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Die CDU-Ortsvorsitzende Kathleen Fleck, Stadtpräsident und Fleischerei-Inhaber Robert Kriewitz, Matthias Ruprecht, Geschäftsführer und Gesellschafter von Haff-Trans Ueckermünde, und Falk Becker, Bürgermeister Liepgarten (von rechts nach links) wollen am Mittwoch, 14. September, auf dem Markt protestieren. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Am Mittwoch ab 18 Uhr wird in Ueckermünde demonstriert.
Am Mittwoch ab 18 Uhr wird in Ueckermünde demonstriert. Katja Richter
Demo am Haff

Jetzt protestieren auch Bürgermeister, Unternehmer und CDU gegen Energiepreise

Dem Protest gegen explodierende Preise und die Maßnahmen der Bundesregierung am Mittwoch in Ueckermünde schließt sich jetzt auch Lokalprominenz an.
Ueckermünde

In dieser Woche werden sich wohl noch mehr als 120 Personen bei der Ueckermünder Markt-Demonstration einfinden. Anders als vor 14 Tagen haben sich nun auch der CDU-Ortsverband und einige Unternehmer zum Protest auf dem Markt angekündigt. Kathleen Fleck, Ortsvorsitzende der CDU, wird auf alle Fälle mit anderen CDU-Mitgliedern und -Sympathisanten dabei sein. Genauso Stadtpräsident Robert Kriewitz (CDU), der selbst eine Fleischerei, einen Partyservice und einen Veranstaltungsservice betreibt, und dabei etwa 60 Angestellte hat, und auch der Inhaber der Firma Haff-Trans, Matthias Ruprecht, dessen Transport- und Abbruchfirma 33 Mitarbeiter beschäftigt.

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„Wir wollen unseren Unmut zur Sprache bringen“, betonte Robert Kriewitz. Man wolle sich dort in die Proteste gegen die aktuelle Lage, die hohen Preise und die immer weiter steigenden Energiepreise einklinken. „Wir lassen uns dabei aber nicht in die linke oder rechte Ecke stellen“, sagte Kathleen Fleck. Die Partei habe auch einen Wahlauftrag im Sinne der Bürger. Und die würden genauso wie die Unternehmen aktuell stark belastet.

Auch die Mitarbeiter haben viele Sorgen

„Wir müssen jeden Monat 65.000 Liter Diesel tanken“, sagte Matthias Ruprecht. Bei einem Dieselpreis von mehr als zwei Euro sei das eine enorme Mehrbelastung. „Das können wir aber nicht mehr an unsere Kunden weitergeben.“

„Wir sind nicht mehr marktfähig“, kritisierte auch Robert Kriewitz. Aus seiner Sicht werde der Mittelstand durch die Bundesregierung an die Wand gefahren. Denn sein Unternehmen habe einen Stromverbrauch von einer halben oder dreiviertel Million Kilowattstunden im Jahr. Momentan profitiere seine Firma noch von langfristigen Verträgen. Doch ab Januar solle er dann das Zehnfache der jetzigen Summe zahlen. Das sei eine Belastung ohnegleichen.

Kriewitz sagte, er wisse, dass seine Mitarbeiter derzeit viele Sorgen haben. „Ich würde unseren Mitarbeitern auch mehr Geld zahlen“, sagte er. Doch bei dieser Belastung für das Unternehmen sei das einfach nicht möglich. Er wisse von vielen anderen Unternehmen, dass auch deren Unmut momentan unendlich ist. So werde auch das Blumenhaus Rollik auf dem Markt dabei sein.

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Stadtpräsident: Habeck muss abtreten!

Ob andere Unternehmer auch kommen werden, das konnte Kathleen Fleck nicht sagen. „Die Frage ist, ob alle sich trauen, ihren Unmut öffentlich zu machen“, sagte sie. Dafür werden aber auch die Bürgermeister von Ueckermünde, Jürgen Kliewe, und von Liepgarten, Falk Becker, mit dabei sein. „Es gibt einen großen Unmut gegenüber der Politik“, betonte Kliewe. Weil Unternehmen und auch alle Bürger belastet werden, müsse man zusammenhalten und Stärke zeigen.

Kriewitz würde gern, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) abtritt, und jemand seinen Posten übernimmt, der etwas von Wirtschaft versteht. Kathleen Fleck wünschte sich das Gleiche von Finanzminister Christian Lindner (FDP). „Die Regierung hat keinen Plan“, sagte sie. Eine Einmalzahlung an die Bürger von 300 Euro reiche auch nicht aus, wo viele ihre Heizkostennachzahlungen schon nicht stemmen könnten.

Eine Einzelperson habe die Demonstration für 18 Uhr auf dem Markt angemeldet, informierte der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Das Motto laute „Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“. Es werden 150 Menschen erwartet. CDU und Unternehmer werden vor Ort sein, aber nicht mitmarschieren, so Kriewitz.

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