:

Kunst-DNA: Hilft sie nun gegen Diebstahl?

An verschiedenen Stellen kann künstliche DNA an Landwirtschaftstechnik angebracht werden – so wie hier im März 2013 auf dem Altwigshagener Technikstützpunkt.
An verschiedenen Stellen kann künstliche DNA an Landwirtschaftstechnik angebracht werden – so wie hier im März 2013 auf dem Altwigshagener Technikstützpunkt.
Lutz Storbeck

Vor einem Jahr noch recht unbekannt, ist künstliche DNA zur Kennzeichnung von Maschinen und Geräten mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Auch in der Uecker-Randow-Region haben Landwirte ihre Technik damit markieren lassen.  Und was hat es gebracht?

Gespannt haben sie zugesehen, sich von den Fachleuten erklären lassen, wie und wo an Traktoren, Radladern, Mähdreschern künstliche DNA  aufgetragen wird. Die Landwirte von der Altwigshagener alwi Agrar GmbH & Co. KG gehörten im vergangenen März zu den ersten in der Region, die sich entschieden haben, ihre Technik kennzeichnen zu lassen und so potenzielle Technikdiebe abzuschrecken. Petra Döhler ist nicht nur Chefin dieses Unternehmens, sondern auch Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Uecker-Randow. Und sie hat einen gewissen Überblick, ob auch andere Agrarunternehmen der Region dem Beispiel der Altwigshagener gefolgt sind. „In Gesprächen spielte das schon eine Rolle, aber ich habe nicht den Eindruck, dass viele Landwirte den Weg gegangen sind“, sagt Petra Döhler. In dem Altwigshagener Unternehmen scheint sich die Investition aber ausgezahlt zu haben – seit der Kennzeichnung gab es am Technikstützpunkt keine Einbrüche mehr.

Das freut Petra Döhler. Aber sie weiß auch, dass die DNA-Markierung nicht das Allheilmittel ist. „In Grenznähe nützt dies wohl nicht wirklich etwas“, schätzt die Kreisvorsitzende ein. Allerdings in solchen Fällen, in denen etwa herrenlose Landwirtschaftstechnik von der Polizei sichergestellt wird. „Dann ist eine zweifelsfreie Zuordnung der Maschine schneller möglich“, sagt Petra Döhler. Dennoch ist der Technikklau, speziell in der Grenzregion, nach wie vor ein Thema. Im Herbst hat es eine Kurzumfrage bei den Landwirten gegeben. „Was ist passiert, wollten wir wissen“, sagt die Kreisbauernverbands-Vorsitzende. Etwa 20 Landwirte haben sich gemeldet. „Insgesamt ist diesen Landwirten  im vergangenen Jahren ein Schaden von etwa 180 000 Euro entstanden“, sagt Petra Döhler. Manche Kollegen seien sogar dreimal von Langfingern heimgesucht worden. „Diese Kollegen sind natürlich schwer angenervt“, weiß die Altwigshagenerin.

Der Kreisbauernverband will der Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Darum gab es Schreiben ans Innenministerium, ans Landwirtschaftsministerium und an Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke), und auch der Neubrandenburger Polizeipräsident ist auf diese Nöte hingewiesen worden. Ob es was gebracht hat, wird demnächst  wohl deutlich werden, denn am 14. Januar besucht Schwerins Innenminister Lorenz Caffier  (CDU) Penkun.  „Da werden wir unsere Probleme darstellen, und ich habe das Gefühl, dass wir dann auch gehört werden“, sagt Petra Döhler.