KRANKHEITEN

Krätze bereitet Vorpommerns Hautärzten Sorgen

Alle reden über den Coronavirus. Doch den Hautärzten im Landkreis Vorpommern-Greifswald macht eine andere Krankheit zu schaffen: die Skabies, besser bekannt als Krätze. Es gibt permanent Neuerkrankungen.
Sie hat aktuell wieder stark mit Krätze-Patienten zu tun: Torgelows Hautärztin Dr. Gabriele Krüger (rechts), hi
Sie hat aktuell wieder stark mit Krätze-Patienten zu tun: Torgelows Hautärztin Dr. Gabriele Krüger (rechts), hier mit Schwester Monique Görl. Wichtig seien die Aufklärung und die nachhaltige Behandlung, sagt sie Ärztin. Rainer Marten
Vorpommern hat nicht nur mit Corona zu kämpfen: Es gibt einen Anstieg der Krätze-Fälle.
Vorpommern hat nicht nur mit Corona zu kämpfen: Es gibt einen Anstieg der Krätze-Fälle. NK-Montage
Torgelow.

Bereits vor einer geraumen Zeit sah sich der Landkreis Vorpommern-Greifswald veranlasst, den Ärzten des Kreises eine wichtige Information zukommen zu lassen: „Seit einiger Zeit breitet sich die Krätze in Deutschland wieder zunehmend in allen Bevölkerungsschichten aus. Auch unsere Hautärzte bestätigen einen sehr bedrohlichen Anstieg der Erkrankungsfälle und der Krankheitshäufung“, heißt es in dem Schreiben. Erkrankte würden oft lange unbehandelt bleiben und somit die Krätze weiterverbreiten. „Ich kann bestätigen, dass wir permanent mit dieser Krankheit zu tun haben. Mal werden weniger Fälle bekannt, dann wieder mehr. Die Krätze ist auf jeden Fall ein Thema“, teilte dazu am Mittwoch auf Nordkurier-Nachfrage der Sprecher der Kreisverwaltung Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, mit.

Besonders nachts juckt es stark

Das vom Gesundheitsamt erstellte Infomaterial wendet sich an alle ärztliche Kolleginnen und Kollegen, weil nicht jeder täglich mit dieser Erkrankung konfrontiert wird. In die Information einbezogen wurden alle Gemeinschaftseinrichtungen und Heime des Landkreises, damit sie die Krankheit erkennen und darauf reagieren können.

Die Krätze, in Fachkreisen Skabies genannt, ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Parasiten verursacht wird. Die winzigen Krätzemilben graben sich in die obere Hornschicht der Haut ein und bilden dort kleine Gänge. Die Milben selbst und ihr Kot lösen in der Haut eine allergische Reaktion aus, die mit Ausschlägen und starkem Juckreiz verbunden ist. Bei der Erstinfektion beträgt die Inkubationszeit zwei bis sechs Wochen, bei der Reininfektion ein bis vier Tage. Vom Milbenbefall bis zum Ausbruch der Krankheit verspürt der Patient meistens noch keine Symptome, kann die Krankheit aber bereits weiter verbreiten. Einher geht der Befall mit einem starken Juckreiz. Er verleitet zum häufigen Kratzen, besonders in der Nacht – daher der Krankheitsname „Krätze“.

60 Fälle in einem Monat

Torgelows Hautärztin Dr. Gabriele Krüger bestätigte, dass die Krätze auch in ihrer Praxis wieder verstärkt ein Thema ist. „Anfang des Jahres traten fast 60 Fälle in einem Monat auf, das ist schon bemerkenswert“, sagte sie. „Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene“, fügte sie hinzu. Deren noch junge Haut sei für den Milbenbefall anfälliger. Betroffen seien alle Bevölkerungsschichten. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir an dem Thema bleiben, die Bürger auch so intensiv aufklären, wie es aktuell im Zusammenhang mit dem Coronavirus geschieht.“

Die Krankheit hält sich hartnäckig

Die Krätze kann nach Aussagen der Hautärztin sehr gut behandelt werden. Das sei aber mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand verbunden. Betroffene können mit speziellen Salben behandelt werden. Allerdings gebe es auch eine Tendenz zum Persistieren der Krankheit. Will heißen: Trotz mehrmaliger Therapien und einer ausführlichen Beratung hält sich die Krankheit hartnäckig und besteht fort. Neben betroffenen Familienmitgliedern sei es wichtig, alle engen Kontaktpersonen im Blick zu haben oder sogar prophylaktisch zu behandeln, auch wenn noch keine Hautveränderungen vorliegen.

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