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Haben zwei Landwirte getrickst?

Haben Landwirte aus der Region konventionelle Zuchtschweine zu Bio-Schweinen gemacht, um Geld zu verdienen? Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt.
Haben Landwirte aus der Region konventionelle Zuchtschweine zu Bio-Schweinen gemacht, um Geld zu verdienen? Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt.
Stefan Sauer/Archiv / NK-Montage

In der Region gibt es möglicherweise einen Biofleisch-Skandal: Gegen zwei Landwirte aus Vorpommern hat die Staatsanwaltschaft Schwerin einen schwerwiegenden Verdacht. Die Behörde stellte Material sicher. Der Vorwurf: Konventionelle Schweine sollen fälschlich in Bio-Schweine „umgewandelt“ worden sein.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen einen 66-jährigen Landwirt sowie dessen 33-jährigen Sohn aus Vorpommern wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges sowie des Verstoßes gegen das Ökolandbaugesetz.

Wie Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek erklärte, wird den Männern vorgeworfen, als Inhaber beziehungsweise Geschäftsführer eines als Betriebs des ökologischen Landbaus zertifizierten Schweinezuchtbetriebes konventionell aufgezogene Mastschweine in Größenordnungen angekauft und als vermeintliche Bio-Mastschweine verkauft zu haben. „Die bei Durchsuchungsmaßnahmen sichergestellten Beweismittel wie Geschäftsunterlagen werden derzeit ausgewertet“, sagte der Staatsanwalt.

Landwirt Anton C. (Name geändert), der einen Hof im ehemaligem Landkreis Ostvorpommern bewirtschaftet und mit den Beschuldigten früher geschäftlich zu tun hatte, nennt die Vorfälle „einen Riesenskandal“, der jetzt endlich aufgedeckt werde. Die Beiden hätten diese Masche seit Jahren durchgezogen. „Die haben normale Schweine bei Höfen in der Region gekauft, sie in ihre Ställe gebracht und dann sozusagen mit einem Biosiegel versehen“, behauptet der Landwirt. Manchmal seien die Tiere noch am selben Tag zum Schlachthof gebracht worden.

„Ein Bioschwein kostet etwa doppelt so viel wie ein normales“, so Anton C., der ebenfalls eine Zeit lang Ställe an das Duo verpachtet hatte. Anton C. berichtet, dass ihm und seinen Kollegen bereits im Jahr 2012 Zweifel kamen, ob bei dem Duo alles mit rechten Dingen zugehe. Viele hätten angesichts der hohen Anzahl von Tieren zumindest geahnt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehe, aber letztlich geschwiegen, um Ärger zu vermeiden.

Der Fachverein Ökokontrolle mit Sitz in Karow, der Ökobetriebe deutschlandweit kontrolliert, bestätigte, dass bei Kontrollen in dem Betrieb in Vorpommern Unregelmäßigkeiten aufgefallen seien. Die Größenordnung dieser Unregelmäßigkeiten sei außergewöhnlich gewesen. Daraufhin habe man die zuständige Behörde informiert. Anzeige habe manaber nicht gestellt. Nähere Angaben wollte sie nicht machen.

Die beschuldigten Landwirte waren für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen.

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