TODESFALL IN TORGELOW

Mutmaßlicher Mörder von Leonie in Ketten abgeführt

Handschellen, Fußketten – dieses Mal soll er der Polizei nicht entkommen! David H. (27), der Stiefvater und mutmaßliche Mörder der kleinen Leonie (6) aus Torgelow, auf dem Weg zum Haftrichter.
Fabian Beyer Fabian Beyer
Jürgen Mladek Jürgen Mladek
David H. bei der Überführung in Anklam.
David H. bei der Überführung in Anklam. Karsten Riemer
Festnahmeort an der B109 bei Auerose: Hier soll die Polizei David H. festgenommen haben. Der mutmaßliche Mörder der sechsjährigen Leonie soll mit seinem Anwalt unterwegs gewesen sein.
Festnahmeort an der B109 bei Auerose: Hier soll die Polizei David H. festgenommen haben. Der mutmaßliche Mörder der sechsjährigen Leonie soll mit seinem Anwalt unterwegs gewesen sein. Karsten Riemer
Überführung Anklam Foto: Karsten Riemer gepixelt
Überführung Anklam Foto: Karsten Riemer gepixelt Karsten Riemer
Anklam.

Er trägt die gleiche Kleidung wie bei seiner Flucht vor einer Woche, womöglich hat er sogar darin geschlafen. Die Haare wirr, gebückte Haltung, an Händen und Füßen gefesselt. Am Ende war der Druck offensichtlich zu groß geworden, wollte David H. reinen Tisch machen, sich stellen.

Seit Montag vergangener Woche war der mutmaßliche Mörder der sechsjährigen Leonie aus Torgelow auf der Flucht. Die Polizei stellte die ganze Region auf den Kopf, „wir drehen jeden Stein um”, hatte eine Polizeisprecherin gesagt. Ohne Ergebnis. Am Montag aber klickten endlich die Handschellen, eine Polizeistreife stellte den Gesuchten auf der B109 zwischen Ducherow und Anklam. David H. war da offenbar in Begleitung seines Anwalts unterwegs nach Anklam, um sich dort der Polizei zu stellen.

Vorwurf: Mord durch Unterlassen

David H. wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft soll er seine sechsjährige Stieftochter Leonie derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow an den schweren Verletzungen starb. Der 27-Jährige habe keine Hilfe geholt und zudem vorgegeben, das Kind sei eine Treppe hinuntergestürzt. Bei der Festnahme in Pasewalk am 14. Januar konnte er fliehen.

Nachdem das Amtsgericht Pasewalk nach dreitägiger Prüfung erst am Donnerstagmittag einen Haftbefehl für David H. ausgestellt hatte, beantragte die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg unverzüglich beim Amtsgericht Neubrandenburg die Öffentlichkeitsfahndung. Am Freitagvormittag entsprach das Amtsgericht dem Antrag. Seit Freitagmorgen wurde der Flüchtige mit einem offiziellen Fahndungsfoto von der Polizei gesucht.

Im Nordkurier hatte ein Bruder des Flüchtigen gerade noch eindringlich an David H. appelliert, sich zu stellen. Wenige Stunden später setzte er das in die Tat um. Beim ersten Verhör allerdings schwieg er eisern, nicht ein Wort war ihm zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu entlocken.

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