Der Holzpenis, den Feuerwehrleute nach einem Diebstahl aus der Torgelower Schleuse fischten und Besitzer Lutz Werner wiedergab
Der Holzpenis, den Feuerwehrleute nach einem Diebstahl aus der Torgelower Schleuse fischten und Besitzer Lutz Werner wiedergaben, hat nun den Besitzer gewechselt. Für 400 Euro ging das Teil nach Rostock. Den Erlös investierte Werner dann in ein Boot für das Familien-Feriencamp in Liepe. NK-Archiv, privat/ZVG
Spende

Holzpenis erfüllt einen guten Zweck

Besitzer Lutz Werner versteigert die Skulptur für 400 Euro und kauft davon ein Schlauchboot für Ferienkinder im Familiencamp Liepe.
Torgelow

Das hat sich gelohnt: Die hölzerne Penis-Skulptur von Lutz Werner ist versteigert worden. Das etwa 1,10 Meter hohe Teil hatte zuvor über Jahre im Garten des Torgelowers gestanden und für viel Aufmerksamkeit bei den Passanten und natürlich auch für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt.

Über Internetportale angeboten

„Jetzt aber war der Penis in die Jahre gekommen und sollte eigentlich weg“, sagt Lutz Werner. Zerlegt worden ist das hölzerne Objekt aber nicht. Vielmehr war es so, sagt der Torgelower, dass es durchaus Interessenten gegeben hat, die das Objekt haben wollten. Das wusste Lutz Werner und hat die Skulptur bei Facebook und auch bei einem Kleinanzeigen-Portal angeboten. 400 Euro habe das gute Stück dann letztlich gebracht. „Das ging an einen Bieter an der Ostsee“, so Lutz Werner, der keine Ahnung hat, was der Käufer damit will. Wie dem auch sei, der Holzpenis ist jetzt keine „Sehenswürdigkeit“ von Torgelow mehr, sondern liegt oder steht irgendwo in Rostock.

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Von dem Geld hat der Torgelower etwas gekauft, dass nicht unmittelbar ihm, sondern anderen eine Freude macht. „Ich hatte ja im Text bei der Penisversteigerung geschrieben, dass der Erlös für einen guten Zweck gespendet wird“, sagt Lutz Werner. Und diese Ankündigung hat er wahr gemacht: Er hat ein Schlauchboot samt Zubehör – Motor, Halterung, Paddel – gekauft und das Gesamtpaket dann für ein ehrenamtlich organisiertes Familiencamp spendiert. Das Camp ist war Kinder aus der Region gedacht, die dort einen Teil ihrer Ferien verbrachten. Und die sich über das Wasserfahrzeug sehr gefreut und es gleich ausprobiert haben, wie Veronika Steve sagt. Sie ist die gute Seele, die Leiterin des Familiencampings in Liepe.

„Alles richtig gemacht, und die Kinder hatten Spaß. Die Einnahmen für den Holzpenis waren 400 Euro, die Ausgaben für Boot und Zubehör 396 Euro — überglücklich“, macht Lutz Werner die Schlussrechnung auf.

Feuerwehr-Rettungsaktion noch gut im Gedächtnis

Damit ist das beste Stück aus Holz nun wohl zum letzten Mal in der Region im Gespräch gewesen. Die größte Aufregung wegen der Phallus-Skulptur hatte es im Mai 2021 gegeben (der Nordkurier berichtete). Da war der Holzpenis aus dem Garten von Lutz Werner von Unbekannten gestohlen worden. Gefunden wurde die Skulptur dann im Torgelower Schleusenbecken. Spaziergänger hatten ihn dort entdeckt. Und die Kunde davon drang damals auch zu Lutz Werner.

Der wollte ihn wiederhaben, seinen Holzpenis, und hat sich deshalb an die Feuerwehr gewandt. „Es war natürlich kein regulärer Einsatz, es bestand keine Gefahr im Verzug“, sagte Torgelows Feuerwehrchef Lars Cornelius mit einem Schmunzeln. Seine Kameraden haben sich aber trotzdem Mühe gegeben, bei einer Einsatzübung das gute Stück aus dem Wasser in der Schleusenanlage zu holen. Zwar war dies kein besonders gefährlicher, aber doch wohl seit Längerem der kurioseste Einsatz der Torgelower Löschtruppe. Falls in Rostock nun mal ein ähnlicher Einsatz fällig sein sollte, können die Feuerwehrleute ihren Kollegen aus der Hansestadt zumindest ein paar gute Tipps geben.

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