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Heinz, du treue Seele, werde wieder gesund!

Heinz Eulitz lebt für die Musik. Kaum jemand kennt ihn ohne sein Akkordeon. Und auch ein Schlaganfall hat seiner Liebe zur Musik nichts anhaben können.
Heinz Eulitz lebt für die Musik. Kaum jemand kennt ihn ohne sein Akkordeon. Und auch ein Schlaganfall hat seiner Liebe zur Musik nichts anhaben können.
ZVG

Mit seinem Akkordeon gab er dem Seemanns-Chor „Seegrund Ahlbeck“ immer den musikalischen Kurs vor. Damit ist es nach einem Schlaganfall erst einmal vorbei. Seine Männer besuchten Heinz Eulitz jetzt am Krankenbett und sangen nur für ihn ein  Genesungsständchen. Ein bewegender Auftritt, der Heinz viel Freude brachte.

Singen macht glücklich – auch in schweren Zeiten. Davon ist Peter Wendler, Vorsitzender des Vereins „Shantychor Seegrund Ahlbeck“, überzeugt, seine 28 Chormitglieder würden dem sicher zustimmen. Und so hat sich fast die ganze Truppe zusammengefunden, um ihren Heinz in Greifswald zu besuchen. Dort liegt der 84-Jährige nach einem Schlaganfall in der Reha-Klinik. Für seine Gesangskameraden war es Ehrensache, ihm ein Ständchen zu singen – soweit sie dazu überhaupt in der Lage waren. „Es war sehr emotional für uns. Wir kennen doch Heinz sonst nur gut drauf mit seinem Akkordeon“, sagt Wendler immer noch sichtlich berührt.

Heinz Eulitz hat‘s aber auf jeden Fall gut gefallen, er konnte es kaum abwarten, seinen Chor zu hören. Der Besuch war nämlich angekündigt, so einfach überfallen wollte man Heinz nicht. Hätten sie aber ruhig machen dürfen. Die Musik gibt Heinz Halt, ohne sie kann er nicht froh sein – das hat er erst im Sommer einer Reporterin erzählt.

Typisch Heinz, dachte sich bestimmt so mancher Sänger, als er dann das Keyboard in seinem Krankenzimmer sah. Sein Sohn hat es ihm in die Klinik gebracht. Die Musik eben, seine große Liebe. Und die kann bekanntlich manchmal Wunder bewirken. Freude machen sollte auch eine Mappe prall gefüllt mit Fotos vom Shantychor. Die Truppe überreichte sie dem 84-Jährigen als Genesungs-Geschenk.

Aber da Heinz Eulitz Gründungsmitglied des Shantychores ist, ist es sicher auch ganz in seinem Sinne, wenn sich seine Männer zunächst mit Ersatz behelfen. Eine neue Akkordeonspielerin oder ein neuer Akkordeonspieler muss her. Richtig gelesen: Auch eine Frau würden die 28 Männer in ihren Verein aufnehmen. Denn schließlich wären sie nicht der erste Shantychor mit weiblicher Verstärkung, sagt Wendler. Also, Frauen, traut euch und schaut einfach mal bei einer Probe vorbei! Der Chor trifft sich dienstags um 19 Uhr im Gasthof „Zum Seegrund“ in Ahlbeck.

Mittlerweile gehören 60 Lieder zum Repertoire des Shantychores. Die haben sich die Herren in fast neun Jahren angeeignet. Dabei singen sie nicht nach Noten, sondern nach Gehör. Nur einige Mitglieder können überhaupt Noten lesen. Ihrer Beliebtheit schadet das nicht. Im Gegenteil: Mit ihren Liedern begeistern sie ihr Publikum viele Male im Jahr, der Chor ist in der ganzen Region unterwegs.

Was die Männer antreibt? Die Freude am Singen und der feste Zusammenhalt. Geleitet wird der Chor von Gernot Maiwald. „Der macht das super“, lobt Wendler. So seien die Proben auch nicht bitterernst. Platz für einen flotten Spruch oder einen Witz ist immer, verrät der Vorsitzende. Und niemandem wird der Kopf abgerissen, wenn er einmal nicht zur Probe erscheint oder bei einem Auftritt nicht dabei sein kann. Schließlich sind einige noch berufstätig. Und Ehefrauen gibt es ja auch noch auf dieser Welt. Denen müsse man herzlich danken, meint Wendler, schließlich hätten sie in diesem Jahr 30 Mal auf ihre Männer verzichten mussten – so oft ist der Chor aufgetreten.

Wer Lust hat, den Chor auf dem Akkordeon zu unterstützen oder ihn buchen möchte, kann sich übrigens jederzeit bei Peter Wendler (039775 26763) melden.