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Herzlichen Glückwunsch, Lebensretter!

Aus der Historie der Feuerwehr: Dieser alte Pumpenwagen wurde früher von den Kameraden an den Brandort gezogen. Heute macht sie die moderne Feuerwehr einen Gaudi daraus.
Aus der Historie der Feuerwehr: Dieser alte Pumpenwagen wurde früher von den Kameraden an den Brandort gezogen. Heute macht sie die moderne Feuerwehr einen Gaudi daraus.
Simone Weirauch

Ueckermünde sieht Rot: Die Feuerwehr feiert ihren 135. Geburtstag und viele Gratulanten und Gäste sind dabei. Aber nicht nur die Sonne sorgt dafür, dass es einige heiße Momente gibt.

Als die Feuersäule hochschoss, da wünschte sich wohl jeder Zuschauer aus sicherer Entfernung: Das sollte niemals in meiner Küche passieren! Dabei hat Kamerad Jan Bettac nur einen Becher Wasser in brennendes Fett gegossen. Feuerwehrchef Bernd Jacoby von der Bundeswehr-Feuerwehr erklärt, was da passiert ist: Aus einem Liter Wasser sind in Sekundenschnelle 1700 Liter Dampf geworden. Der reißt das brennende Fett mit in die Höhe. Wenn also zu Hause Fett auf dem Herd Feuer fängt, dann am besten Deckel drauf. Ein Handtuch oder eine Decke tun es auch. Solche Flammen sind nicht mit Wasser zu löschen, die müssen erstickt werden.

Natürlich war auch schon vor 135 Jahren Feuerlöschen eine sehr ernsthafte Angelegenheit. Nach mehreren verheerenden Stadtbränden haben 50 mutige Männer am 15. September 1878 in Ueckermünde eine Feuerwehr gegründet. Damals musste die Spritze noch von den Männern selbst zum Brandort gezogen werden. Die Ueckermünder Kameraden haben das am Sonnabend beim Feuerwehrgeburtstag vorgeführt – zum Gaudi aller Gäste. Das erste Löschfahrzeug in der Haffstadt gab es erst 1929. Wehrführer Roland Till, der seit nunmehr 17 Jahren an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Ueckermünde steht, hat an so einem Geburtstag natürlich auch ein bisschen aus der Geschichte erzählt.

Für manchen Spaß zu haben

Aber viel Muße zur Rückschau haben die Kameraden nicht, dafür sind sie viel zu sehr mit den heutigen Herausforderungen für eine Feuerwehr beschäftigt. „Bei allen Problemen – die Kameradschaft schweißt unsere tolle Truppe zusammen“, meint Roland Till. Mit 48 aktiven Kameraden in Ueckermünde und 18 Kameraden in Bellin ist sie zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit.

Und ganz nebenbei sind die Ueckermünder Kameraden auch für manchen Spaß zu haben. So ist es für Roland Till Ehrensache, die Wette von Bäckermeister Reichau anzunehmen und beim Feuerwehrmarsch zum Grambiner Dorffest mit seinen Kameraden anzutreten. Dafür wird mit den Tänzern von „be free“ vorher geübt.