Dozentin Arusjak Chondkarjan von der Volkshochschule Uecker-Randow macht ihre Schützlinge in einem Kurs bis Ende Juni mit
Dozentin Arusjak Chondkarjan von der Volkshochschule Uecker-Randow macht ihre Schützlinge in einem Kurs bis Ende Juni mit der deutschen Sprache vertraut. Lutz Storbeck
Hilfe gesucht

Kosten für Deutsch-Kurs sind für viele Ukrainer ein Problem

Die Volkshochschule macht in Torgelow 17 Flüchtlinge mit der deutschen Sprache vertraut. Ein Service-Club spendierte die Bücher, doch auch der Kurs kostet – und das kann sich nicht jeder leisten.
Torgelow

Die Hilfe für die Flüchtlinge aus der Ukraine muss weitergehen. Nicht nur Unterkünfte sind nötig oder die Hilfe bei Behördengängen. Davon ist Silvia Kühnl überzeugt, die ehrenamtlich im Flüchtlingsrat Ueckermünde mitarbeitet. Dort engagiert sich die Mönkebuderin für die Themen Kinder und Bildung. Insofern weiß sie, dass es enorm wichtig ist, dass die Geflüchteten die deutsche Sprache erlernen. Auch, weil einige der Menschen aus der Ukraine schon einen Job hier in der Ueckermünder Region gefunden haben.

Darum hat sich Silvia Kühnl dafür stark gemacht, dass Sprachkurse angeboten werden. Solch einen Kurs hat es bereits gegeben. In dieser Woche ist der zweite Deutschkurs für ukrainische Flüchtlinge im Torgelower Mehrgenerationenhaus der Volkssolidarität gestartet worden. Nach Auskunft von Silvia Kühnl nehmen 17 Frauen und Männer daran teil, eventuell kommen noch weitere dazu.

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Service-Club spendierte 30 Lehrbücher

Der Sprachkurs besteht aus 48 Unterrichtseinheiten und dauert bis Ende Juni. Zuständig für diesen Unterricht ist die Volkshochschule Uecker-Randow. Die Bildungseinrichtung stellt auch die Dozentin. Arusjak Chondkarjan ist Diplomlehrerin für Englisch und vermittelt Deutsch als Fremdsprache. Sie beherrscht auch die russische Sprache.

Für die Ausbildung benötigen die Deutsch-Schüler zudem Unterrichtsmaterialien. Unter anderem Lehrbücher. 30 solcher Bücher mit dem Titel „Erste Hilfe Deutsch“ konnten zur ersten Unterrichtsstunde ausgehändigt werden. Gesponsert wurden die Bücher vom Lions Club „Ueckermünder Heide – Stettiner Haff“, dessen Präsident Andreas Kuhn die Materialien persönlich übergeben hat.

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Sponsoren gesucht

Der Deutsch-Kurs ist kostenpflichtig. Pro Unterrichtseinheit sind zwei Euro zu zahlen – für den gesamten Kurs also 96 Euro. Das ist nach wie vor ein Problem, sagt Silvia Kühnl. Zwar sind für drei Deutsch-Schülerinnen die Kursgebühren schon bezahlt. Beispielsweise für Oksana Sthyl, die bereits im Ueckermünder Kino „Volksbühne“ angestellt ist. Die anderen allerdings müssen den Unterricht aus eigener Tasche bezahlen, darum wäre es gut, wenn sich weitere Sponsoren fänden, die helfen, den Deutschunterricht für die Flüchtlinge zu finanzieren.

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