Streitpunkt zwischen dem alten und neuen Vorstand des Schützenvereins Ueckermünde/Vorpommern 1810 e. V. sind Mü
Streitpunkt zwischen dem alten und neuen Vorstand des Schützenvereins Ueckermünde/Vorpommern 1810 e. V. sind Müllberge auf dem Vereinsgelände. NK-Montage/Fotos: ZVG
Ermittlungsverfahren

Krach beim Ueckermünder Schützenverein – LKA ermittelt

Hinter den Kulissen hat es schon länger gebrodelt, jetzt geht es zwischen dem neuen und dem ehemaligen Vorstand des Schützenvereins Ueckermünde/Vorpommern 1810 so richtig zur Sache.
Ueckermünde

Dass beim Schützenverein Ueckermünde/Vorpommern 1810 scharf geschossen wird, ist nichts Neues. Seit einigen Monaten nehmen die Sportschützen aber dabei nicht nur die Zielscheibe ins Visier. Hinter den Kulissen geht es zwischen dem alten und dem neuen Vorstand des Vereins offenbar schon länger ordentlich zur Sache.

Der Streit zieht dabei weite Kreise. Inzwischen beschäftigt sich sogar das Landeskriminalamt (LKA) mit dem Verein, der am Grünen Weg in Ueckermünde sein von der Stadt gepachtetes Domizil hat. Konkret geht es um Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstand, nachdem der neue Vorstand und sogar die Stadt im Oktober nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet haben. „Auf dem Vereinsgelände wurden Müll und Sondermüll von Grünschnitt über Dämmmaterial bis Asbest entdeckt“, erklärte Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe. Die Stadt sei vom aktuellen Vorstand über die Müllberge in Kenntnis gesetzt worden.

Mülldeponie beim Arbeitseinsatz entdeckt

Konkreter Tatvorwurf ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg der „unerlaubte Umgang mit Abfällen“. Das Verfahren richte sich gegen acht Personen, hieß es von der Staatsanwaltschaft auf Nordkurier-Nachfrage. Im Hinblick auf die Unschuldsvermutung und die laufenden Ermittlungen, die erst zu einem Abschluss geführt werden müssten, bevor die Beschuldigten mit einem Tatvorwurf konfrontiert würden, nannte die Staatsanwaltschaft keine konkreten Namen. Mittlerweile würden die Akten beim LKA liegen. „Das liegt daran, dass wir im Bereich der Umweltkriminalität eine gewisse Zuständigkeit haben“, so die LKA-Pressestelle. Die Ermittlungen in dem Verfahren dauerten an.

Der neue Vorstand ist seit Herbst 2020 im Amt. Die versteckte Mülldeponie sei im Mai dieses Jahres bei einem Arbeitseinsatz entdeckt und sofort der Stadt gemeldet worden, hieß es vom neuen Vorstand, für den nur die alte Führungsriege als Verursacher infrage kommt. „Wir können da nur Unverständnis ausdrücken.“ Da die ehemaligen Vorstandmitglieder sich allerdings nicht verantwortlich und angesprochen gefühlt hätten, sich um die Entsorgung zu kümmern, habe man Strafanzeige erstattet. Inzwischen habe man einen Teil der Müllberge selbst entsorgt.

„Das ist ein Rachefeldzug!”

Der ehemalige Vorstand jedoch, der sich komplett aus dem Verein zurückgezogen hat, ist sich keiner Schuld bewusst. „Bis auf ein paar Äste und Holz, was aber entsorgt wurde, haben wir dort nie etwas abgelagert“, teilte ein ehemaliges Vorstandsmitglied (Name ist der Redaktion bekannt) auf Nordkurier-Nachfrage mit. Die Person hatte das Amt im Vorstand niederlegt, nachdem sie nach eigenen Angaben beleidigt und körperlich angegriffen worden sei.

Nun werde auch noch im Nachgang schmutzige Wäsche gewaschen, sagte das Ex-Mitglied: „Das ist ein Rachefeldzug. Was auf dem Gelände liegt, liegt schon über Jahrzehnte dort. Das muss in der Wendezeit oder sogar vor der Wende passiert sein. Wen will man da jetzt zur Rechenschaft ziehen?“ Man sei verwundert, dass die Stadt nicht das Gespräch gesucht habe.

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