Stadtentwicklung

Luxus-Resort sorgt für Diskussion

In Ueckermünde ist die erste Hürde für das geplante Resorthotel am Strandbad genommen. Die Stadtvertreter stimmten für das Projekt. Aber es regt sich auch Skepsis und Widerstand.
Holger Schacht Holger Schacht
Die Ferienanlage Lagunenstadt in Ueckermünde mit ihrem Yachthafen und den gut 250 Wohnungen aus der Vogelperspektive. Vor dem Strandbad am Stettiner Haff im Hintergrund soll das Resorthotel entstehen.
Die Ferienanlage Lagunenstadt in Ueckermünde mit ihrem Yachthafen und den gut 250 Wohnungen aus der Vogelperspektive. Vor dem Strandbad am Stettiner Haff im Hintergrund soll das Resorthotel entstehen. zVg
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Ueckermünde.

Ein Vier-Sterne-Schmuckstück mit 150 Zimmern, riesigem Wellness- und Spa-Bereich und Konferenzräumen direkt am Stettiner Haff in Ueckermünde. Seit 26 Jahren gibt es diesen Traum und er könnte bald wahr werden. Bei der jüngsten Sitzung der Ueckermünder Stadtvertreter ist mit großer Mehrheit der Aufstellungsbeschluss über den Bebauungsplan B-43 „Resorthotel am Strand“ durchgewunken worden. Es regt sich aber auch Widerstand.

Andreas Lins (parteilos, für CDU) enthielt sich als einziger Stadtvertreter der Stimme. Vor dem Votum mahnte er in der Versammlung mit einer flammenden Rede und forderte, nichts zu überstürzen. Die Begründung von Lins: „Im Januar war uns von der Bauverwaltung im Bauausschuss angekündigt worden, dass das beauftragte Planungsbüro Skizzen über die geplante Anlage anfertigt und in Ueckermünde präsentiert. Das ist leider nicht geschehen. Wir Stadtvertreter haben quasi nichts in der Hand.“ Dann wartete er mit einer Überraschung auf: „Nicht alle Flurstücke, auf denen das Resorthotel entstehen soll, gehören der Stadt Ueckermünde. Es gibt dort auch Privatbesitz, den der Eigentümer auf keinen Fall verkaufen will.“

Großer touristischer Mehrwert für Region

Ueckermündes Bauamtsleiter Jürgen Kliewe entgegnete: „Dieses Hotel würde touristisch einen großen Mehrwert für Ueckermünde bringen, gerade auch in Hinblick auf saisonverlängernde Maßnahmen, die hiermit geschaffen werden. Die Zustimmung zur Aufstellung des Bebauungsplans sagt nur aus, dass sich die Stadt die Realisierung dieses Vorhabens vorstellen kann. Hierbei geht es noch nicht ins Detail. Das Risiko mit dem Privatgrundstück trägt der Investor.“

Konkret geht es um rund fünf Hektar Fläche, die zwischen Strandpark und der Ferienanlage Lagunenstadt liegt. 600 Quadratmeter davon sind in privater Hand. Als Investor tritt die Sybac Solar GmbH mit Sitz in Polch (Rheinland-Pfalz) auf, die Anlage betreiben soll die Hotelgesellschaft RIMC aus Hamburg. Die Gruppe ist bereits mit 32 Häusern in acht Ländern vertreten. Darunter sind das „Radisson Blue Hotel“ in Cottbus oder das „Sheraton Offenbach Hotel“ in Hessen.

Sport- und Rehazentrum soll integriert werden

Laut Stadtvertreter-Beschluss soll auch der „Neubau eines Sport- und Rehazentrums mit Indoor-Spielplatz, welches durch den Verein be free Ueckermünde e.V. errichtet und betrieben werden soll“, in das Projekt eingebunden werden. Nach Nordkurier-Information ist der Investor bereit, für das Filetstück 100 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Weitere 20 Prozent bekäme die Stadt wohl durch Fördergelder.

Stadtvertreter Lins sieht jedoch ein weiteres Problem: „In der Saison gibt es auf den Straßen zum Strand und zur Lagunenstadt schon jetzt ein hohes Verkehrsaufkommen. Wenn das Hotel erst steht, kommen noch mehr Autos. Bisher gibt es aber kein Verkehrskonzept, wie mit der Mehrbelastung umgegangen werden soll.“

Zustimmung von anderen Hotelbetreibern

Wie Kliewe und die Stadtvertretung halten auch die in Ueckermünde ansässigen Hotel-Betreiber das Projekt offenbar für eine gute Idee. Kliewe: „Wir haben uns mit den Hoteliers in Ueckermünde beraten. Die neue Hotel-Anlage wird dabei nicht als Konkurrenz verstanden, sondern als Aufwertung für die Stadt Ueckermünde.“

Stadtvertreter Andreas Lins ist unter anderem auch Gesellschafter der „Lagunenstadt am Haff GmbH“. Die vermietet in der Ferienanlage Wohnungen. Lins sagt, er wäre nicht gegen das Hotel-Projekt, sondern sei nur skeptisch, aber auch erwartungsfreudig: „Wenn die Bauarbeiter kämen, müssten sie auch untergebracht werden. Da haben wir in der Lagunenstadt ein gutes Angebot.“ Ihm gehe es bei der Diskussion um das Luxus-Projekt nur darum, so Lins, dass „hinterher niemand behaupten kann, dass keiner was gesagt“ habe.