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Kalb ertrinkt in Biber-Loch

Dieses Kalb konnte nur noch tot aus einem Loch geholt werden, das sich infolge von Biber-Aktivitäten auf einer Weidefläche gebildet hatte.
Dieses Kalb konnte nur noch tot aus einem Loch geholt werden, das sich infolge von Biber-Aktivitäten auf einer Weidefläche gebildet hatte.
ZVG/Alwi

Die Biber bei Altwigshagen sorgen für Probleme: Während nichts weiter passiert ist, als sie im vergangenen Jahr die Milchstraße unterhöhlt haben, ist nun ein Kalb gestorben, weil es in ein ähnliches Loch gefallen war. Die Firmenchefin von Alwi Agrar setzt sich daher dafür ein, die Biber-Population zu begrenzen.

Als sich im vergangenen Juni auf der so genannten Milchstraße zwischen Altwigshagen und Ferdinandshof ein großes Loch auftat, da war schnelle Hilfe geboten. Schließlich ist die Bitumenstraße auf recht großer Fläche unterhöhlt gewesen, sodass die Feuerwehr alle Hände voll zu tun hatte, um diese Höhle zu füllen und damit eine Unfallgefahr zu bannen. "Das war der Biber", hatte Altwigshagens Bürgermeisterin Gerlinde Foy damals gesagt.

So recht dran geglaubt hat das wohl niemand. Doch nun, mehr als ein Jahr später, ist deutlich geworden, dass dies sehr wohl ein Biber gewesen sein kann. Mehr noch, diese Nagetiere haben weitere Schäden angerichtet. Das berichtet Christian Reek, Abteilungsleiter Tierproduktion bei der Altwigshagener Alwi Agrar. "Eines unserer Kälber ist in ein Loch gefallen, das entstanden ist, weil die Biber das Erdreich unterhöhlt hatte", sagt der Landwirt.

Kalb ist umgekommen

Das Kalb ist in das Loch gestürzt, das sich mit Wasser gefüllt hat. Das Jungtier konnte sich nicht aus eigener Kraft befreien und ist in dem Loch umgekommen. "Das ist passiert, obwohl wir zweimal am Tag die Weiden kontrollieren", sagt Alwi-Chefin Petra Döhler.

Der Biber hat sich in den vergangenen Jahren offenbar ungestört in dem Gebiet verbreiten können. Sehr zum Ärger der Landwirte. Denn die Nager gehen rabiat vor. "Sie machen unsere Wasserregulierungsanlagen kaputt, sie demolieren auch unsere Wege und Flächen.", ärgert sich die Alwi-Chefin.

Schäden auch im Wald

Doch nicht nur das Agrarunternehmen leidet unter den Bibern. Auch Waldeigentümer, die im Demnitzer Bruch Flächen besitzen. Dort nagt der Biber, legt auch größere Bäume um, die dann nicht mehr verwertet werden können. Ganz abgesehen davon, dass die Nager mit dem Stauen von Gewässern dafür sorgen, dass bei größeren Niederschlagsmengen auch Privatgrundstücke unter Wasser gesetzt werden könnten, weil die Abflussgräben nicht funktionieren.

Eine Lösung hat Petra Döhler nicht parat. Biber stehen unter Naturschutz. "Ein Biber muss auf frischer Tat ertappt werden, dann kann man theoretisch einen Antrag stellen, dass der Biber entnommen wird", weiß die Geschäftsführerin. Doch dies sei ein kompliziertes Verfahren, aufwendig und darum kaum praktikabel.

Eine Lösung könnte sein, dass endlich von den zuständigen Stellen im Land ein Management-Plan festgelegt wird. Unter anderem mit Obergrenzen, was die Zahl der Biber je 100 Hektar angeht.