TODESFALL LEONIE

Mutmaßlicher Mörder David H. schweigt

Der fieberhaft gesuchte mutmaßliche Mörder der kleinen Leonie aus Torgelow hat sich der Polizei gestellt. Bislang ist von ihm aber kein Wort der Reue zu hören.
Andreas Becker Andreas Becker
dpa
Der mutmaßliche Mörder der sechsjährigen Leonie wurde am Montag gefasst.
Der mutmaßliche Mörder der sechsjährigen Leonie wurde am Montag gefasst. Karsten Riemer
Ein Augenzeuge hat die Festnahme von David H. fotografiert.
Ein Augenzeuge hat die Festnahme von David H. fotografiert. Privat
Der Wagen mit David H. verlässt das Polizeirevier in Anklam.
Der Wagen mit David H. verlässt das Polizeirevier in Anklam. Karsten Riemer
Anklam.

„Wir haben ihn!“ Es war kurz nach 12 Uhr am Montag, als Carolin Radloff, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg erklärte, dass David H. gefasst worden sei. Sieben Tage war der 27-jährige Stiefvater auf der Flucht gewesen. Der Mann aus Torgelow steht unter dringendem Tatverdacht, seine sechsjährige Stieftochter Leonie derart misshandelt haben, dass sie an den Verletzungen starb.

Kontakt zum Anwalt

Nach Recherchen des Nordkurier hatte die Polizei in den vergangenen Tagen zwischenzeitlich Kontakt mit dem Anwalt von Leonies Stiefvater, der wiederum in Verbindung mit David H. stand. Allerdings war diese Spur weder heiß noch zuverlässig. Denn: „Es gab auch Tage, da war der Kontakt zwischen Anwalt und Leonies mutmaßlichem Mörder abgebrochen“, hieß es nach der Festnahme aus dem Polizeipräsidium Neubrandenburg.

Hier gibt es eine Übersicht mit allen bisher veröffentlichten Artikel zum Todesfall Leonie.

Ob der Anwalt am Montagmorgen die Polizei im Vorfeld informiert hatte, dass sich der mutmaßliche Mörder nun in Anklam bei der Polizei stellen wolle, kommentierte die Polizei bislang nicht. Fakt ist: Die Polizei wollte diesmal nichts dem Zufall überlassen, fing Anwalt und David H. schon auf dem Weg ab.

Schlinge zog sich langsam zu

Spätestens seit Freitag kannte jeder sein Gesicht. Und aufgrund der Temperaturen konnte der mutmaßliche Mörder auch nicht auf irgendeiner Parkbank übernachten“, beschrieb Polizeisprecherin Claudia Tupeit die Schlinge, die sich langsam um den 27-Jährigen zuzog.

„Es wurde mit „höchster Intensität“ gesucht. Claudia Tupeit: „Sondereinheiten des Landeskriminalamtes, Einheiten der Bundespolizei, Hubschraubereinsätze, Hundestaffeln und die deutschlandweite Sensibilisierung aller Polizeidienststellen – wir haben alle Ressourcen ausgeschöpft“.

Es war und ist ein Zusammensetzen von Puzzleteilen“, machte die Polizeisprecherin deutlich. Ermittlungsarbeit, die immer noch nicht abgeschlossen ist. Denn bei einer ersten Vernehmung bei der Polizei in Anklam schwieg David H. eisern. Er hat sich also noch nicht zu den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben werden, geäußert.

Danach war der Mann nach zum Amtsgericht Pasewalk gebracht worden, dass wegen des großen Medienandrangs von Polizisten extra gesichert worden war. Dort verkündete ein Richter den bereits am 17. Januar erlassenen Haftbefehl wegen Mordes durch Unterlassen. Ob der Beschuldigte dort Angaben machte, war unklar. Beamte brachten ihn in die JVA nach Bützow.

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Kommentare (3)

der Festgenommene steht unter Tatverdacht. Die Bemerkung, man habe noch kein Wort der Reue gehört, ist ein Hinweis auf Vorverurteilung. Von der Polizei ist bisher kein Wort der Reue oder dergleichen zu hören, dass man einen Mordverdächtigen aus einem Polizeigebäude hat flüchten lassen. Dazu muss nicht ermittelt oder wer per Fahndung gesucht werden.

FRÜHER GAB ES MITTELN DA WURDE DIE ZUNGE GELOCKERT UND ALLE HABEN GESUNGEN

z.B. Hexenprozesse ("Ja - ich kann fliegen") oder auch heute noch Castingsshows im TV ("JA - ich kann Singen")

Was FRÜHER viel besser war - es gab MITTELN, mit denen wurde erreicht, dass nicht jeder sich zu Allem öffentlich äußern konnte, obwohl ihm offenbar der Hintergrund oder die Qualität fehlt.