TIERLIEBE

„Kuhmädchen” bewahrt ihre beste Freundin vor dem Schlachter

So ziemlich jedes Mädchen hat eine beste Freundin, mit der sie durch dick und dünn geht, die sie tröstet, ihr zuhört oder einfach nur da ist zum Toben, Spielen und Kuscheln. Auch die zehnjährige Lena hat eine beste Freundin: eine Kuh.
Lena und ihre beste Freundin Hanni: Wenn die beiden nicht spielen oder toben, dann kuscheln sie.
Lena und ihre beste Freundin Hanni: Wenn die beiden nicht spielen oder toben, dann kuscheln sie. Fräulein Haffperle/ZVG
Luckow.

Wenn man die beste Freundin nicht nur täglich besucht, sondern sie mit großen Kulleraugen auch noch jeden Tag von der Bettwäsche grüßt, dann muss diese Freundschaft schon etwas ganz Besonderes sein. „Und das ist sie auch“, wie die kleine Lena aus Luckow erzählt. „Ich kenne meine Hanni, seitdem sie ein paar Tage alt ist, und ich besuche sie jeden Tag, um zu sehen, ob es ihr auch gut geht“, sagt Lena. Die Zehnjährige kann einfach nicht mehr ohne ihre zweieinhalb Jahre alte Freundin Hanni leben. Genauso lange kennen sich die beiden nun auch schon und sind unzertrennlich. Dabei war ihr Kennenlernen eher zufällig und ganz unspektakulär.

Sie war gleich in dieses Kälbchen verliebt

Hanni ist jedoch kein kleines Mädchen mit langen Haaren, so wie Lena, sondern eine ausgewachsene und richtig große Kuh.

„Wir haben im Januar 2018 die damals gerade neu eröffnete Milchtankstelle in Eggesin/Gumnitz ausprobiert“, erinnert sich Lenas Mutti. Natürlich war die Milch lecker, aber dass dieser Frischmilchkauf einmal das Leben der gesamten Familie bestimmen und für unzählige glückliche Herzmomente sorgen würde, hätte niemand für möglich gehalten.

„Wir haben uns damals auch den Hof angeguckt, und Lena hat sofort die wenige Tage alten Kälbchen entdeckt“, erinnert sich die Mutti. Doch beim einmaligen Anblick der Kälber sollte es nicht bleiben, denn die damals Achtjährige hatte sich von Anfang an in dieses eine graue Kälbchen verliebt und wollte es von da an jeden Tag besuchen.

Die Familie erfüllte dem Töchterchen den Wunsch, und zwischen Lena und Hanni entwickelte sich eine ganz besondere Bindung und innige Freundschaft.

In der Schule ist sie das „Kuhmädchen”

Mittlerweile kann die zehnjährige Gymnasiastin, die das Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg besucht und jeden Tag mehrere Stunden im Bus auf der Landstraße verbringt, ihr Glück auch in Worte fassen: „Wir sind eben zusammen größer geworden und haben eine enge Bindung“, sagt die Schülerin, die keinen Tag vergehen lässt, an dem sie ihre Hanni nicht besucht.

„Selbst, wenn es mal ganz spät wird, müssen wir irgendwie noch hin und Hanni wenigstens ‚Gute Nacht‘ sagen“, verrät die Mutti.

„Bei Hanni kann ich abschalten und komme zur Ruhe“, sagt Lena, die in der Schule von allen nur das „Kuhmädchen“ genannt wird. Sie trägt ihre Hanni auf Schultasche, Bettwäsche und Shirts bei sich.

Wenn die beiden Freundinnen sich sehen, dann spielen sie, toben, laufen oder kuscheln einfach nur. Meistens entscheidet allerdings Hanni, worauf sie Lust hat.

Eigentlich sollte die Kuh zum Schlachter...

Besonders dankbar ist die Familie dem Milchbauern Jens Frommholz, Hannis Besitzer, der allein wegen der innigen Freundschaft zu dem Mädchen Hanni nicht zum Schlachter gegeben hat, sondern sie als Mutterkuh behält.

Seit ein paar Tagen ist Hanni nun das erste Mal auf der Weide, und natürlich hat Jens Frommholz der kleinen Lena den Weg dorthin gezeigt, sodass sie weiterhin täglich ihre Freundin besuchen kann.

Ein bisschen Angst hat die Schülerin nun jedoch vor dem Familienurlaub. Denn während dieser Zeit wird sie ohne ihre Kuh sein. Doch der Bauer hat sie mit dem Versprechen getröstet, ihr täglich Fotos aufs Smartphone zu schicken.

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