NATURSCHUTZ

Illegal entsorgter Müll sorgt für viel Frust

Obwohl es einige Möglichkeiten gibt, Bauschutt, Gartenabfälle oder sonstigen Unrat ganz offiziell zu entsorgen, gibt es in der Region Ärger mit illegal weggeworfenem Müll. Nicht gerade eine schöne Visitenkarte für die Region. Gut, wenn sich Naturfreunde und Kommunen darum kümmern. Aber das kostet Zeit und Geld.
Anja Schöne sammelt gefährlichen Glasmüll im Wald ein und bittet auch Spaziergänger immer ein bisschen M&u
Anja Schöne sammelt gefährlichen Glasmüll im Wald ein und bittet auch Spaziergänger immer ein bisschen Müll mitzunehmen. ZVG
Kurz angehalten. Reifen raus und weiter gefahren.
Kurz angehalten. Reifen raus und weiter gefahren. Katja Richter
Kaffeebecher aus dem Supermarkt. So wie es aussieht, wurde auch hier kurz angehalten und einfach der gesamte Bestand entsorgt.
Kaffeebecher aus dem Supermarkt. So wie es aussieht, wurde auch hier kurz angehalten und einfach der gesamte Bestand entsorgt. Katja Richter
In diesem Vogelnest der Gartengrasmücke haben die kleinen Piepmätze Kunststofffäden eingeflochten. Irgendwo in
In diesem Vogelnest der Gartengrasmücke haben die kleinen Piepmätze Kunststofffäden eingeflochten. Irgendwo in der Nähe muss der Plastikmüll gelegen haben. Was hier jedoch kreativ aussieht, endete tödlich, denn zwei der Vogelküken strangulierten sich mit den Kunststofffäden. Katja Richter
Uecker-Randow Region.

Es sind wahrlich keine schönen Fotomotive, die Besucher der Haff-Region an Wegrändern, im Wald oder auch an Feldern vorfinden. Doch es ist leider vielerorts dasselbe Bild. Überall in unserer Natur liegt Müll. Egal, ob Hausmüll, Bauschutt oder Gartenabfälle – all das wird nicht nur achtlos in der Natur entsorgt, sondern vorsätzlich und scheinbar ohne jegliches schlechtes Gewissen einfach in den Wald gekarrt.

Da kann auch schon mal ein kompletter, aber defekter Wäschetrockner dabei sein – so groß wie eine Waschmaschine, sagt zum Beispiel Josef Schnellhammer, Bürgermeister von Ahlbeck. Er ärgert sich über illegal entsorgten Unrat. „Das ist leider ein Problem, das dauernd besteht“, sagt der Gemeindechef. Um dieses Problem muss sich dann die Gemeinde kümmern. „Wir versuchen, das mit dem Gemeindearbeiter hinzubekommen“, sagt Josef Schnellhammer. Was zulasten der Gemeinde geht. Genaue Zahlen zu den Kosten hat der Bürgermeister zwar nicht, weil das illegale Müllaufkommen nicht immer gleich groß ist. Die Zeit, die für die ordentliche Müllentsorgung aufgewandt werden muss, geht allerdings von der Zeit ab, in der sich der Gemeindearbeiter um seine eigentliche Arbeit kümmern müsste.

Einige Orte werden immer wieder als Müllhalde benutzt

Auch Schwerpunkte für die illegale Entsorgung gebe es nicht, sagt der Ahlbecker Bürgermeister. Allerdings sei das Gebiet an der Straße zwischen Ahlbeck und Gegensee öfter betroffen. Josef Schnellhammer versteht in diesem Zusammenhang ohnehin nicht, warum jemand so einen Wäschetrockner in den Wald bringt. „Da steckt viel Energie dahinter – und die könnte man doch nutzen, um so ein Teil ordnungsgemäß zu entsorgen, das ist doch nicht so kompliziert“, sagt der Bürgermeister.

„Es gibt noch weitere neuralgische Punkte im Kreis, an denen immer wieder illegal Müll abgelagert wird“, sagt Achim Froitzheim, Pressesprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Weitere Stellen im ehemaligen Uecker-Randow-Kreis sind zum Beispiel der Parkplatz zwischen Leopoldshagen und Bugewitz Gut am Radweg und an der Kurve in Richtung Ducherow, die alte Buswendeschleife in der Oststraße in Ueckermünde und der ländliche Wegebau hinter den Bahnschienen in Ferdinandshof in Richtung Friedland, also in der Friedländer Wiese. „Allen diesen Plätzen ist gemein, dass man hier sehr schnell an – und wieder abfahren kann“, sagt Achim Froitzheim.

Müll schadet der Natur und dem Geldbeutel

Nicht in jedem Fall können der oder die Müllsünder dingfest gemacht werden. Der Unrat – Gartenabfälle, Bauschutt, Verpackungen, Glas und so weiter – bleiben. Und jemand muss sich kümmern. „Beseitigt wird durch die örtlich zuständigen Behörden, also Stadt oder Amtsverwaltung oder auch durch den Kreis, wenn gefährliche Stoffe abgelagert wurden. Denn dann ist Gefahr in Verzug“, sagt der Pressesprecher. In jedem Falle ist eine solche illegale Ablagerung nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein Kostenfaktor.

Wer ungesetzlich seinen Müll in der Landschaft hinterlässt und dabei erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. „In schwerwiegenden Fällen kann ein Bußgeld bis in Höhe von 50 000 Euro verhängt werden. Wenn Augenzeugen ein derartiges Verhalten beobachten, ist in jedem Falle die Mitteilung der Kfz-Kennzeichen an die Abfallbehörde hilfreich“, sagt Achim Froitzheim. Es geht nicht allein darum, dass Unrat im Wald und auf der Heide schädlich für die Natur ist. In einer Region, in der nicht wenige Menschen Erholung suchen oder direkt oder indirekt vom Tourismus leben, kann wirklich niemand derartige „wilde Müllkippen“ gebrauchen. Wo sie anzutreffen sind, ärgern sich nicht nur Spaziergänger und Radfahrer, sondern auch die Jäger, die, so oft es geht, draußen in der Natur sind.

Leute wollen nur eigenen Garten sauber

„Die Leute werden immer dreister“, wettert beispielsweise Hegeringsleiterin Anja Schöne. „Gerade jetzt sehen wir überall frischen Gartenabschnitt, der da natürlich auch nicht hingehört. Da sind oftmals sogar die Blumentöpfe noch mit dabei. Viele haben einen eigenen Garten, wollen diesen und den Hof fein und sauber haben und wenige Meter daneben, wenn das Grundstück nicht mehr ihnen gehört, wird der Abfall einfach entsorgt. Das ist Egoismus pur und für mich einfach überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagt sie empört.

Die Jägerin weiß, wovon sie spricht. Gemeinsam mit ihren Jagdkollegen nimmt sie nicht nur regelmäßig eingesammelten Müll mit nach Hause, sondern verabredet sich auch zu jährlichen Großaktionen, um die Natur wenigstens ein bisschen von den Lasten zu befreien (der Nordkurier berichtete).

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