KIRCHENAKTION

Kerzen und Gebete am Fenster für die Hoffnung

Gottesdienste fallen aus. Auch das Osterfest wird nicht wie gewohnt stattfinden, so viel ist sicher. Dennoch wollen die Kirchengemeinden in der Region nicht tatenlos zusehen und senden stattdessen ein Zeichen der Hoffnung.
Pfarrerin Sandra Kussat-Becker hofft, dass viele Menschen bei der Kerzenaktion mitmachen. Foto: ZVG
Pfarrerin Sandra Kussat-Becker hofft, dass viele Menschen bei der Kerzenaktion mitmachen. ZVG
Uecker-Randow ·

Die Hoffnung in der Corona-Krise zu bewahren, fällt nicht leicht. Ein Zeichen der Hoffnung setzen nun die Kirchengemeinden in der Haff-Region. Sie wollen gerade in dieser schwierigen Zeit für die Menschen, die sich um ihre eigene Gesundheit sorgen oder Existenzängste haben, da sein – auch, wenn das derzeit nicht von Angesicht zu Angesicht geht. Dabei erlebt auch die Kirche selbst derzeit drastische Einschränkungen. Die Gottesdienste – das Kernstück des christlichen Lebens – und auch das Osterfest – das höchste christliche Fest – sowie alle weiteren Veranstaltungen fallen aus oder finden nicht wie gewohnt statt. „Es ist schade, aber unter den Umständen richtig“, sagt Pfarrerin Sandra Kussat-Becker vom Pfarramt Ahlbeck.

Die Pfarrämter Ahlbeck und Leopoldshagen wollen während dieser Corona-Krise aber nicht einfach tatenlos zusehen, sondern ein Zeichen der Hoffnung setzen. Beide Pfarrämter machen mit bei einer Kerzenaktion der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern unter dem Motto „Wir halten uns fern und sind füreinander da – Licht der Hoffnung!“.

Jeden Abend symbolisch eine Kerze ins Fenster

Jeden Abend um 19 Uhr sind die Menschen dazu eingeladen, eine Kerze oder ein Licht ans offene Fenster zu stellen. „Alle Menschen sind eingeladen. Ob man betet oder einfach nur innehält, bleibt jedem selbst überlassen“, sagt Sandra Kussat-Becker. Die Kirche will damit zeigen, dass sich die Menschen in der Haff-Region nahe sein können – trotz des Abstandes, der gewahrt werden sollte. „Es ist natürlich nur etwas Kleines und Symbolisches, aber in dieser Zeit von Wert“, sagt Sandra Kussat-Becker und hofft, dass viele Menschen bei der Aktion mitmachen: „Es wird in den Schaukästen an den Kirchen auch Poster zu dieser Aktion geben.“

Eine erste Reaktion habe es schon gegeben, sagt Sandra Kussat-Becker: „Mir schrieb eine Mitchristin aus unserer Evangelischen Kirchengemeinde Ahlbeck, dass ihre Kerze an war und sie dafür gebetet hat, dass wir alle vernünftig und geduldig sein mögen und die Chancen auf mehr Mitmenschlichkeit nutzen.“

Die Kirche will nicht nur optisch, sondern auch akustisch ein Zeichen der Hoffnung und Solidarität senden. In einigen Dörfern, wie zum Beispiel in Mönkebude, Lübs und Leopoldshagen im Pfarramt Leopoldshagen läutet seit einigen Tagen immer um 19 Uhr jeweils eine Glocke. Im Pfarramt Ahlbeck werden zumindest immer sonntags um 19 Uhr in allen Kirchen die Glocken läuten – zum ersten Mal morgen Abend.

 

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