DJH KNALLHART

Jugendherberge in Ueckermünde wird geschlossen

Der Herbergsverband DJH will seine Jugendherberge in Ueckermünde loswerden. Politiker vor Ort sind sauer über die geplante Schließung. Bei der Suche nach einem Nachfolger wollen sie nun Einfluss nehmen.
Carsten Schönebeck Carsten Schönebeck
10 000 Übernachtungen sind dem Herbergswerk zu wenig. Der Standort Bellin soll geschlossen werden.
10 000 Übernachtungen sind dem Herbergswerk zu wenig. Der Standort Bellin soll geschlossen werden. Nk-Archiv/S. Weirauch
Ueckermünde.

Ende November wird die Jugendherberge im Ueckermünder Ortsteil Bellin geschlossen – zumindest vorerst. Die Wut über diese Entscheidung des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) ist immer noch groß.

Auch bei einigen Kreis-Politikern. „Ich kann und will nicht akzeptieren, dass ein solcher Verband sich ausschließlich nach dem Profit orientiert“, so die Linken-Politikerin Mignon Schwenke bei der Kreistagssitzung am Montag. Es sei gute Tradition gewesen, dass der gemeinnützige Verband ein Netzwerk von Herbergen betreibt, bei dem nun mal nicht jede einzelne Gewinn abwerfe.

"Da wird eingerissen, was über Jahre aufgebaut wurde."

Auch von anderen Seiten gab es harte Worte gegen den Verband. „Das Problem ist der neue Geschäftsführer des Verbandes. Solche Leute wollte man auf Usedom nicht mal als Kurdirektor haben. Da wird eingerissen, was über Jahre aufgebaut wurde“, wetterte Lars Petersen (CDU).

Die Linken hatten einen Antrag eingebracht, der politischen Druck zum Erhalt der Jugendherberge Ueckermünde aufbauen sollte. Schließlich verliere die Region damit rund 10.000 Übernachtungen im Jahr vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Bei den anderen Fraktionen stieß man damit auf wenig Zustimmung. Denn: Dass der Herbergsverband, der sich von mehreren Standorten im Land trennen will, noch umdenkt, gilt als unwahrscheinlich. Betroffen von der Umstrukturierung ist im Kreis Vorpommern-Greifswald auch die Herberge in Murchin bei Anklam.

Finanzielles Nachspiel für DJH?

In Ueckermünde könnten Schließung und Verkauf für das DJH noch ein finanzielles Nachspiel haben, wie am Montag im Kreistag deutlich wurde. Ende der 2000er Jahre seien Sanierungsmaßnahmen am Gebäude vom Land gefördert worden, erläuterte die CDU-Kreis- und Landtagspolitikerin Beate Schlupp. „Dafür gilt eine Bindungsfrist von 15 Jahren“, erklärte sie. Ob das Land im Verkaufsfall tatsächlich Geld zurückfordern würde, sei aber noch nicht abschließend geklärt, so Schlupp.

Dahlemann: „Können das Herbergswerk nicht zwingen”

Beschlossen wurde am Ende ein Antragstext, den SPD-Staatssekretär und Kreistagsmitglied Patrick Dahlemann angeregt hatte. Demnach soll sich der Landrat nun dafür einsetzen, dass der Verkauf an einen Träger erfolgt, der die Immobilie ebenfalls als Unterkunft für Kinder, Jugendliche und Familien nutzen will. „Wir brauchen uns nichts vormachen: Wir können das Herbergswerk nicht zwingen, den Standort weiter zu betreiben“, erklärte er.

Laut Dahlemann hätten sich mehrere Interessenten gemeldet: „Darunter ist auch ein Kandidat, der ein schlüssiges Konzept vorgelegt hat, um die Jugendherberge in ähnlicher Form weiter zu betreiben.“ In so einem Fall könnte sich das Problem der Fördermittel-Rückzahlungen erledigt haben. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Land auf eine Rückzahlung verzichtet, wenn die Immobilie weiter für den Kinder- und Jugendbereich genutzt wird“, erklärte er.

 

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