KONTAKTLISTEN-PFLICHT

Neue Corona-Verfügungen in Vorpommern-Greifswald

Die Kreisverwaltung versucht, das Infektionsgeschehen in Vorpommern-Greifswald mit einer neuen Verordnung in den Griff zu bekommen. Infizierte müssen nun selbstständig Kontaktlisten für das Gesundheitsamt erstellen.
Am Freitag stieg der 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf 153,3. Besonders in Südvorpommern sind die I
Am Freitag stieg der 7-Tages-Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf 153,3. Besonders in Südvorpommern sind die Inzidenzwerte in den Ämtern sehr hoch, besonders in Ueckermünde. Nordkurier
Greifswald ·

Trotz des verschärften Lockdowns gehen die Zahlen in Vorpommern-Greifswald seit Weihnachten nicht runter. In den vergangenen drei Wochen schwankten die Inzidenzwerte der jeweils vergangenen sieben Tage zwischen 100 und 140, zuletzt sogar mit steigender Tendenz. Die Sieben-Tages-Inzidenz bildet die nachgewiesenen Corona-Infektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner in einer bestimmten Region ab.

Um der Lage Herr zu werden, hat die Kreisverwaltung nun eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Diese gilt seit Freitag und zielt vor allem darauf ab, bereits Infizierten und Kontaktpersonen Verhaltensregeln an die Hand zu geben.

Mehr lesen: Bisher am Haff 800 Menschen gegen Corona geimpft

Infizierte Menchen sollen Kontakte sofort informieren

Das sei nicht neu, bestätigt der Sprecher des Kreises, Achim Froitzheim. Allerdings habe man in der erneuerten Allgemeinverfügung nachgeschärft, besonders, was das Verhalten von positiv getesteten Personen betrifft. „Infizierte Menschen haben ihre Kontaktpersonen unverzüglich darüber zu informieren, dass sie selbst als infiziert gelten, und der Kontaktperson den daraus folgenden Status mitzuteilen,“ heißt es in der Erklärung zu der Verfügung.

Unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben

Hier soll jedoch keine Verantwortung abgegeben werden, beteuert Froitzheim. „Unsere Teams kommen bei der Nachverfolgung hinterher.“ Allerdings gelte: Je früher, desto besser.

Alle Personen, sowohl Infizierte als auch Kontaktpersonen der Kategorie eins, müssen sich unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben.

Erklärungsbedürftig ist dabei der „Status“ oder die Kategorie, einer Kontaktperson. In die Kategorie eins fallen alle Personen, die 48 Stunden vor dem positiven Test engen Kontakt mit der infizierten Person hatten. Eng bedeutet für das Robert-Koch-Institut Kontakt ohne Mund-Nasen-Bedeckung und ohne Abstand von 1,5 Metern oder wenn sich beide Personen länger als eine halbe Stunde in einem geschlossenen Raum aufgehalten haben, ohne dabei eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen zu haben.

Liste mit Kontaktpersonen selbstständig erstellen

Bei der eigenständige Information der Kontaktpersonen soll dabei eine Liste mit diesen erstellt werden – eine Vorlage findet sich im Internet unter corona.kreis-vg.de. Die Liste mit den Kontaktpersonen muss – soweit möglich – Name, Vorname, Anschrift der Kontaktperson sowie die Telefonnummer sowie den Hinweis enthalten, ob die Kontaktperson durch den Infizierten informiert werden konnte.

Ferner ist soweit bekannt, anzugeben, wie diese Kontaktpersonen erreicht werden können, gegebenenfalls ist der Hinweis auf den ausgeübten Beruf der Kontaktperson zu benennen.

Kontaktliste unverzüglich ans Gesundheitsamt

Der Kreis hat verordnet, diese „Kontaktpersonenliste unverzüglich dem Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald per E-Mail an [email protected] zu übermitteln“. Bei Verdachtsfällen hat die Übermittlung erst nach Eingang eines positiven Testergebnisses zu erfolgen.

Sollte eine infizierte Person nicht in der Lage sein, Kontaktpersonen selbst zu informieren, eine Kontaktpersonenliste zu erstellen oder zu übermitteln, soll der Infizierte umgehend das Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald mittels einer E-Mail an [email protected] oder über das Bürgertelefon unter 03834 8760-2300 informieren.

Hohe Inzidenzen in Südvorpommern, 15-Kilometer-Einschränkung droht

Diese Maßnahmen werden laut Kreisverwaltung nötig, da zuletzt in allen Ämtern, die südlich vom Amt Anklam-Land liegen, sowie in Jarmen-Tutow und Heringsdorf eine Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 erreicht wurde. Am stärksten betroffen ist das Amt Ueckermünde. Hier wurde laut Kreisverwaltung ein Inzidenzwert von 817 erreicht. In Pasewalk und dem Uecker-Randow-Tal ist der Wert knapp unter 400.

Link: Corona-Webseite des Landkreis Vorpommern-Greifswald mit Meldelisten-Vorlage (corona.kreis-vg.de)
Link: Allgemeinverfügungen des Landkreis Vorpommern-Greifswald
Link: Vorlage für Kontaktliste für das Gesundheitsamt (PDF, Stand 15.01.2021)

 

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Kommentare (2)

Es wäre vielleicht mal Sinnvoll wenn die Kreise diese Werte auch einmal veröffentlichen würden !

Hier in Ueckermünde weiß so gut wie niemand was hier abgeht, die Frage haben wir hier überhaupt Infizierte hört man ständig.

Durch dieses unwissen gehen viele auch sehr lasch mit allen Vorgaben um, kleiner gruppen Jugendlicher treffen sich zum reden und Trinken Abends und Nachts an abgelegenenb Orten, kann ich verstehen, für die Jugend ist es wirklich schwer, ohne Veranstaltungen oder einfach nur eine Geburtstagsparty seit fast einem Jahr.

Wenn die zahlen aber mal bekannt sind, geht doch der eine oder Andere anders mit der Situation um.

Warum sind die Zahlen so hoch in Ueckermünde?
Viele vermutungen, keine Aufklärung!
Über den Buschfunk weiß man zumindes das in einem Pflegeheim viele Infektionen sein sollen, aber hier weiß keiner etwas genaues.
Es ist nun mal nicht so einfach zu sehen wie ein Großfeuer, Corona findet versteckt statt.

Deswegen sollte man die Befölkerung auf dem laufenden halten über die Aktuellen Zahlen vor Ort und nicht ein riesen Geheimnis daraus machen, das hilft der Sache nicht.

Hier sagt jeder, schlimm in der Seenplatte die hohen Werte, aber keiner weiß das es hier noch höher ist.

Bin selber Hochrisiko Patient und muss trotzdem einmal die Woche einkaufen wenn ich essen und trinken will, wie gesagt, Unwissen hilft nicht weiter, es drängeln immer noch genug Leute beim einkaufen als ob es keine Abstandsregeln gibt und keine Krise.

Ich stimme Ihnen zu: sachliche Aufklärung, auch zu den Orte mit den höchsten Inzidenzwerten, würde helfen, die Gefährdung ernstzunehmen.
Aber uns wird in der Zeitung heile Welt vorgegaukelt. Seit Wochen immer wieder Fotos von Menschen, nahe beieinander, ohne Masken.
Die Krönung letzte Woche "ein spontanes Team- Foto" (wörtlich) eines Pflegedienstes, viele Menschen, nah beeinander, ohne Maske.
Wo bleiben die Verantwortung der Fotografin/Autorin und der Fotografierten?
Und alle machen weiter so.
Ist also doch alles gar nicht so schlimm. Wenn die da so agieren, dann dürfen wir das doch auch?