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Keine Sorge, die Bäume bleiben im Wald

Damit die Pflegearbeiten im Kiefernwald so schonend wie möglich verrichtet werden können, wird zuvor eine Schneise angelegt. Revierförster Jürgen Abendrot zeigt eine solche Schneise, von der aus schonend im Wald gearbeitet werden kann.  FOTOs: S. Weirauch

VonSimone WeirauchIhr Wald ist den Meiersbergern heilig. Kein Wunder, dass sie einen Kahlschlag befürchten, wenn dort plötzlich die Forstarbeiter mit dem ...

VonSimone Weirauch

Ihr Wald ist den Meiersbergern heilig. Kein Wunder, dass sie einen Kahlschlag befürchten, wenn dort plötzlich die Forstarbeiter mit dem Harvester anrücken. So wie gestern.

Meiersberg.Kahlschlag? Revierförster Jürgen Abendrot schüttelt den Kopf. In seinem Revier ist alles im grünen Bereich. Daran rüttelt auch der Harvester nicht, der gestern dort für Pflegearbeiten eingesetzt wurde. Es ist nicht vorgesehen großflächig Holz aus dem Wald hinter Meiersberg zu holen, versichert er. Dort wachsen hauptsächlich Kiefern. Die Forstarbeiter haben lediglich den Bestand gepflegt. Der umfasst etwa 2000 Festmeter Kiefernholz. Davon sind bei den Pflegearbeiten gerade einmal 250 Festmeter geschlagen worden. In dieser Menge ist bereits das Holz für die Rückeschneisen eingeschlossen. Alle 20 Meter wird eine Schneise für die Forstmaschine freigelegt, so ist es möglich, den Wald zu schonen.
Ein besorgter Meiersberger hatte bei seiner Heimatzeitung angerufen, weil er auf seiner Morgenrunde im Wald gleich hinter dem Dorf den Harvester des Forstbetriebs stehen sah. Soll da etwa wieder ein ganzes Waldstück abgeholzt werden wie bereits an anderer Stelle? Damit meinte er eine etwa 1,5 Hektar große Fläche auf der anderen Seite des Weges, gleich hinter dem Dorf. Für Revierförster Abendrot ist klar: Da besteht Aufklärungsbedarf. Was beim flüchtigen Betrachten wie eine Brache wirkt, ist eine natürliche Verjüngungsfläche. Will heißen: Der alte Wald wurde vor zwei Jahren abgeholzt. In der Sprache der Forst heißt das: Der Wald war hiebsreif. Die Fläche liegt keineswegs brach, sondern dort wächst wieder Wald nach. Wer genau hinschaut, kann bereits die zarten zwei- und einjährigen Kiefernwinzlinge erkennen – den Waldnachwuchs. Drei Jahre Zeit wird dem Wald gegeben, auf natürliche Weise für den Baumnachwuchs zu sorgen. Wo es dann noch an kleinen Kiefern fehlt, wird mit Hilfe der Menschen aufgeforstet. Revierförster Jürgen Abendrot erklärt das gern. „Es freut mich, wenn sich die Leute hier für den Wald interessieren und ich bin jederzeit bereit, ihre Fragen zu beantworten.“

Kontakt zur Autorin
weirauch@nordkurier.de