Unsere Themenseiten

:

Ist die Gießerei schuld an Staub und Dreck?

Fast täglich reinigen Rahns ihre Türen und Fenster, befreien sie vom Staub.
Fast täglich reinigen Rahns ihre Türen und Fenster, befreien sie vom Staub.
Thomas Krause

Die Torgelower Eisengießerei ist das größte Unternehmen in der Stadt, beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter. Schöne Zahlen für eine Kleinstadt. Doch es gibt Anwohner, die durch das Unternehmen ihre Lebensqualität beeinträchtigt sehen.

Hätte Jürgen Rahn gewusst, dass das Ganze diese Entwicklung nehmen würde, hätte er das Haus nicht gekauft. Vor 16 Jahren ist Rahn mit seiner Frau in die Torgelower Waldstraße gezogen – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Eisengießerei. Anfangs war das Leben dort angenehm, die Eheleute genossen die Zeit auf ihrem Grundstück.

Doch diese Ruhe ist laut Rahn Geschichte: Seit 2004, jenem Jahr, als die Gießerei einen großen Aufschwung nahm und die Produktion sich von Jahr zu Jahr erhöhte, fühlt sich das Paar dort nicht mehr wohl. Die Schmutz- und Staubbelästigung sei an manchen Tagen unerträglich. „Meine Frau säubert fast jeden Tag die Türen und Fenster“, erzählt Jürgen Rahn, der sich in der Gießerei selbst und beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) beschwert hat. „Mitarbeiter der Gießerei haben auf unserem Grundstück auch Messungen vorgenommen“, erzählt er.

Messungen widersprechen Eindrücken

Vom Stalu erhielt der Anwohner ein Schreiben zur Eisengießerei-Problematik, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass es „unwahrscheinlich ist, dass die Nachbarschaft durch Staubentwicklung belästigt worden ist, da diese Staubentwicklung beim Öffnen und Reinigen der einzelnen Fenster nur punktuell und selten groß anzutreffen ist.“

Peter Krumhoff, Geschäftsführer der Eisengießerei Torgelow, erklärt, dass das Unternehmen permanent mit der Überwachung der Anlagen beschäftigt sei. Die Anlagen würden zudem regelmäßig gewartet. „Wir lassen ständig Gutachten zur Staubentwicklung erstellen und liegen dabei immer unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. Zusätzlich messen wir auch den Geräuschpegel. Wir nehmen das sehr ernst. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass wir Vorschriften nicht einhalten würden“, sagt er.