Werden nach dem 16. März im Ueckermünder Vitanas-Pflegeheim noch ausreichend Fachkräfte zur Verfügung steh
Werden nach dem 16. März im Ueckermünder Vitanas-Pflegeheim noch ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen? Katja Richter
Coronavirus

Impfpflicht für Pflegekräfte zum 16. März – gibt es einen Plan B?

Lassen die Mitarbeiter sich impfen – oder nicht? Und was passiert im schlimmsten Fall? Pflegeeinrichtungen könnten vor einer weiteren Corona-Belastung stehen.
Ueckermünde

Romy Müller* macht sich große Sorgen. Seit einigen Jahren lebt ihre Mutter nun schon im Ueckermünder Vitanas Senioren Centrum am Tierpark. „Mutti fühlt sich hier sehr wohl und wir sind mit der Betreuung und der Pflege sehr zufrieden“, sagt Romy Müller.

Allerdings befürchtet sie, dass sich das bald ändern könnte. Die Ueckermünderin weiß aus Gesprächen mit den Pflegekräften, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten im Senioren Centrum nicht geimpft sein soll und diese Mitarbeiter auch nicht vorhaben, sich impfen zu lassen.

Sind genug Mitarbeiter geimpft?

Was das bedeutet, ist ihr natürlich aus den Medien bekannt. Der Bundestag hat im Dezember 2021 das Infektionsschutzgesetz maßgeblich geändert. Die Änderungen beinhalten unter anderem eine einrichtungsbezogene Impfpflicht zum Schutz vor der Coronavirus-Krankheit und treten zum 16. März 2022 in Kraft.

„Was ist, wenn sich diese Mitarbeiter nicht impfen lassen“, fragt sich Romy Müller, die dafür, wie sie versichert, volles Verständnis aufbringt und der Meinung ist, dass dies jeder für sich selbst entscheiden sollte. „Dürfen sie dann ab dem 16. März wirklich nicht mehr beschäftigt werden? Wie sollen diese Lücken gefüllt werden?“ fragt sich Romy Müller nun schon seit einigen Wochen und befürchtet, dass eine professionelle Betreuung und Pflege ihrer Mutter dann nicht mehr sichergestellt ist. „Was passiert, wenn die Mitarbeiter nicht einknicken und ein Beschäftigungsverbot riskieren? Wer kümmert sich dann um meine Mutter?“ Die Ueckermünderin möchte einfach wissen, ob es seitens der Heimleitung einen Plan B gibt.

Vitanas sieht hohe Impfquote bei Mitarbeitern

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Bewohner des Vitanas Senioren Centrums Am Tierpark zufrieden mit der Pflege und Betreuung sind und sich gut aufgehoben fühlen“, sagt Alexandra Sassy, bei der Vitanas GmbH & Co. KGaA zuständig für Marketing und Kommunikation.

Das Thema Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen beschäftige das Unternehmen als Betreiber von Pflegeeinrichtungen natürlich. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten seit Ausbruch der Pandemie Großartiges. Das schätzen wir sehr“ so Alexandra Sassy. Das Unternehmen sei stolz darauf, dass die Impfquote in der Vitanas-Belegschaft „deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.“ Nichtsdestotrotz müsse Vitanas mit den Konsequenzen der spezifischen Impfpflicht für die Branche umgehen.

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum 15. März 2022 keinen vollständigen Impfschutz oder Genesenenstatus oder eine medizinische Kontraindikation nachweisen können, müssen wir aufgrund der gesetzlich verpflichtenden Vorgabe dem Gesundheitsamt namentlich melden. Dieses prüft dann die Faktenlage und wird den Betreffenden untersagen, künftig im Pflegeheim zu arbeiten“, sagt Alexandra Sassy und ließ die Frage nach einem Plan B damit unbeantwortet.

Offenbar aus gutem Grund. Denn wie lange dieser Prozess dauert, lässt sich derzeit nicht vorhersagen, so Alexandra Sassy, da nicht abzusehen ist, wie viele ungeimpfte Beschäftigte im Gesundheitswesen es zum 16. März geben wird und wie belastet die Gesundheitsämter zu diesem Zeitpunkt sein werden. Ein Problem, das natürlich in anderen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, nicht nur in Vorpommern, auch Thema ist.

*Name von der Redaktion geändert

Missverständnis? „Verschwinden Sie!” – Arzt sieht bei Ungeimpfter in Vorpommernrot

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