Großprojekt in den USA

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Millionen-Auftrag für Torgelower Eisengießerei

Nach einem schwierigen Jahr 2017 hat die Eisengießerei Torgelow nun den Grundstock für wirtschaftlich erfolgreiche Jahre bis 2020 gelegt.
Nach einem schwierigen Jahr 2017 hat die Eisengießerei Torgelow nun den Grundstock für wirtschaftlich erfolgreiche Jahre bis 2020 gelegt.
Eisengießerei Torgelow

US-Präsident Donald Trump genießt in Deutschland keinen sehr guten Ruf. In Vorpommern könnte sich das bald ändern. Denn durch Trumps weltpolitische Schattenspiele hat die Torgelower Eisengießerei einen millionenschweren Auftrag erhalten.

Die Eisengießerei Torgelow hat einen Auftrag in zweistelliger Millionenhöhe an Land gezogen. In den Jahren 2019 und 2020 wird sie Windkraftanlagen für ein Großprojekt eines europäischen Technologiekonzern in den USA herstellen. Dies bestätigte der Geschäftsführer der Eisengießerei, Peter Krumhoff, dem Nordkurier. „Der Abschluss ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber mittlerweile sehr wahrscheinlich”, sagte Krumhoff. Mitte der kommenden Woche könne vermutlich Vollzug gemeldet werden.

Der Auftrag hat ein Volumen von 37 Millionen Euro und ist damit nach eigenen Angaben der größte in der Geschichte des Konzerns. Er stelle einen Großteil der Auslastung des Unternehmens in den kommenden Jahren sicher – ein Segen, vor allem in Anbetracht des schwierigen vergangenen Jahres, in dem der Umsatz von 90 auf rund 61 Millionen Euro schrumpfte und in dem der Konzern sogar eine mehrmonatige Kurzarbeit anordnen musste.

Chinesische Lieferanten kommen nicht mehr in Frage

Am Wochenende waren bereits erste Gerüchte bezüglich des Auftrags an die Öffentlichkeit gelangt. In deren Zuge wurde unter anderem behauptet, dass US-Präsident Donald Trump dem europäischen Technologiekonzern höchstpersönlich eine Auftragserteilung nach China untersagt und eine „deutsche Lösung” gefordert habe. Das stimmt in dieser Form nicht.

Richtig ist, dass die USA mit dem Beginn des Handelskrieges zwischen China und den USA im Sommer Strafzölle auf chinesische Gussteile erheben. Dadurch kommen für viele europäische Windkrafthersteller keine chinesischen Großlieferanten mehr in Frage. Und in Europa gibt es außer der Eisengießerei Torgelow derzeit nur wenige Unternehmen, die einen Auftrag in der vorliegenden Größenordnung erfüllen können. „In dieser Form und in diesem Umfang kann das außer uns derzeit niemand machen”, sagte Geschäftsführer Peter Krumhoff.

Einigung zwischen China und USA kommt zu spät

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) zeigte sich gegenüber dem Nordkurier erfreut: „Dies ist eine Glücksmeldung für ganz Vorpommern, die zeigt, dass Torgelow das industrielle Herz des östlichen Mecklenburg-Vorpommern ist.” Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist begeistert: „Der Auftrag wäre ein Riesenerfolg für das Unternehmen”. Damit bliebe Know-how in der Region, Wertschöpfung würde gesteigert und Arbeitsplätze in Vorpommern würden gesichert, sagte Glawe dem Nordkurier.

US-Präsident Donald Trump kritisiert bereits seit seiner Amtseinführung, dass China deutlich mehr Waren in die USA exportiert als umgekehrt. Trump will das dadurch entstehende Handelsungleichgewicht durch Strafzölle in Höhe von rund 250 Milliarden US-Dollar aufwiegen. Die ersten traten im Juli 2018 in Kraft. China reagierte mit Einfuhrabgaben auf amerikanische Produkte in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar. Beim G20-Gipfel in Buenos Aires am vergangenen Wochenende erzielten Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping eine erste Einigung, um den Konflikt zumindest nicht weiter eskalieren zu lassen.