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Neuer Chef bei Ameos

Die Ameos-Kliniken haben ab sofort einen neuen Chef.
Die Ameos-Kliniken haben ab sofort einen neuen Chef.
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Das ging fix: Es gab Meinungsverschiedenheiten zwischen Ameos-Klinikdirektor Kai Firneisen und der Ameos-Zentrale in der Schweiz. Und prompt war Firneisen seinen Job los. Sein Nachfolger verspricht: Die Kliniken sollen „mehr Profil“ erhalten – was auch immer das ist.

Manchmal geht es eben schnell im Geschäftsleben, wenn es unterschiedliche Meinungen über Strategien gibt. Das bekam jetzt offensichtlich Kai Firneisen zu spüren, bis Donnerstag noch Direktor der drei Ameos-Kliniken in Anklam, Ueckermünde und Pasewalk. Die Nachricht von seinem Ausscheiden platzte am Donnerstag in den drei Häusern wie eine Bombe – nicht einmal die Verwaltungs-Mitarbeiter wussten vorher Bescheid. Firneisen hatte im Oktober 2009 seinen Dienst in Vorpommern angetreten, der Manager stammte eigentlich aus dem Harz. Sein viertes Dienstjubiläum in Vorpommern verpasste er also nur ganz knapp.

Grund für den plötzlichen Abgang sind offenbar Meinungsverschiedenheiten zwischen Manager Firneisen und der Klinik-Muttergesellschaft Ameos, die ihren Sitz in der Schweiz hat. Das formuliert jedenfalls Übergangs-Nachfolger John Näthke, der seinen Dienst bereits angetreten hat: „Es gab unterschiedliche Auffassungen, wie es weitergehen soll.“

Nur Übergangslösung

Weitermachen im Sinne der höheren Konzern-Interessen soll jetzt also der 36-jährige Näthke, der in den vergangenen Jahren für den Konzern ein Klinikum in Staßfurt in Sachsen-Anhalt wiedereröffnet hat, das zuvor zwei Jahre lang geschlossen war. Mit seinen Erfahrungen aus dem ebenfalls strukturschwachen Sachsen-Anhalt sieht der Geschäftsmann sich bestens gerüstet für die Aufgabe in Vorpommern. „Ich fühle mich als gebürtiger Holsteiner sowieso wohl in der Nähe der Küste“, meint er. Und ohnehin soll sein Job nur ein Vierteljahr dauern: Am 1. Januar übernimmt ein neuer Geschäftsführer die Kliniken in Vorpommern, der dann auch länger bleiben soll. Wer das wird, steht schon fest – aber Ameos hüllt sich noch in Schweigen.

Bis der Neue kommt, will sich Näthke jedenfalls nicht in Müßiggang üben. Denn die Kliniken bräuchten mehr Profil, findet der Manager. „Selbstverständlich müssen die kleineren Häuser sich spezialisieren und sich auf besondere Teilbereiche konzentrieren.“ So wie das jetzt auch schon der Fall sei – aber man sei eben noch nicht weit genug. Was er nicht sagt: Es dürfte dem Konzern nicht nur ums Profil gehen, sondern auch um Profit. Der jedenfalls, so mutmaßen jetzt manche, habe zuletzt einfach nicht mehr gestimmt.

Sorgen um den Fortbestand der Einrichtungen müsse sich jetzt aber niemand machen, sagt John Näthke: „Es soll nichts verloren gehen.“