BAUARBEITEN ÜBERRASCHEN AUTOFAHRER

Neuer Übergang für Ueckermündes Altstadt

Über Nacht und völlig unerwartet entstand in der Einfahrt zur Altstadt Ueckermünde eine neue Baustelle. Weil Baufirmen wegen Auftragsbooms und Personalmangels ihre Mitarbeiter nur noch kurzfristig koordinieren können, gab es keine Vorabinformation.
Holger Schacht Holger Schacht
Am Montag begannen die Bauarbeiten auf der Ueckerstraße in Ueckermünde. Wer die Umleitung an der Sparkasse nimmt, fährt rechts über die Kamigstraße und die Gerichtsstraße zurück auf die Ueckerstraße. Alternativ bietet sich die Fahrt über den großen Parkplatz hin zur Chausseestraße an.
Am Montag begannen die Bauarbeiten auf der Ueckerstraße in Ueckermünde. Wer die Umleitung an der Sparkasse nimmt, fährt rechts über die Kamigstraße und die Gerichtsstraße zurück auf die Ueckerstraße. Alternativ bietet sich die Fahrt über den großen Parkplatz hin zur Chausseestraße an. Holger Schacht
Ueckermünde.

Autofahrer, die am Montag Richtung Osten in die Ueckermünder Altstadt wollten, rieben sich verwundert die Augen. An der Ecke Chausseestraße zur Ueckerstraße stand plötzlich ein Baustraßenzaun mit Verbotsschild für die Durchfahrt. Dahinter rissen Bauarbeiter mit dem Presslufthammer die Straße auf. Gearbeitet wird dort an einer Sache, die der Seniorenbeirat Ueckermünde seit mehr als einem Jahrzehnt fordert: Zwischen Sparkasse und dem großen Parkplatz entsteht auf der Ueckerstraße ein Überweg für Fußgänger. Ueckermündes Bauamtsleiter Jürgen Kliewe: „Hier geht es um die Sicherheit unserer Bürger. Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen oder einfach schlecht zu Fuß ist, begibt sich an dieser Stelle in Gefahr.“ Umstritten war das Projekt dennoch, denn etwa 60 Meter entfernt steht eine Fußgängerampel.

Keine Fördermittel für das Bauprojekt

Im Moment sind an der Altstadt-Einfahrt 30 km/h erlaubt. Manfred Quägber, Vorsitzender des Seniorenbeirates: „Viele Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit, stoppen Höhe Sparkasse nicht, wenn jemand die Ueckerstraße überqueren will.“ Das ändert sich in Zukunft. Auf der Fahrbahn wird zur Verkehrsberuhigung eine Huckel-Bremsschwelle gebaut, über die Autofahrer allein zum Schutz ihrer Wagen nicht rüberbrettern dürften.

14.000 Euro kostet das Projekt die Stadt Ueckermünde. Fördermittel gibt es nicht. „Die Straße gehört der Stadt Ueckermünde, liegt also in kommunaler Verwaltung“, sagt Bauamtsleiter Kliewe. Angekündigt von der Stadt wurde die Baustelle nicht. Gründe sind die gute Konjunktur und der Auftragsboom. Kliewe: „Die Firmen haben so viel zu tun. Es fehlt an Fachkräften.“ Diesen Umstand haben Autofahrer in Ueckermünde bereits mehrfach zu spüren bekommen. Weil die Baufirmen ihr knappes Personal straffer organisieren müssen, kommt es immer häufiger zu kurzfristigen Dispositionen.

Umleitung über großen Parkplatz

Folge: Zwei Baustellen in und an der Ueckerstraße konnten von der Stadt erst 24 Stunden vor Beginn der Arbeiten angekündigt werden. Über eine weitere Baustelle in der Ueckerstraße gab es wie diesmal vorab gar keine Informationen. Viele Autofahrer waren von den halbseitigen oder ganztägigen Sperrungen mehr als überrascht. Sieben Arbeitstage sind für die aktuellen Arbeiten angesetzt.

Seniorenbeirats-Vorsitzender Quägber: „Wir hatten mit Herrn Kliewe im Mai das letzte Gespräch über das Thema und freuen uns sehr, dass es endlich losgeht. Dennoch werden wir die Arbeiten mit kritischen Augen beobachten. Wenn der Übergang allerdings fertig ist, werde ich einer der Ersten sein, der ihn benutzt.“ Bis dahin muss die Baustelle umfahren werden. Wer in die Altstadt rein oder aus ihr raus will, sollte am besten über den großen Parkplatz von Lidl und Rossmann fahren.

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Kommentare (1)

Ganz abgesehen vom rechtlichen Status (Besitzlage) und der Widmung/Befestigung eines Parkplatzes (für Durchgangsverkehr nicht ausgelegt), kann diese Empfehlung doch nicht ernsthaft von einem Autor der örtlichen Zeitung ausgesprochen werden!

Zur Rush-Hour ist es schon wuselig genug auf dem Parkplatz. Jetzt dürfen die Einkaufswilligen auch noch mit Autos konkurrieren, die mal eben zackig den Parkplatz als Abkürzung missbrauchen. Schließlich empfiehlt das "offiziell" im Nordkurier.

Bitte mehr Verantwortungsbewusstsein für alle unmotorisierten Verkehrsteilnehmer! Ihr konterkariert geradezu das Ansinnen des Bauprojektes.