtsmomente Waffen einzieht deren Bescheid steht halt auf sehr dünnen Füßen.
Schon um ein vollständigeres Bild der Ereignisse als gemeiner Leser zu bekommen, hätte diese mit hierher gehört.
Also NK da gibt es Nachholbedarf.

Noch ein Gedanke zum Vize-Bürgermeister: " Erfühlte sich wie ein potentieller Schwerverbrecher behandelt...?"
Ja wie wird denn ein Schwerverbrecher behandelt? Das ist wieder so ein Wort um polizeiliches Handeln zu diskreditieren und ihn selbst in ein besseres Licht darzustellen.