VANDALISMUS

Holzfigur in Brand – Bürgermeister ist sauer

Die geschnitzten Märchenfiguren am Ueckermünder Strandweg sind wahre Kunstwerke. Vandalen haben eine Figur nun komplett zerstört.
Die Bärenfigur aus dem Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot” stand am Donnerstagabend unter Vollband. ZVG
Ueckermünde ·

Wer Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe kennt, weiß, dass er nur schwer aus der Fassung zu bringen ist. Am Donnerstagabend war es dann aber mal so weit: „Was gibt es für Idioten!“, schrieb Kliewe auf Facebook. Was war vorgefallen?

Wehrführer spricht von Riesensauerei

Eine der vielen geschnitzten Märchenfiguren am Strandweg brannte am Donnerstagabend in voller Ausdehnung. Offensichtlich hatten sich Vandalen einen ganz schlechten Scherz erlaubt. Um das Feuer zu löschen, waren 16 Kameraden und drei Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Ueckermünde im Einsatz. „Es ist eine Riesensauerei. Die Stadt macht sich Gedanken, wie man den Strandweg gestaltet, und dann passiert so etwas“, sagte Wehrführer Roland Till. Retten konnten die Feuerwehrleute die in Vollbrand stehende Bärenfigur aus dem Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ nicht mehr. Stattdessen musste der Baumstumpf gefällt werden, weil von ihm eine Gefährdung ausging. Die Polizei hat nach eigenen Angaben eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt aufgenommen. „Es ist ein Schaden in Höhe von 500 Euro entstanden. Die Kriminalpolizei ermittelt“, sagte Polizeisprecher Andrej Krosse.

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Die Märchenfiguren sind über Jahre hinweg in Baumstümpfe von mächtigen Weiden und Pappeln geschnitzt worden, weil die Bäume aufgrund ihres Alters oder ihres Zustandes gefällt werden mussten. Die Idee, so einen Weg mit Märchenfiguren zu gestalten, kam bei Einheimischen und Urlaubern gut an. So konnten die Familien entlang des Weges die dargestellten Märchen erraten und mit den Kindern diese nacherzählen.

500 Euro Belohnung für Hinweise

Es ist nicht zum ersten Mal eine Figur in Brand gesetzt worden. „Das war bestimmt schon die vierte oder fünfte Holzfigur“, sagte Till. Bürgermeister Kliewe lobte 500 Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zur Ergreifung des Brandstifters führen. Die Kunstwerke wurden bislang durch die Stadt Ueckermünde finanziert, und alle Jahre kamen neue Figuren dazu. Zunächst waren es nur Figuren aus alten Volksmärchen, in den vergangenen Jahren kamen auch moderne Märchenfiguren hinzu, wie der Schneemann „Olaf“ oder der Drache „Ohnezahn“ hinzu. Die letzten Figuren schnitzte der Grambiner Hobbykünstler Toni Werner, der auf den Facebookbeitrag von Jürgen Kliewe sofort reagierte und seine Hilfe anbot. Neben zwei Figuren, die dieses Jahr noch geschnitzt werden sollen, will Werner eine dritte Figur kostenlos schnitzen und den Bären damit ersetzen. Auch Stadtvertreter André Klink kündigte an, einen Teil der Kosten übernehmen zu wollen. Und nach Angaben der Stadt sagte Jörg Hamilton, Chef der Ueckermünder Maler GmbH, die Finanzierung einer weiteren Figur zu.

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Kommentare (1)

diese nicht im westlichen Südeuropa geblieben und galten nicht als primitiv? Von dem Ort her würde ich auf einen verirrten Stamm der Pommmern schließen.