Neuer Träger gefunden

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Hinterseer Kita plötzlich doch gerettet

Nach dem Trägerwechsel bleibt die Kindertagesstätte in Hintersee weiter erhalten. 
Nach dem Trägerwechsel bleibt die Kindertagesstätte in Hintersee weiter erhalten.
Christian Johner

Der Kindertagesstätte in Hintersee drohte in diesem Sommer die Schließung. Die Zahl der Kinder wurde immer weniger, an den Kosten änderte sich für die private Betreiberin Karina Nitschke hingegen nicht viel. Doch jetzt ist das Aus abgewendet.

Obwohl der Mietvertrag noch gar nicht unterschrieben ist, gibt es seit dem 1. September einen neuen Träger für die Kindertagesstätte Hintersee. Um ein Haar stand die Kita vor der Schließung, bis das Blaue Kreuz Diakoniewerk Eggesin die Trägerschaft übernommen hat. „Das wurde sozusagen über Nacht gemacht“, sagt Hintersees Bürgermeisterin Peggy Kundschaft.

Mehr als zwei Jahrzehnte hatte Karina Nitschke die Kindertagesstätte privat betrieben und die Kinder zusammen mit einer Mitarbeiterin betreut. Vor drei Jahren noch war die Kita voll belegt. Die Ursache dafür waren geburtenstarke Jahrgänge. Doch in diesem Sommer seien die Kinderzahlen aus verschiedenen Gründen wahnsinnig eingebrochen, so Peggy Kundschaft. „Die Kinderzahlen hätten für zwei Leute nicht ausgereicht, um auch alle Kosten zu decken. Fixkosten wie Strom und Heizung bleiben ja trotz geringerer Kinderzahlen“, sagt Karina Nitschke, die tat, was sie in solch einer Situation tun musste: Sie hat sich an das Jugendamt gewandt, um die Schließung anzumelden.

Mit neuem Träger kommen auch neue Kinder

Zusammen mit dem Jugendamt konnte Nitschke mit dem Blauen Kreuz einen neuen Träger finden – zum Glück für die betroffenen Kinder, Eltern und auch für die Gemeinde, bei denen Aufatmen angesagt war: „Ohne einen neuen Träger wäre die Kita jetzt dicht gewesen“, sagt Peggy Kundschaft, die froh darüber ist, dass das Aus doch noch abgewendet werden konnte: „Ich bin glücklich, dass die Einrichtung erhalten bleibt. Das wäre tragisch und unattraktiv für das Dorf gewesen.“

Erleichtert können auch die beiden Erzieherinnen sein, die von dem Blauen Kreuz übernommen wurden: „Natürlich habe ich auch ein weinendes Auge, weil ich die Kita immerhin 25 Jahre lang in Eigenregie betrieben habe. Irgendwann ist aber auch mal Schluss. Und für die Gemeinde ist es das Beste“, sagt Karina Nitschke. Die Kita in Hintersee hat eine Kapazität von 25 Kindern. Durch die Übernahme des Blauen Kreuzes gehen nun 20 statt 15 Kinder in die Einrichtung. „Neben den 15 Hinterseern haben wir zusätzlich noch fünf weitere Kinder bekommen, die durch das Blaue Kreuz gebracht und betreut werden“, so Karina Nitschke.

Der Vermieter der Kindertagesstätte ist nach wie vor die Gemeinde. Weil alles so schnell gehen musste, wird die Gemeindevertretung erst im nichtöffentlichen Teil ihrer nächsten Gemeindevertretung am 13. September über den Mietvertrag mit dem Blauen Kreuz diskutieren. „Das ging alles so schnell. Wir müssen uns erst einmal kennenlernen“, sagt Peggy Kundschaft.