Auf der Gewässerkarte hat der Belliner Strand zwar aktuell ein „Mangelhaft“, nach Auskunft des Ueckermün
Auf der Gewässerkarte hat der Belliner Strand zwar aktuell ein „Mangelhaft“, nach Auskunft des Ueckermünder Bürgermeisters Jürgen Kliewe ist das Baden dort aber ohne Bedenken möglich. Katja Richter
Badewasser

„Mangelhaft” für Haffstrand im Ueckermünder Ortsteil Bellin

Auf der Badewasserkarte für MV hat ausgerechnet der bei Touristen beliebte Belliner Strand ein „Mangelhaft“ erhalten. Wie kommt es zu dieser Einschätzung? Darf man dort nun nicht mehr baden?
Bellin

Auf der vom Schweriner Gesundheitsministerium herausgegebenen Badewasserkarte für MV haben sämtliche Gewässer in der Haffregion gute bis sehr gute Werte bekommen. Bis auf eine Ausnahme – für das Haffwasser in Bellin gab es ein „Mangelhaft“. Der schlechte Wert ist landesweit so gut wie einmalig. Ist das Baden dort gefährlich und sollte deshalb unterbleiben?

Auf keinen Fall, schließlich kommen etliche Urlauber eigens wegen der Bademöglichkeiten nach Bellin. Ganz so drastisch sei die Lage bei Bellin nicht, sagt Jürgen Kliewe, Bürgermeister des Seebades Ueckermünde, zu dem auch der Ortsteil Bellin gehört. Das Stettiner Haff sei als Badegewässer sehr beliebt. Es habe aber eben auch seine Eigenheiten. „Durch das flache Wasser und den ständigen Wind ist die Sichttiefe des Wassers mitunter stark verringert, was jedoch kein Qualitätskriterium für das Badewasser darstellt“, sagt der Bürgermeister. Im Jahre 2022 wurde die Badewasserqualität in Bellin – am so genannten Bellini Beach – als mangelhaft bewertet.

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Dies hänge mit dem Auswertungsszenarium der gezogenen Werte der letzten vier Jahre zusammen, so Kliewe. Und die Messungen der zuständigen Fachleute hätten ergeben: Bis auf einen einzelnen Wert aus dem Jahre 2021 sind alle anderen Werte im zulässigen Bereich, teils sogar deutlich darunter. „Da dieser eine Parameter Enterokokken jedoch einen sehr deutlichen Ausreißer nach oben hatte, wirkt er statistisch nach, obwohl die danach gemessenen Werte wieder weit unterhalb des Grenzwertes liegen“, teilt der Bürgermeister mit.

Wasserqualität wir jetzt alle 14 Tage gemessen

Dennoch wolle die Verwaltung im Interesse der Gäste sichergehen. Die Stadt Ueckermünde als Strandbetreiberin habe darum mit dem zuständigen Kreis-Gesundheitsamt zur Abwehr eines Badeverbotes an diesem Strand vereinbart, dass die Wasserqualität in der aktuellen Saison alle 14 Tage amtlich gemessen und ausgewertet wird. „Sollte sich ein auffälliger Wert zeigen, werden die Badegäste umgehend informiert und es werden Konsequenzen bezogen“, sagt der Bürgermeister. Derzeit seien jedoch keine Einflüsse bekannt, die die Wasserqualität negativ beeinflussen können. Das Badegewässerprofil lasse keine Gefahr für eine kurzzeitige oder sonstige Verschmutzung erkennen.

„Erhöhte Werte, aber keine Überschreitung der Grenzwerte!”

Eine Einschätzung, die auch die Fachleute vom Gesundheitsamt teilen, wie Anke Radlof von der Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mitteilt: „Für die Einstufung wird der Perzentil-Wert für den Bewertungszeitraum bestimmt. Bei der Badestelle Bellin wurden im Jahr 2021 bei einer Probe erhöhte Werte, aber keine Überschreitung des Grenzwertes, festgestellt. Dies führte zur Einstufung mangelhaft.“ Bisher könne zur Ursache für die erhöhten Werte nichts gesagt werden. Für Badegäste wichtig: Das für dieses Jahr vorliegende Untersuchungsergebnis sei nicht auffällig, das Schwimmen, Planschen und Tauchen also möglich.

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