In der Gemeinde Lübs sollen zwei Solarparks gebaut werden. Die Gemeinde hat jetzt die Aufstellungsbeschlüsse gefasst
In der Gemeinde Lübs sollen zwei Solarparks gebaut werden. Die Gemeinde hat jetzt die Aufstellungsbeschlüsse gefasst und hofft, daraus auch fürs Dorf einen Nutzen ziehen zu können. Patrick Pleul
Bürgermeister Ossip Storm
Bürgermeister Ossip Storm Lutz Storbeck
Energiedorf

Lübs will mit Solarparks an der Milchstraße Geld einnehmen

Die Lübser sind realistisch: Eine Schuhfabrik wie Birkenstock in Pasewalk wird sich in dem Dorf nicht ansiedeln. Also muss die Zukunft der Gemeinde anders gestaltet werden.
Lübs

Fotovoltaikanlagen liefern klimafreundlichen und günstigen Strom. Städte und Gemeinden können hiervon profitieren. Gleichzeitig sind die Gemeinden wichtige Akteure für den Ausbau der Solarenergie. So sehen sich auch die Lübser. Das kleine Dorf im Amt Am Stettiner Haff hat jetzt den Plänen von zwei Unternehmen zugestimmt, im Bereich der Gemeinde Solarparks zu errichten. Die Firma VossEnergy will an der sogenannten Milchstraße I einen 70 Hektar großen Solarpark bauen und betreiben. Die solar-konzept GmbH plant auf 46 Hektar im Bereich der Milchstraße II die Errichtung von Solarfeldern. Die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit von Fotovoltaik-Anlagen, die im Außenbereich als selbstständige Anlagen errichtet werden sollen, erfordert grundsätzlich die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Diesen Aufstellungsbeschlüssen hat die Gemeindevertretung nun ihr Okay gegeben.

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Arbeitsgruppe Energie pflegt den Kontakt

Es ist erklärtes Ziel der Gemeinde, mit Öko-Energie-Unternehmen zusammenzuarbeiten. Bürgermeister Ossip Storm betonte dies während der Gemeindevertretersitzung, bei der die beiden Solarfirmen vertreten waren. „Eine große Schuhfabrik wird hier nicht gebaut werden, wenn wir Unternehmensansiedlungen befördern wollen, dann müssen wir uns auf Forstwirtschaft, Landwirtschaft und eben Energieunternehmen konzen-trieren“, erklärte er. Bereits seit einigen Jahren hält die Lübser Arbeitsgruppe Energie, in der Gemeindevertreter und sachkundige Bürger mitarbeiten, engen Kontakt zur Firma Enertrag, die bei Lübs einen Windpark mit zwölf Windkraftanlagen bauen will.

Unterstützung für Kommune und Vereine

„Wir haben rechtzeitig den Kontakt gesucht und die Bereitschaft abgefragt, die Gemeinde zu unterstützen“, sagt Ossip Storm. Das habe auch gefruchtet, Enertrag sponsort Vereine und auch die Gemeinde. 2020 konnte eine Treppe im Naturerlebnispark gebaut werden, 2021 eine Sitzgelegenheit am Spielplatz. Enertrag hat sich auch bereit erklärt, den Geltungsbereich des Windparks für die Flächen zu ändern, auf denen die beiden Solarparks entstehen sollen. Auch dafür hat die Gemeindevertretung jetzt einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Auf Teilflächen des Windparks Lübs werden nun also zwei Solarparks entstehen. Die Herauslösung dieser Flurstücke wirkt sich nicht auf den Bau der geplanten Windräder aus.

Einnahmen fließen auch

Wohl aber auf die Zukunft der Gemeinde, die mit den Solarparks nicht nur ihre Öko-Bilanz aufwerten kann. Die Beteiligung von Gemeinden am Ertrag von Solaranlagen ist inzwischen gesetzlich geregelt. „Letztlich ist es für Lübs auch eine Einnahmemöglichkeit, und natürlich müssen wir diese Möglichkeit nutzen“, sagt der Bürgermeister. Wie viel Geld dann tatsächlich in die Gemeindekasse fließen wird, das könne er nicht sagen. „Warten wir es ab, es ist ja alles noch Neuland, das wir als Gemeinde betreten.“

In Lübs sind erneuerbare Energien allerdings schon lange Thema. Vor zehn Jahre wollte Lübs, wo es auch eine Biogasanlage gibt, „Bioenergiedorf“ werden. Diese Pläne hatten sich aber zerschlagen.

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