Eigentlich ein ganz nettes Tier, aber Kater Azrael hat natürlich auch seinen eigenen Willen. Für ein Zeitungsfoto wo
Eigentlich ein ganz nettes Tier, aber Kater Azrael hat natürlich auch seinen eigenen Willen. Für ein Zeitungsfoto wollte er nicht unbedingt posieren und zeigt dies auch ganz unmissverständlich. Fotos: Lutz Storbeck Lutz Storbeck
Auch begabte Mäusejäger brauchen nach ihrem anstrengenden Tagwerk ab und an eine Verschnaufpause und wollen dabei ni
Auch begabte Mäusejäger brauchen nach ihrem anstrengenden Tagwerk ab und an eine Verschnaufpause und wollen dabei nicht gestört werden. ZVG/Winter
„Kleiner Kater Azrael“ hat Josef Winter sein Buch über den vierbeinigen Hausgenossen genannt, der vom Tierhei
„Kleiner Kater Azrael“ hat Josef Winter sein Buch über den vierbeinigen Hausgenossen genannt, der vom Tierheim nach Rothemühl gekommen ist. ZVG/Winter
Kater Azrael fühlt sich in Rothemühl bei den Winters pudelwohl.
Kater Azrael fühlt sich in Rothemühl bei den Winters pudelwohl. Lutz Storbeck
Azrael gönnt sich eine kleine Ruhepause, bevor er wieder auf Mäusejagd geht.
Azrael gönnt sich eine kleine Ruhepause, bevor er wieder auf Mäusejagd geht. ZVG/Winter
Geliebtes Haustier

Kater aus dem Tierheim wird zum Buch-Helden

So ein Schicksal ist allen Tierheim-Insassen zu wünschen. Kater Azrael wurde an Familie Winter vermittelt – ein besonderer Glücksfall. Josef Winter hat jetzt sogar ein Buch über die Erlebnisse mit dem geliebten Haustier geschrieben.
Rothemühl

„Schreib doch mal über den Kater!“ Dieser netten Aufforderung hat sich Josef Winter aus Rothemühl nicht entziehen können und ganz einfach angefangen mit dem Schreiben. Natürlich über den Kater. Nicht irgendeinen Kater, sondern den Kater Azrael, der seit etwa fünf Jahren das Familienleben der Winters bereichert.

Angefangen hat alles damit, dass Josef Winter ein Foto des damals noch recht jungen Stubentigers im Nordkurier entdeckte. Im Tierheim saß dieser weiß-grau-schwarze Kater fest und suchte nach einem neuen Zuhause. Familie Winter brauchte nicht lange zum Überlegen. Das Foto hatte gewirkt. So zog Klein-Azrael bei ihnen ein. Die Familie kommt ursprünglich aus dem Saarland und hatte sich in Rothemühl ein Anwesen zugelegt und begonnen, es nach und nach auszubauen. „Es war früher eine Kneipe, die Kneipe Voltz“, hat Josef Winter herausbekommen.

Er hat sich als tapferer Ratten- und Mäusejäger erwiesen

Das Haus ist alt, die Jahreszahl 1926 ist am Mauerwerk zu lesen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn der Anbau hat bedeutend mehr Jahre auf dem Buckel. Damit gehört er wohl zu den ältesten Bauten in Rothemühl. Was Folgen hat. Erfahrungsgemäß ziehen solche alten Häuser Mäuse geradezu magisch an. Für Familie Winter gab es deshalb auch kein langes Abwägen. Fest stand schnell: Ein Katzentier muss her. Insofern hatte Azrael Glück. Und, wie sich jetzt, nach fünf Jahren, zeigt, trifft dies auch auf die Winters zu, denn mit ihrem Vierbeiner sind sie höchst zufrieden. Hat er sich doch als tapferer Ratten- und Mäusejäger entpuppt. „Wir haben ihn im März geholt und dann im Mai zum ersten Mal rausgelassen“, sagt Josef Winter. Und schon an diesem ersten Tag Ausgang hat Azrael zehn Mäuse er- und dann vor die Tür gelegt. Einen unternehmungslustigen Mitbewohner hatten sich die Winters da also ins Haus geholt – und es bis heute keine Minute bereut.

Der Kater hat jetzt vierbeinige Gesellschaft

„Der Kater hat uns von Anfang an viel Spaß gemacht“, sagt Josef Winter. Was wohl auch daran lag, dass es sich um ein Draußen-Tier handelt. Da tobt er sich aus, da erkundet er jede Ecke, da vertreibt er auch schon mal einen neugierigen Fuchs. Was bedeutet: Ins Haus kann Azrael zwar jederzeit, aber dieses Angebot nimmt er in Maßen wahr. „Er wird seine Energie draußen los und hat im Haus nie irgendwas zerkratzt“, sagt Josef Winter.

Ganz gespannt wird seit Kurzem verfolgt, wie das mit zwei weiteren Neuzugängen und dem Stammkater sein wird. Denn Enkeltochter Charlotte hatte sich ebenfalls Katzen gewünscht – und seitdem noch sind eine kleine Katze und ein kleiner Kater auf das Gehöft gezogen. Und Azrael? Der zeigte sich sehr geduldig und sozial im Umgang mit den Katzenkindern.

Sogar ein zweites Buch ist schon fast fertig

Ein netter Kater also, der zwar auch seine Streicheleinheiten einfordert, aber es damit nicht übertreibt. „Er kommt und setzt sich auf den Schoß, aber nur kurz zum Kuscheln“, sagt Monika Winter. „Man bekommt mit, wenn er mal Jagdpech hatte. Oder wenn er Zecken hat“, sagt sie. Da macht sich der Kater verständlich – auf seine Weise.

Kein Wunder, dass die gesamte Familie ihren Kater liebt. Was dazu geführt hat, dass im Lauf der Zeit Hunderte von Fotos entstanden sind. Und eben auch zu dem Vorschlag, ein Buch über Azrael zu schreiben. Das hat Josef Winter denn auch getan. Mittlerweile ist das schmale Buch fertig. Im Selbstverlag sind bislang fünf Exemplare entstanden. Als Geschenk für Familie und Freunde, wie Josef Winter sagt, und natürlich als Erinnerung an einen wohl ganz besonderen Hausgenossen. Und damit ist es noch nicht genug. Ein zweites Buch ist in Arbeit. Besser: schon fast fertig.

Ob sich ein Verleger findet?

Der Ehrgeiz scheint Josef Winter gepackt zu haben. „Ich wusste gar nicht, dass er schreiben kann“, sagt seine Frau Monika – und dieses Lob ist ihm ebenfalls Ansporn. Vielleicht ist das ja Ermutigung für andere, auch etwas über ihre Tiere zu schreiben, sagt Josef Winter. Oder aber ein Anstoß, mal darüber zu berichteten, wie es Hunden und Katzen ergangen ist, nachdem sie vom Tierheim vermittelt worden sind. Josef Winter hegt übrigens eine Hoffnung: dass sich ein Verleger findet, der die Azrael-Geschichten veröffentlicht und damit einer größeren Leserschar zugänglich macht.

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