ENTLASTUNG

Hilfe vom Nachbarn ist gerade jetzt so wertvoll

Wer seinem Nachbarn hilft, will in erster Linie einfach nur Gutes tun – kann aber auch belohnt werden. In Ueckermünde organisiert ein kommunaler Vermieter einen Kurs für Nachbarschaftshelfer.
Zeit für Gespräche, Vorlesen, Einkäufe oder Hausarbeiten erledigen – so können Nachbarschaftshelfer
Zeit für Gespräche, Vorlesen, Einkäufe oder Hausarbeiten erledigen – so können Nachbarschaftshelfer die Einsamkeit vertreiben und auch Pflegedienste und pflegende Angehörige entlasten. Ina Fassbender
Ueckermünde ·

Abstandsregeln und die wiederholte Aufforderung „Bleibt zu Hause“ belasten derzeit die Seele vieler Menschen, lösen Ängste aus und führen zu Vereinsamung. Gut, wenn es da Nachbarn gibt, die klingeln und fragen, ob sie aus dem Supermarkt oder der Apotheke etwas mitbringen können. Oder die einfach mal nach dem Rechten schauen, im Haushalt zugreifen und Zeit zum Zuhören haben.

Hilfbereite Menschen fördern

Solche hilfsbereiten Menschen von nebenan gibt es auch in Ueckermünde-Ost. „Das ist gut so, denn wir wollen keine anonymen Wohngebiete, kein gleichgültiges Wegsehen“, sagt der Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft mbH (UWG) Norbert Raulin. Der kommunale Vermieter will den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter seinen Mietern fördern.

In der Begegnungsstätte in Ueckermünde-Ost, die die UWG gemeinsam mit dem Arbeitslosenverband Uecker-Randow betreibt, soll darum demnächst eine Schulung für Nachbarschaftshelfer angeboten werden. Diese Schulung veranstaltet der Pflegestützpunkt Pasewalk.

Pflegeberater Peter Zander sagt: „Wir verstehen uns auch als Servicepunkt für Nachbarschaftshilfe und haben bereits mehrere Kurse in der Uecker-Randow-Region veranstaltet, zuletzt als Online-Kurs, für den wir die Räume und Technik gestellt haben.“

Eintägige Online-Schulung

Der Pflegestützpunkt Pasewalk informiert und berät seit fast zehn Jahren kostenlos zu allen Fragen der Pflege. Peter Zander begrüßt es, dass in Zusammenarbeit mit der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft auch in Pandemiezeiten, wo Einsamkeit und Isolierung zunehmen, die Nachbarschaftshilfe aktiv unterstützt wird. Je nachdem, wie viele Leute in Ueckermünde mitmachen und welche Corona-Regeln gerade gelten, soll die nächste eintägige Schulung in Ueckermünde-Ost stattfinden. Eric Kolodzik, der Leiter der Begegnungsstätte am Haffring, ist sich sicher: „Da würden schon einige Leute mitmachen.“

Pflegekasse bezahlt Hilfen

Die Hilfsbereitschaft sei groß. Zuspruch für die Aktion Nachbarschaftshilfe kommt auch vom Ärzte-Netzwerk Haffnet. „Leider wissen immer noch zu wenige Menschen, dass die Pflegekasse solche einfachen, aber effektiven Hilfen für Pflegebedürftige bezahlt“, sagt Haffnet-Geschäftsführer Andreas Meinhold. Jedem Pflegebedürftigen, der zu Hause lebt, stehen monatlich 125 Euro zur Verfügung, die für Hilfe im Haushalt verwendet werden können. Im Nordosten nutzen gerade mal 59 Prozent der Berechtigten diesen Entlastungsbeitrag.

Auch Pflegeberater Peter Zander weist darauf hin, dass bereits seit Mitte 2019 mit diesem Geld Nachbarschaftshelfer bezahlt werden können, die mit dem Pflegebedürftigen spazieren gehen, ihm vorlesen, ihn zum Arzt oder zum Einkauf begleiten oder den Rasen mähen. Bis zu acht Euro pro Stunde und maximal 25 Stunden im Monat können steuerfrei abgerechnet werden.

„Das ist doch eine gute Sache für die, die ohnehin schon helfen“, meint Peter Zander. Voraussetzung ist der achtstündige Grundkurs und die Registrierung bei der Pflegekasse.

Wer Interesse hat, kann sich bei Eric Kolodzik für den Kurs in Ueckermünde-Ost anmelden. Kontakt per Tel. 039771-593612

 

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