So bereitet MTRA Fillip Laczka-Makowiecki Patienten auf die Untersuchung im mobilen MRT des Projektes „HerzCheck“
So bereitet MTRA Fillip Laczka-Makowiecki Patienten auf die Untersuchung im mobilen MRT des Projektes „HerzCheck“ vor. Simone Weirauch
Professor Sebastian Kelle erläutert die MRT-Bilder des Herzens vor Ort. Die genaue Diagnostik übernimmt ein Ärz
Professor Sebastian Kelle erläutert die MRT-Bilder des Herzens vor Ort. Die genaue Diagnostik übernimmt ein Ärzteteam am Herzzentrum Berlin. Simone Weirauch
Gesundheit

Mobile Röhre deckt Herzschwäche auf

Hochspezialisierte medizinische Diagnostik ist auf dem Lande nicht zu finden. Es sei denn, der Hausarzt schickt seinen Patienten zum HerzCheck nach Ueckermünde. Denn dort steht ein Hightech-Gerät.
Ueckermünde

Nach dem erfolgreichen Start des Projektes HerzCheck auch am Standort Ueckermünde vor einem halben Jahr liegen die ersten Ergebnisse vor. 1000 Patienten sind bereits untersucht worden. Die mobile MRT-Einheit, mit der bei symptomfreien Risiko-Patienten frühzeitig eine Herzschwäche festgestellt werden kann, ist derzeit wieder für zwei Wochen auf dem Gelände der Ameos-Klinika stationiert.

Hausärzte können ihren Patienten dort Hightech-Diagnostik ermöglichen. Professor Sebastian Kelle, Kardiologe und Leiter der Abteilung für kardiale MRT am Deutschen Herzzentrum Berlin, zog jetzt ein erstes Zwischenergebnis: Bei etwa 30 Prozent der Patienten wurde eine asymptomatische Herzinsuffizienz festgestellt, von der die Betroffenen vorher nichts wussten. Eine frühzeitige Behandlung kann die Lebenserwartung und -qualität der Betroffenen erheblich verbessern. „Die Nachfrage von Ärztinnen und Ärzten sowie von Patienten zur Teilnahme an diesem Programm ist hoch, das freut uns sehr“, sagte Professor Kelle, der die Zusammenarbeit zwischen dem Ärztenetzwerk Haffnet und dem Ameos-Klinikum lobte. Zum Erfolg des Projektes habe die gute ambulante und stationäre Vernetzung in der Haffregion erheblich beigetragen.

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Die Hausärztin Angelika Gerhard aus Ueckermünde berichtete, dass fast 150 ihrer Patienten für das mobile MRT infrage kommen. Allerdings konnte sie längst nicht alle dorthin überweisen. „Entweder scheiterte es am fehlenden Smartphone oder an der Angst vor dem MRT“, beschreibt sie realistische Hindernisse im Praxisalltag. Außerdem muss der Patient bei der AOK versichert sein, denn die AOK Nordost ist als einzige der großen Krankenkassen Partner des HerzCheck-Projektes.

Frühe Prognose reduziert lange Klinik-Aufenthalte

Die Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Daniela Teichert betonte, dass innovative Lösungen für die medizinische Versorgung gerade in ländlichen Regionen unterstützt werden müssen. Etwa 100.000 AOK-Patienten leiden ihren Angaben zufolge an der Volkskrankheit Herzschwäche. „Allein von den 3.200 Ueckermünder AOK-Patienten haben mehr als 500 die Diagnose Herzinsuffizienz erhalten, die Therapien sind langwierig.“ Die AOK Nordost werde dieses Projekt weiter unterstützen, denn eine frühe medizinische Versorgung der Herzschwäche-Patienten könne deren Prognose und Lebensqualität verbessern, hohe Folgekosten und lange Krankenhausaufenthalte reduzieren.

Auch Yvonne Hartmann, die stellvertretende Direktorin des Ameos-Klinikums Ueckermünde, verwies auf gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den ambulanten Medizinern der Region. Erst diese Verzahnung ermögliche solche innovativen Projekte in Ueckermünde wie das Projekt HerzCheck.

MRT-Trailer an acht Standorten

Auf dem Klinikgelände ist in kurzer Zeit ein Standort für den 27 Tonnen schweren MRT-Trailer hergerichtet worden. Geschultes medizinisches Personal führt die MRT-Untersuchung sicher und zuverlässig durch. Die „Röhre“ ist sogar überdurchschnittlich groß, erläuterte Professor Keller. So können auch stark übergewichtige Patienten untersucht werden. Die Untersuchungsdaten werden unter Beachtung aller Datenschutzvorgaben online an das Deutsche Herzzentrum Berlin übermittelt und dort von einem Fachärzteteam ausgewertet. Die Behandlung übernimmt der jeweilige Arzt vor Ort, der auf den Befund aus Berlin zurückgreifen kann. Ein Jahr nach der Erstuntersuchung wird der Patient erneut untersucht und der Therapieerfolg wissenschaftlich evaluiert. Zurzeit können sich Patienten an acht Standorten im MRT-Trailer untersuchen lassen: Ueckermünde, Wolgast, Wismar, Templin, Neuruppin, Forst, Eberswalde und Potsdam. Mehr erfahren Sie hier.

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