BENEFIZSPIEL

Lokalrivalen machen für getötete Leonie gemeinsame Sache

Die Fußballer des Torgelower FC Greif und des FSV Einheit Ueckermünde treten in einem Testspiel gegeneinander an. Doch der Sport rückt bei diesem Duell in den Hintergrund.
Christian Johner Christian Johner
Chris Eric Plath hatte die Idee des Benefizspiels.  
Chris Eric Plath hatte die Idee des Benefizspiels. Christian Johner
Die kompletten Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gehen an das Spendenkonto des Deutschen Kinderschutzbundes.
Die kompletten Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gehen an das Spendenkonto des Deutschen Kinderschutzbundes. Tilo Wallrodt
Torgelow.

In den Farben getrennt, in der Sache vereint – so könnte das Motto am Samstagnachmittag auf dem Kunstrasenplatz in der Torgelower Gießerei-Arena heißen. Die beiden Fußball-Mannschaften des Torgelower FC Greif und des FSV Einheit Ueckermünde treffen ab 14 Uhr in einem Freundschaftsspiel aufeinander, doch die Begegnung zwischen den beiden Lokalrivalen wird dieses Mal zur Nebensache.

Denn die Einnahmen aus den Eintrittspreisen gehen an das gemeinsame Spendenkonto des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) und Ostseewelle Hitradio für die kleine Leonie, die nach Misshandlungen in Torgelow starb. Verdächtig ist der Stiefvater; die Polizei ermittelt aber auch gegen die Mutter. „Das Geld soll für Leonies Bruder Noah-Joel verwendet werden. Da geht es zum Beispiel um die Einrichtung eines Kinderzimmers oder Spielzeug“, sagt Chris Eric Plath. Leonies Bruder lebt mittlerweile bei seinem leiblichen Vater.

+++Alle Artikel zum Todesfall Leonie finden Sie hier+++

Chris Eric Plath ist es zu verdanken, dass die Partie als Benefizspiel ausgetragen wird. Ein paar Tage, nachdem er von dem Tod Leonies erfuhr, traf sich der 19-Jährige mit Greifs Hauptsponsor Dietrich Lehmann und dem Vereinspräsidenten Uwe Wieland. „Die beiden waren sofort Feuer und Flamme, und auch Ueckermündes Präsident Peter Ruhnau hat sofort zugesagt“, sagt Chris Eric Plath, der beim Torgelower FC Greif die E-Jugend trainiert.

Signiertes Trikot von Bundesligist Hannover 96 versteigert

Plath selbst empfand eine Mischung aus Trauer und Wut, als er die Nachrichten zu Leonies Tod las: „Es war eine komische Situation. Ich selbst war an dem Samstagabend, als die Polizei und die Spurensicherung vor Ort waren, in der Straße mit dem Auto entlanggefahren.“ Auch an Lehmann gingen die Meldungen nicht spurlos vorbei. „Man bekommt Gänsehaut. Da kann man noch so hartgesotten sein. Für mich ist dieses Benefizspiel eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe, dass wir damit ein Zeichen setzen können.“

Die Zuschauer dürfen sich am Samstag auch auf ein Trikot des Bundesligisten Hannover 96 mit den Unterschriften der Profi-Spieler und des Trainers Thomas Doll freuen. Dieses signierte Trikot soll versteigert werden. Außerdem hat Ostseewelle-Reporter Alexander Stuth seine Zusage als Stadionsprecher gegeben. „Ich bin überzeugt davon, dass durch diese Spendenaktion einige Zuschauer dabei sein werden, die sonst nicht zu diesem Spiel gekommen wären und auch nicht so eine innige Beziehung zum Fußball haben“, sagt Lehmann.

"Das Ergebnis spielt keine Rolle"

Nicht nur der Torgelower FC Greif, sondern auch der FSV Einheit Ueckermünde steht voll und ganz hinter der Aktion. „Ich finde es gut, dass sich die beiden größten Fußball-Vereine aus der Haff-Region zusammentun und Spenden sammeln und dass wir damit zumindest einen kleinen Beitrag leisten können. Vielleicht kann man die Leute für das Thema ein wenig wachrütteln und sensibilisieren“, sagt Einheit-Geschäftsführer Ronny Stieg. Das Ergebnis spielt sowohl für die Verantwortlichen der beiden Vereine als auch für Chris Eric Plath keine Rolle. „Mir ist komplett egal, wer gewinnt. Hauptsache ist, dass viele Zuschauer kommen“, so Plath.

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