Unsere Themenseiten

:

Motorradfahrer schlägt Flüchtling ins Gesicht

Vor dem Asylbewerberheim in Drögeheide ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Der Staatsschutz ermittelt.
Vor dem Asylbewerberheim in Drögeheide ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Der Staatsschutz ermittelt.
Thomas Krause

Angriffe auf Flüchtlinge scheinen wieder zuzunehmen. Vor der zentralen Unterkunft in Torgelow-Drögeheide schlug ein Motorradfahrer einem Heimbewohner ins Gesicht - und das vor den Augen seines Kindes.

Vor der zentralen Unterkunft in Torgelow-Drögeheide hat es am Mittwoch anscheinend eine weitere Attacke auf einen Flüchtling gegeben. Ein Motorradfahrer hat einem 32-jährigen Asylbewerber ins Gesicht geschlagen, teilte die Polizei am Freitag mit.

Nach Angaben von Carolin Radloff, Sprecherin der Polizeidirektion Neubrandenburg, soll der Mann zuvor auf einem Motorrad vor der Flüchtlingsunterkunft in Drögeheide auf ein kleines Mädchen aus der Ukraine zugefahren sein, das auf dem Bürgersteig spielte.

„Ob das mit Absicht geschehen ist, ist noch unklar. Der Vater hat sein Kind aber wegziehen können“, sagte sie am Freitag auf Nachfrage des Nordkurier. Wenig später sei dasselbe Motorrad erneut vor das Heim gefahren, diesmal habe eine Frau darauf gesessen.

Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen

„Dazu sind zwei Männer per Fuß gefolgt. Einer von ihnen soll der Fahrer gewesen sein, der auf das Kind zugefahren ist“, erklärte die Sprecherin. Was danach passierte, ist derzeit noch nicht richtig einzuordnen. Klar ist aber: Einer der Männer hat dem Vater des dreijährigen Mädchens mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die mutmaßlichen Täter sind dann geflüchtet.

Sofort alarmierte Beamte, so Radloff, hätten wenig später eine Frau und zwei Männer aus Deutschland gestellt, die im Verdacht stünden, an dem Vorfall beteiligt zu sein. „Sie bestreiten aber, dabei gewesen zu sein“, sagte sie.

Nach Angaben der Polizeisprecherin hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen, weil ein politischer Hintergrund vermutet wird. In der kommenden Woche soll es weitere Befragungen durch die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg geben.