ANGRIFF IN HINTERSEE

Kreis zeigt null Toleranz nach Kettensägen-Attacke auf Rettungswache

Nach den Vorfällen an der Hinterseer Rettungswache hat die Polizei Strafanzeige gegen den Angreifer gestellt. Die Kreisverwaltung hat angekündigt, die Attacke auf die Retter mit allen Mitteln zu ahnden.
Lutz Storbeck Lutz Storbeck
An ihrem bisherigen Standort in Hintersee wird die Rettungswache nicht bleiben, sondern in ein neues Gebäude umziehen.
An ihrem bisherigen Standort in Hintersee wird die Rettungswache nicht bleiben, sondern in ein neues Gebäude umziehen. ZVG/DRK
Hintersee.

Was eigentlich ist da genau passiert am Sonntag an der Rettungswache in Hintersee? Ein Mann soll die Besatzung der dortigen Wache angegriffen und mit einer laufenden Kettensäge bedroht haben. Was aber im Einzelnen vorgefallen ist und was der Auslöser für das Geschehen war, dazu gab es am Donnerstag keine detaillierten Auskünfte. Allerdings laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei. Die Nachforschungen sollen darüber Aufschluss liefern, wer wann was getan hat. Fakt ist: Es gibt auch eine Strafanzeige von Amts wegen, gefertigt von den Polizeibeamten, die am Sonntag nach einer entsprechenden Information nach Hintersee gefahren sind.

Und es wird wohl noch einmal nachgelegt werden. Auf Nachfrage beim Pressesprecher Achim Froitzheim will der Landkreis mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Strafanzeige stellen – und zwar wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruches und Nötigung. Das alles werde derzeit im Hause noch juristisch geprüft, sagte der Sprecher. Was das Geschehen an der Rettungswache angeht, werde die Verwaltung allerdings „null Toleranz zeigen“. Übergriffe auf Rettungskräfte – eben die Mitarbeiter der Rettungswache, aber auch auf Feuerwehrleute und andere Helfer, werden nicht hingenommen, sondern mit den gesetzlich möglichen Mitteln geahndet, sagte Achim Froitzheim.

Zwei Mitarbeiter derzeit nicht diensttauglich

Was die Rettungswachen-Mitarbeiter angeht, so seien zwei von ihnen verletzt. Beide sind nicht diensttauglich, so Froitzheim. Wie ihre Kollegen lehnen sie es ab, am bisherigen Standort in Hintersee zu arbeiten.

Die Rettungswache im Bereich Hintersee soll aber weiter bestehen bleiben, wenn auch an einem anderen Ort. Übergangsweise sind die DRK-Mitarbeiter derzeit in einer Ferienwohnung untergebracht und tun Dienst. Das ist allerdings keine Dauerlösung. Darum waren am Donnerstag der Leiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst, Dr. Timm Laslo, Hintersees Bürgermeisterin Peggy Kundschaft und Mitarbeiter der Amtsverwaltung Am Stettiner Haff damit beschäftigt, einen neuen Standort für die Rettungswache zu finden.

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Kommentare (2)

Ist schon richtig, Straftaten müssen geahndet werden. Trotzdem sollte auch über das Motiv des Täters berichtet werden . Kein Mensch macht sowas Grundlos und aus heiterem Himmel.

Wenn die Polizei solch eine Sachlage vorfindet und aufnimmt, ermittelt die Staatsanwaltschaft von ganz allein. Warum der Landkreis zusätzlich prüft, selbst Strafanzeige zu stellen, kann eigentlich nur bedeuten, dass es noch weitere Vorfälle gegeben hat. Oder will man dem Beschuldigten zivilrechtlich beikommen? Weitere (ordentliche?) Recherche wünschenswert...