BETRUNKEN

Honda-Fahrer bestreitet Verfolgungsjagd mit der Polizei

Mit Tempo 180 flüchtete ein Verkehrsrowdy im Auto vor der Polizei. Matthias M. (36) sind deshalb Führerschein und Blutprobe abgenommen worden. Er bestreitet nun, den Wagen gefahren zu haben.
Holger Schacht Holger Schacht
Matthias M. lehnt sich rauchend an die Fahrertür des roten Honda Jazz. „Der Wagen fährt gar keine 180 km/h. Außerdem war
Matthias M. lehnt sich rauchend an die Fahrertür des roten Honda Jazz. „Der Wagen fährt gar keine 180 km/h. Außerdem war der Fahrersitz nach vorn gestellt. Da hätte ich keinen Platz gehabt“, sagt er. Holger Schacht
Ueckermünde.

Im Höllentempo lieferte sich ein Autofahrer in der Nacht zum Mittwoch eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Den Beamten war der rote Honda Jazz gegen 1 Uhr im Stadtgebiet von Ueckermünde aufgefallen.

Polizeisprecher Andrej Krosse: „Die Funkstreifenbesatzung wollte ihn anhalten, um ihn einer Verkehrskontrolle zu unterziehen.“ Statt zu stoppen, drückte der Fahrer aufs Gas, flüchtete auf der L 31 in Richtung Mönkebude. „Dabei fuhr er mit Tempo 180 außerhalb geschlossener Ortschaften und viel zu schnell an unübersichtlichen Stellen“, sagt der Polizeisprecher.

In der Siedlung „Am Mühlenberg“ in Mönkebude hielt der Verkehrsrowdy den Wagen an, stieg aus und flüchtete weiter zu Fuß. „Zur Unterstützung der Fahndungsmaßnahmen kamen zusätzliche Kräfte aus den umliegenden Bereichen zum Einsatz. Ein Diensthund konnte offenbar die Fährte des Flüchtigen aufnehmen und lief in Richtung eines Bungalows“, so der Sprecher weiter.

Polizeibekannter Fahrer

Dort wohnt der Platzwart der Bungalow-Anlage: „Die Polizisten fragten mich nach der Auto-Halterin. Ich schickte sie ein paar Bungalows weiter.“ Dort stießen die Polizisten schließlich auf Matthias M. (36, Tiefbauarbeiter). Der ist polizeibekannt wegen Trunkenheitsfahrten und war bereits zweimal den Lappen los. „Ich hatte ein paar Biere und vier Pfeffis intus, bin den Wagen aber nicht gefahren“, beteuert er. Matthias M. ist der Sohn der Autobesitzerin.

Als die Beamten am Bungalow „Hallo, hallo“ gerufen hätten, so Matthias M., habe er zum Schutz einen Baseballschläger in die Hand genommen. „Als ich merkte, dass es Polizisten waren, legte ich den Schläger wieder weg“. Laut Polizei hätten ihn die Beamten „auffordern“ müssen, „den Gegenstand fallenzulassen, da sonst der Diensthund eingesetzt worden wäre“.

Matthias M. will bestohlen worden sein

Am Ende nahmen die Polizisten Matthias M. widerstandslos fest, brachten ihn zum Polizeirevier und stellten den Führerschein sicher. Der Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,28 Promille. Gegen Matthias M. läuft jetzt ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Laut Polizei entstand ein Schaden von 150 Euro. Am Honda war in Mönkebude weder Gang eingelegt, noch die Handbremse gezogen. Deshalb stieß der Wagen gegen ein Eingangstor.

Matthias M. will bestohlen worden sein: „Ich habe geschlafen, der Bungalow war wie immer nicht abgeschlossen. Ich lege Einspruch gegen die Sicherstellung des Führerscheins ein.“ Außerdem sagt er: „Der Wagen fährt gar keine 180 km/h. Außerdem war der Fahrersitz nach vorn gestellt. Da hätte ich keinen Platz gehabt“.

Sein Smartphone, Schlüssel, Brieftasche und Autozulassung fanden die Polizisten im Wagen. Sprecher Krosse: „Die Polizisten identifizierten den Beschuldigten zweifelsfrei als Fahrer des Wagens.“

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Kommentare (2)

Für das Gedächtnis.
Oder der Dieb hat die Nerven behalten und den Wagen wieder zum Bestohlenen zurück gebracht.
Wir ziehen uns alle jeden Morgen die Hose mit einer Kneifzange an.

... gestohlenen Autoschlüssel durch das Bungalow-Fenster geworfen.