Brutaler Überfall

Keine Spur zu Tätern von Eggesin

Nach dem Baseballschläger-Überfall auf einen jungen Mann in Eggesin hat die Polizei noch keine Spur zu den Tätern. Warum die sich das Opfer für ihre nächtliche Raubattacke aussuchten, ist bisher noch völlig unklar.

Er trägt eine weiße Binde am Kopf, will den Überfall auf ihn schnell verarbeiten und möglichst bald vergessen. Kevin H. (20) ist das Raubopfer aus Eggesin, auf das mit Sturmhauben maskierte und Holz-Baseballschlägern bewaffnete Täter einprügelten und eintraten. Wie viele Schläger es waren, weiß Kevin H. nicht: „Alles ging so schnell, es dürften vier bis sechs gewesen sein. Zwei konnte ich am Boden liegend noch sehen.“ Nach der Attacke verbrachte das Opfer zwei Stunden in der Notfallaufnahme des Ameos-Klinikums in Ueckermünde. Ärzte nähten eine etwa fünf Zentimeter lange Wunde.

Das Opfer kann keine Erklärung finden

Am Tag nach dem Überfall in der Theodor-Körner-Straße im Ortsteil Karpin ist es nicht nur der Brummschädel, der Kevin H. zu schaffen macht, sondern auch die Zerstörungen am schwarzen Audi, der seinen Eltern gehört. Die Heckscheibe und Seitenscheiben sind eingeschlagen, es finden sich mehrere Beulen in Seitenwand und Heckstoßstange, der Scheibenwischer ist kaputt. Der geschätzte Schaden liegt bei 5000 Euro. Kevin nickt, er ist vom Fach, im vierten Lehrjahr zum Mechatroniker. Am Auto zu sehen sind zudem kleine Reste weißer Farbe. Die Täter versuchten, den Wagen einzusprühen, scheiterten jedoch. Dass Kevin H. relativ glimpflich davon gekommen ist, verdankt er seiner Cleverness: „Ich habe mich nicht gewehrt in der Hoffnung, die Schläger würden dann wieder aufhören. So ist es zum Glück auch geschehen.“

Allerdings raubten die Täter sein Smartphone. Kevin H. hatte vor dem Überfall einen Kumpel besucht, den Audi auf dem elterlichen Grundstück geparkt. Seine Mutter alarmierte um 0.49 Uhr die Polizei.

Täter flüchteten in dunklem Mercedes

Keine Erklärung hat Kevin H., warum er als Opfer ausgesucht worden ist: „Ich hatte schon lange keinen Ärger mehr, den letzten als Jugendlicher. Aber das ist, denke ich, normal.“ Nach dem Überfall flüchteten die Täter in einem dunklen Mercedes Richtung Eggesin Mitte. Dort verliert sich ihre Spur. Ob Opfer und Täter sich kennen, ist unklar. Polizeisprecher Andrej Krosse: „Die Ermittlungen laufen.“ Krosse ist nach eigenen Angaben kein Fall aus dem Bereich der Polizeiinspektion Anklam bekannt, der Ähnlichkeiten mit der aktuellen Attacke aufweist. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen führten zu nichts. Bisher, so der Polizeisprecher, sei auch kein Zeugenhinweis eingegangen.

In den sozialen Medien macht sich unterdessen Empörung über den Überfall breit. Heidi R. schreibt: „Mir fehlen die Worte bei so viel Brutalität. Woher kommt nur diese Gefühllosigkeit und Aggressivität?“ Wie fast alle wünscht sie dem Opfer ebenfalls „gute Besserung“. Hinweis nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 039771-82224 entgegen.

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Holger Schacht

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