Schon kurz nach dem tödlichen Verkehrsunfall von Bruno U. stellten die Menschen unzählige Gedenkkerzen auf, wie dies
Schon kurz nach dem tödlichen Verkehrsunfall von Bruno U. stellten die Menschen unzählige Gedenkkerzen auf, wie dieses Foto aus dem Oktober zeigt. Die Schwester des Verunglückten hat eine Petition gestartet, um die Sicherheit auf der Strecke zu erhöhen. NK-Archiv
Gefährlichste Straße des Landkreises

Hinterbliebene fordern Leitplanken auf der Todesstrecke

Die Strecke zwischen Liepgarten und Torgelow ist aus mehreren Gründen gefährlich. Die Familie des jüngsten Unfallopfers will mit einer Online-Petition erreichen, dass dort Schutzplanken aufgestellt werden.
Torgelow

Die Strecke zwischen Liepgarten und Torgelow wurde Bruno U. zum Verhängnis: Mitte Oktober verlor der 24-jährige Ueckermünder bei einem tragischen Verkehrsunfall sein Leben. Er ist nicht der Erste. Im Februar 2018 kam dort bereits der Ueckermünder Chris W. ums Leben. Er wurde nur 21 Jahre alt. Beide Unfallstellen sind wenige hundert Meter voneinander entfernt. Kerzen an den Unglücksorten erinnern an die beiden jungen Männer, die nach Einschätzung der Polizei mit einer unangepassten beziehungsweise überhöhten Geschwindigkeit unterwegs waren.

Die von Wald umgebende Strecke zwischen Liepgarten und Torgelow hat einige Tücken: Sie ist kurvenreich, viele Wildtiere überqueren die Straße, vor allem in der Dämmerung und nachts, Leitplanken sind kaum vorhanden. Kurven- und wildreich reich wird die Strecke naturgemäß wohl bleiben. Doch was ist mit der Leitplanke?

„Wie viele Kreuze sollen dort noch aufgestellt werden?"

Caroline U., die Schwester des verstorbenen Bruno U., hat zusammen mit ihrer Familie eine Online-Petition gestartet. Die Familie will Unterschriften sammeln –mit dem Ziel, dass auf der kompletten Strecke zwischen Liepgarten und Torgelow Leitplanken aufgestellt werden. „Auf der Strecke sind schon so viele ums Leben gekommen und es sind auch weitere etliche Unfälle aufgetreten. Wie viele Kreuze von tödlichen Unfällen sollen dort noch aufgestellt werden, ehe dort in den gefährlichen Kurven alles durch Leitplanken geschützt wird? Damit können wir Leben retten!“, schreibt Caroline U..

Fast 800 Unterstützer hat die Petition bereits, die noch eine Woche lang läuft. Caroline U. hofft auf noch mehr Unterschriften, um Aufmerksamkeit bei den Entscheidungsträgern zu erzielen. „Wir benötigen jede Unterstützung, damit keine weiteren Unfälle passieren und die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht beziehungsweise gewährleistet wird“, heißt es in der Begründung der Petition, die sich an den Landkreis richtet. Denn der ist Straßenbaulastträger der Kreisstraße VG 75 und entscheidet damit auch über das Aufstellen von Leitplanken.

Der Landkreis sieht keine Notwendigkeit

Dass es eine Online-Petition gibt, ist dem Landkreis Vorpommern-Greifswald bisher nicht bekannt, sagt Anke Radlof von der Pressestelle des Landratsamtes. Eine Notwendigkeit für die Errichtung dieser Schutzplanken sieht der Kreis offenbar auch nicht: „Der Streckenabschnitt ist keine Unfallhäufungslinie und wurde somit auch nicht in der Unfallkommission behandelt“, heißt es auf Nachfrage. „Im besagten Streckenabschnitt ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h angeordnet. Bei den durchgeführten Verkehrsschauen wurden keine Mängel festgestellt.“

Hier finden Sie die Online-Petition.

zur Homepage