BESCHWERDEN ÜBER LÄRM UND STAUB

Gießerei Ueckermünde beschäftigt Zeitarbeiter nicht weiter

Weil die Geschäftsführung sich offiziell nicht äußert, kann nur spekuliert werden. Aber die Werks-Erweiterung hat offenbar nicht wie geplant funktioniert.
dpa
Aus betriebswirtschaftlichen Gründen arbeiten neben der Stammbelegschaft auch Leiharbeiter in der Gießerei Ueckerm&
Aus betriebswirtschaftlichen Gründen arbeiten neben der Stammbelegschaft auch Leiharbeiter in der Gießerei Ueckermünde. Ihr Vertrag soll nun nicht verlängert werden. K. Möller
Die Geschäftsführung von Mat Foundries hat sich noch nicht offiziell zu den Vorgängen geäußert.
Die Geschäftsführung von Mat Foundries hat sich noch nicht offiziell zu den Vorgängen geäußert. Holger Schacht
Ueckermünde.

Nach massiven Beschwerden über Lärm und Staub fährt die Gießerei Ueckermünde ihre Kapazitäten wieder zurück und will etwa ein Drittel weniger Mitarbeiter beschäftigen. Betroffen seien etwa 170 bis 200 Zeitarbeiter, deren Verträge derzeit geplant ausliefen, sagte Vize-Bürgermeister Joachim Trikojat (parteilos) am Donnerstag.

Die Stammbelegschaft von rund 350 Leuten sei aber nicht betroffen. Das habe ein Vertreter des Ueckermünder Werkes auf einem Bürgerforum erklärt. Die MAT Foundries Europe-Gruppe habe mitgeteilt, die zuletzt aufgebaute dritte Fertigungsstrecke wieder abzubauen.

Qualitätsprobleme bei einer Gießereistrecke

Bei MAT Foundries Europe war am Donnerstag zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar, man wolle sich frühestens am kommenden Mittwoch äußern, hieß es. Das amerikanische Unternehmen, dass die Gießerei 2010 zusammen mit einer Gießerei in Saarbrücken übernommen hatte, fertigt in großem Stil Bremsteile für die Autoindustrie.

In einer der drei Gießereistrecken habe es schon seit längerer Zeit erhebliche Probleme bei der Qualität der gegossenen Teile gegeben, sagte Guido Fröschke von der IG Metall dem NDR. Deshalb hätten die zuständigen Betriebsleiter der Geschäftsführung vorgeschlagen, die Anlage stillzulegen und etwa 200 Arbeitsplätze abzubauen.

Protest gegen Verschmutzung durch Flugrost und Staub

„Der Produktionsausbau, der 2015 begonnen hatte, war wohl nicht erfolgreich“, sagte Trikojat. Einwohner und Stadt hatte mehrfach gegen wachsende Verschmutzung durch Flugrost und Staub sowie Lärm protestiert. „Das war vor der Erweiterung nicht so.“ Nach Angaben der IG Metall gab es technische Probleme mit einer gebraucht gekauften Fertigungsanlage.

Ueckermünde stehe zur Gießerei, die zu der Region gehöre, sagte Trikojat. Man könne als Seebad aber solche Verschmutzungen nicht hinnehmen. MAT Holdings hat nach eigenen Angaben den Hauptsitz in Long Grove (US-Bundesstaat Illinois) und mehr als 30 Werke und Niederlassungen in Nordamerika, China, Indien, England, Tschechien, Deutschland, Dänemark und Frankreich.

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