MAULWURF

Maulwurf ist Wildtier des Jahres 2020

Er wird entweder gehasst oder geliebt, vertrieben oder herbeigesehnt. Wohl nur der Wolf spaltet die Gemüter genauso wie der kleine Maulwurf.
Die Erde des ungeliebten Maulwurfhaufens stammt aus dem Erdreich und ist zum Gärtnern optimal.
Die Erde des ungeliebten Maulwurfhaufens stammt aus dem Erdreich und ist zum Gärtnern optimal. Katja Richter
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Maulwurf zum Tier des Jahres 2020 gemacht. Wo der kleine Insektenfresser lebt, ist der
Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Maulwurf zum Tier des Jahres 2020 gemacht. Wo der kleine Insektenfresser lebt, ist der Boden meistens intakt. Fotolia
Vorpommern.

„Es war im Herbst echt toll, die ersten Maulwurfshügel zu sehen“, erinnert sich Jana Greiner Mai aus Ueckermünde. „Ich habe mich wirklich riesig gefreut.“ Den ganzen Sommer über kämpfte die Hobbygärtnerin und Pädagogin mit den Wühlmäusen im Garten. Aber sie weiß: Wo Maulwürfe leben, haben es Wühlmäuse schwer. Deshalb war ab dem Herbst klar: Die Wühlmäuse sind endlich weg.

Fleißiger Schaufler

Die natürlichen Lebensräume des Maulwurfs sind Äcker, Wiesen und Wälder – aber auch in Gärten, auf Friedhöfen und in Parks kann man den kleinen Insektenfresser sehr häufig antreffen beziehungsweise seine Erdhügel entdecken.

„Klar, die Maulwurfshügel sind ärgerlich und stören das Bild eines schönen Gartens und vor allem den eines schönen Rasens, aber sie sind zeitgleich Kennzeichen guter Erde“, sagt die Ueckermünderin. Durch das viele Graben lockert der pelzige Erdwerfer, der in 20 Minuten gut sechs Kilogramm Erde schaufeln kann, den Boden auf, der deshalb mehr Regenwasser aufnehmen kann. Sie weiß außerdem, dass Maulwürfe, anders als Wühlmäuse, im Garten kaum Schäden an den Pflanzenwurzeln verursachen. Da sie sich ausschließlich von Insekten und kleinen Wirbeltieren ernähren, bleiben Gewächse wie Salat, Beeren, Blumen und Sträucher verschont. Doch auch, wenn er ein äußerst nützliches Tier ist, möchten ihn die meisten Gartenbesitzer einfach nur loswerden und greifen oftmals zu drastischen und teilweise verbotenen Mitteln.

Insektenvertilger

Fakt ist jedoch: Wo der Maulwurf lebt, ist das Bodenleben meist intakt. „Außerdem sind Maulwürfe sehr gute Schädlingsvernichter. Die Insektenvertilger fressen unter anderem Schnecken und Engerlinge“, erklärt Gärtnermeister Ingo Rollik aus Ueckermünde. Die Erde, die sie aufwühlen und die von unten aus dem Erdreich stammt, ist zum Gärtnern optimal: Sie ist unkraut- und wurzelfrei, und in dem nährstoffreichen Boden wachsen Pflanzen besonders gut.

Da Maulwürfe unter Naturschutz stehen, dürfen sie von Hobbygärtnern weder gefangen noch getötet werden! „Wer sich mit ihnen nicht arrangieren kann, darf sie lediglich vertreiben und vergrämen“, sagt der Gärtnermeister.

Laute Geräusche und unangenehme Gerüche sind ihnen zuwider. Die meisten bekannten Maßnahmen zielen daher auf das empfindliche Gehör und den ausgeprägten Geruchssinn der kleinen Tiere ab.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Vorpommern

Kommende Events in Vorpommern (Anzeige)

zur Homepage