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Personalnot beim Torgelower Jugendbeirat

Nach gut einem Jahr hat sich die Hälfte der Mitglieder des Torgelower Jugendbeirates schon wieder verabschiedet. Doch eine Neuwahl ist bislang unmöglich.
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Marc Novak ist stellvertretender Vorsitzender im Torgelower Jugendbeirat. Er arbeitet noch im Gremium mit, während fünf Mitglieder den Beirat verlassen haben. (Fotocollage) Andy Bünning & Simone Weirauch
Torgelow ·

Sie sind jung und wollten in ihrer Stadt mitreden: die zehn Mitglieder des Jugendbeirats in Torgelow. Doch nach gut einem Jahr ist das Fazit ernüchternd. Der Jugendbeirat ist quasi handlungsunfähig. Nach Angaben des Jugendbeirats haben fünf von zehn Mitgliedern das Gremium bereits verlassen. Lediglich Marie Louise Hübler, Luisa Sophie Kempfert, Pauline Wilke, Marc Novak und Moritz Katzmarczyk sind noch dabei. „Mit fünf Mitgliedern ist es schwierig, etwas umzusetzen“, sagte die Vorsitzende Marie Louise Hübler während der jüngsten Sozialausschuss-Sitzung in Torgelow.

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Ersatz für die fünf Mitglieder gibt es nicht. Wie auch? Denn Frenze Huth, Julia Kasel, Volodymyr Pavlov, Maximilian Rathsack und Lilli Saeger haben den Jugendbeirat nur inoffiziell verlassen. Ein formales Schreiben an die Stadtpräsidentin Heike Runge (SPD) gab es bislang von keinem einzigen Mitglied. „Schriftlich sind sie nicht ausgetreten. Solange können aber auch keine neuen Mitglieder gewählt werden“, machte Heike Runge deutlich.

Kritik an Eigeninitiative der Jugendlichen

Sie zeigte sich von der schlechten personellen Situation genauso überrascht wie die Sozialausschuss-Mitglieder. Immerhin haben jene Fraktionen die Mitglieder des Jugendbeirats im vergangenen Jahr noch vorgeschlagen und gewählt. „Wir müssen Kenntnis davon haben, wenn ein Mitglied austreten will“, betonte Heike Runge.

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Nicht nur einige Sozialausschuss-Mitglieder, wie zum Beispiel Michael Blaha (Linke), sind unzufrieden mit der bisherigen Arbeit des Jugendbeirats. „Die Eigeninitiative ließ bisher sicherlich zu wünschen übrig. Die Mitglieder haben noch nicht so richtig zusammengefunden“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jörg-Dieter Kerkhoff. Hartmut Altermann, Fraktionsvorsitzender des Bürgerbündnisses, sieht das ähnlich: „Der Jugendbeirat ist bisher noch nicht wirklich in Erscheinung getreten.“

Jugendbeirat fühle sich nicht ernst genommen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Krins ist der Ansicht, dass man mit den Jugendlichen während des Sozialausschusses zu hart ins Gericht gegangen sei: „So wie man die Jugendlichen behandelt hat, ist das nicht förderlich. Dass es Anlaufschwierigkeiten gibt, würde ich nicht zu hoch hängen. Leider wurde ein Vorschlag, dem Jugendbeirat Geld in die Hand zu geben, das zweckgebunden ausgegeben wird, von den anderen Fraktionen im vergangenen Jahr nicht mitgetragen. Die Konsequenz ist, dass sich der Jugendbeirat nicht ernst genommen fühlt“, so Krins.

Klar ist, dass die verschiedenen Fraktionen an einem Jugendbeirat festhalten wollen. „Wir wollen den Jugendbeirat zum Laufen bringen. Auch wenn es schwierig ist, junge Leute zu finden, die sich engagieren“, sagte die Fraktionschefin der Linken, Marlies Peeger. Erklärtes Ziel sei, die Jugend in der Stadt voranzubringen, sagt Hartmut Altermann. „Das haben sich die Fraktionen ja auf die Fahnen geschrieben“, so Altermann. Dass es immer mal wieder auch zu personellen Veränderungen kommen kann, sei logisch, so Jörg Kerkhoff: „Der Jugendbeirat wird durch Wegzug wegen des Studiums oder der Ausbildung immer das Problem haben.“

Kontakt zur Torgelower Jugendbeirat könnt ihr hier über Facebook aufnehmen.

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