Apathische Fische

Noch kein Hinweis auf Seuche im Ueckermünder Hafen

Droht auch in diesem Herbst ein Fischsterben im Ueckermünder Stadthafen, wie es schon einmal vor drei Jahren passierte? Noch gibt es keine Ergebnisse aus den Laboren, aber offensichtlich wird die Luft für die Fische knapp.
Ueckermünde

Die Untersuchungsergebnisse zum auffälligen Verhalten der Fische im Ueckermünder Stadthafen liegen zwar noch nicht vor, aber schon jetzt wird vermutet, dass Sauerstoffmangel die Ursache ist. Am Sonntag hatten Zeugen viele Fische an der Wasseroberfläche der Uecker gemeldet. Sie seien apathisch gewesen, hätten nach Luft geschnappt und sich ohne Fluchtversuch keschern lassen. Das Phänomen trat in Ueckermünde vom „Schöpfwerk“ beginnend stromab bis zum Ende des Wendebeckens in Höhe des Könschen Kanals auf. Die Beamten der Wasserschutzpolizei nahmen mehrere Wasser- und Fischproben.

Pathologen untersuchen Fische auf Infektionskrankheiten

Die Fischproben befinden sich derzeit zur Untersuchung im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Die bakteriologischen Untersuchungen nehmen noch einige Zeit in Anspruch. „Wir untersuchen die Proben auf Infektionskrankheiten“, erläuterte Dr. Sascha Gerst, Dezernatsleiter Pathologie.

Da Fischkrankheiten sehr artspezifisch sind, in Ueckermünde aber mehrere Fischarten betroffen sind, sei es sehr unwahrscheinlich, dass das ungewöhnliche Verhalten der Fische durch eine Infektion bedingt ist. „Ende der Woche wissen wir es genau.“ Dann liegen die Ergebnisse der Laboruntersuchung aus Rostock vor und der Amtstierarzt wird darüber informiert.

Auch diesmal Sauerstoffmangel?

Auch das Ergebnis der Wasserproben, die die Polizei genommen hat, steht noch aus, sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim. Er gehe allerdings davon aus, dass auch diesmal Sauerstoffmangel vorliege. Schon vor drei Jahren hatte es im Ueckermünder Hafenbecken ein Fischsterben gegeben, das auf Sauerstoffmangel zurückzuführen war. Die dicke Schlammschicht im Hafen und der hohe Nährstoffgehalt führen bei höheren Temperaturen zu diesem Phänomen, erklärte Achim Froitzheim. „Da hilft nur ein Saugbagger, der den Hafen entschlammt“, sagte er.

Die Stadt Ueckermünde ist Pächter des Hafens. Ueckermündes Bürgermeister Jürgen Kliewe sieht derzeit keine Möglichkeit, das Hafenbecken ausbaggern zu lassen. Zum einen fehlt ein Spülfeld, auf dem das ausgebaggerte Material gelagert werden kann, zum anderen könne die Stadt die Kosten nicht stemmen. Kliewe geht von einer sechstelligen Summe aus. „Ausbaggern ist derzeit kein Thema für uns.“

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