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Meiersberger fühlen sich erpresst

Meiersbergs Bürgermeister Gerhard Seike (rechts) will sich nicht den Mund verbieten lassen.
Meiersbergs Bürgermeister Gerhard Seike (rechts) will sich nicht den Mund verbieten lassen.
Uta Bilaczewski

Auf der einen Seite steht die Forderung des Landkreises, dass Meiersberg Steuern erhöht. Auf der anderen Seite steht die kleine Gemeinde, die etwas Geld vom Landkreis braucht. Und in der Mitte steht nun der Vorwurf der Erpressung.

Ein Mann der klaren Worte ist Gerhard Seike schon immer gewesen, wenn es um seine Gemeinde geht. Deshalb will sich der Meiersberger Bürgermeister auch jetzt nicht den Mund verbieten lassen. Im Gegenteil: Er teilt sogar noch aus.

Empfänger der verbalen Ohrfeige ist Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke). Es geht um den Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2015. Die Gemeindevertreter haben den Etat gerade erst vor ein paar Tagen beschlossen. Allerdings gab es vom Landkreis Vorpommern-Greifswald ein paar Forderungen, die den Bürgermeister kräftig die Laune verderben. Meiersberg muss rückwirkend zum 1. Januar 2015 alle Steuern für seine Bürger – Grundsteuer A/B, Gewerbesteuer – auf den Durchschnitt des Landes Mecklenburg-Vorpommern anheben.

Steuererhöhungen sind nicht sonderlich effektiv

„Ich habe einfach kein Verständnis dafür, dass diese Steuern im ganzen Land gleich gesetzt werden. Man kann doch ein Dorf hier bei uns zum Beispiel nicht mit einem Dorf im Rostocker Speckgürtel vergleichen“, sagt er. 

Was hinter dieser ganzen Politik stecke, erschließt sich dem Gemeindeoberhaupt ohnehin nicht. „Die Mehreinnahmen aus dieser Steuererhöhung liegen etwa nur bei 2000 Euro, das ist nichts.“

Was Gerhard Seike dann aber fast zur Weißglut gebracht hat, ist eine Anfrage der Gemeinde beim Landkreis, ob seitens der Verwaltung eine finanzielle Unterstützung für Vorhaben im Dorf möglich sei. Es geht um etwa 11.000 Euro für den Kauf einer Pumpe, die die Feuerwehr benötigt, und um die Reparatur der Straßenbeleuchtung.

„Durch die Blume“ sei ihm in der Verwaltung erklärt worden, das sei durchaus möglich. Aber! Dann müsse die Gemeinde zum Beispiel auch den Forderungen des Landkreises nachkommen. „Das ist für mich Erpressung“, sagt Gerhard Seike.