UMWELTBELASTUNG

Gießerei sorgt weiter für dicke Luft bei Anwohnern

Fast hätte man meinen können, die Corona-Krise habe die Kritiker der Eisengießerei Ueckermünde verstummen lassen. Doch nachdem die Produktion nach der Kurzarbeit ist wieder angelaufen ist, fühlen sich die Anwohner erneut durch Staub, Lärm und Geruch belästigt.
Die Gießerei in Ueckermünde steht bei den Anwohnern in der Kritik.
Die Gießerei in Ueckermünde steht bei den Anwohnern in der Kritik. Christopher Niemann
Ueckermünde.

Seit mehr als einem Jahr kämpfen die „Freien Wähler Ueckermünde“ darum, dass die Gießerei Maßnahmen ergreift, um die Umweltverschmutzung zu verringern. 2019 fanden mehrere Bürgerforen statt – in der Hoffnung, dass sich die Situation verbessert. Anfang dieses Jahres erarbeiteten die „Freien Wähler“ zusammen mit den Anwohnern einen Forderungskatalog. Doch Jan Maczewski, Stadtvertreter der „Freien Wähler Ueckermünde“, wird das Gefühl nicht los, dass er gegen Windmühlen ankämpft. „Es ist bisher noch gar nichts passiert. Dabei reden zurzeit alle vom Umweltschutz“, ärgert sich Maczewski. Während es von der Stadt Ueckermünde zum Forderungskatalog eine Antwort gab, warten „Freie Wähler“ und Anwohner seit fast einem halben Jahr vergebens auf eine Antwort sowohl von der Umweltbehörde als auch von der Ueckermünder Gießerei „MAT Foundries Europe“. „Die sind sehr dickfällig. Wir haben keine Lust, dass wir verschaukelt werden“, sagten die Anwohner in einem Gespräch mit dem Nordkurier.

Wann kommt das nächste Bürgerforum?

Auf Nachfrage sagt der Umwelt-Beauftragte der Gießerei, Axel Schrötter, dass das Unternehmen beim nächsten Bürgerforum auf den Forderungskatalog antworten werde. Als Hinhaltetaktik bezeichnen die Bürger die Vorgehensweise der Gießerei. Denn wann das nächste Bürgerforum stattfinden wird, ist aufgrund der Corona-Einschränkungen weiter unklar. Normalerweise hätte bereits im Frühjahr eine Einwohnerversammlung stattgefunden.

Ruß, Lärm und Gestank

Dennoch wollen die „Freien Wähler“ und Anwohner nicht aufgeben. „Wir werden weiter kämpfen“, sagt Maczewski. Denn den Anwohnern in der Nachbarschaft der Gießerei machten in den vergangenen Wochen, nachdem die Produktion nach Kurzarbeit wieder angelaufen ist (der Nordkurier berichtete), erneut feinster Ruß an Fenstern, Hauswänden und Terrassen, dazu Lärm in der Nacht und immer wieder Geruchsbelästigungen zu schaffen. Die Anwohner sind davon überzeugt, dass die Gießerei dafür verantwortlich ist. „So eine schmutzige Industrie brauchen wir nicht“, sagen die Anwohner und stellen den Titel „Seebad Ueckermünde“ infrage. „Zu einem Seebad gehört saubere Luft. Wir möchten keine Firma kaputt machen, aber es geht um unsere Gesundheit“, so der Tenor der Anwohner.

Staubniederschlag wird gemessen

Ganz untätig ist die „MAT Foundries Europe“ mit Werkstandort in Ueckermünde nicht. Die Messung des Staubniederschlags, die ein Jahr lang andauern soll, läuft nach wie vor. Dazu hat das Unternehmen ein unabhängiges und zertifiziertes Institut beauftragt. An sechs Messpunkten wird seit einigen Monaten der Staubniederschlag bestimmt. Jeden Monat werden die Behälter erneuert, der gesammelte Niederschlag wird gemessen und seine Zusammensetzung analysiert. Messung und Analyse werden vom Aneco-Institut für Umweltschutz ausgeführt und vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) begleitet.

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