Die Plattdeutschen Wochen wollen die Sprache in den Mittelpunkt rücken.
Die Plattdeutschen Wochen wollen die Sprache in den Mittelpunkt rücken. Ulrich Perrey
Karola Stark vom Heimatverband freut sichn shcona uf dei Aktionswochen.
Karola Stark vom Heimatverband freut sichn shcona uf dei Aktionswochen. NK-Archiv
Heimat

Plattdeutsche Wochen auch mit Angeboten am Haff

Am Sonntag starten die zweiten Plattdeutschen Wochen. Mehrere Veranstaltungen sind für die Haff-Region geplant. Es gibt auch digitale Angebote.
Ueckermünde

Die zweiten Plattdeutschen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern vom 29. Mai bis 19. Juni bringen viele Angebote für Plattschnacker und Interessierte an der Niederdeutschen Sprache auch ans Haff. Höhepunkte sind dabei der 2. und 9. Juni, wenn es im Ueckermünder Kulturspeicher mehrere Veranstaltungsangebote geben wird.

Am Donnerstag, 2. Juni, sind alle nach Ueckermünde eingeladen, die gern selbst etwas auf Platt vortragen möchten – sei es ein lustiger Spruch, eine Geschichte, ein Lied, ein Dialog. Los geht es um 19 Uhr im Kulturspeicher in der Bergstraße. Dort treffen sich Menschen, die Platt sprechen und dazu ansonsten im Alltag kaum Gelegenheit haben. „Plattkrings“ gibt es bereits an verschiedenen Orten des Landes. Nun könnte der Kulturspeicher so einen Kreis der Plattsnacker einrichten. Ulrich Poch aus Ferdinandshof und Karola Stark vom Heimatverband begleiten das Treffen am 2. Juni.

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„Leute sollen die Sprache im Alltag wieder nutzen”

Am 9. Juni wird die Prenzlauer Bibliothekarin Doris Meinke um 19 Uhr im Ueckermünder Kulturspeicher in einem Vortrag mit vielen Praxisbeispielen über „Die Bibliothek als interessanter Bildungsort auch für Plattdeutsch“ sprechen. Dazu sind vor allem Bibliothekare und Mitarbeiter aus Kitas und Grundschulen eingeladen.

Die Plattdeutschen Wochen sind ein Gemeinschaftsprojekt von vielen Heimatengagierten, die zum Plattdeutschreden und Mitmachen einladen. Viele Plattschnacker im ganzen Land beteiligen sich. „Unser Veranstaltungsformat trifft den Nagel auf den Kopf! Es melden sich auch Menschen, die einfach nur Platt sprechen, und genau das wollen wir: Leute sollen im Alltag diese wundervolle Sprache des Nordens wieder ganz selbstverständlich nutzen“, so Dr. Karola Stark, Leiterin der Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Ferdinandshof.

Ein paar Heimatkisten sind noch vorrätig

Während Bibliotheks-Vortrag und Snack-Runde im Kulturspeicher in gewohnter Weise mit Besuchern und Referenten stattfinden, gibt es auch digitale Veranstaltungsangebote. Am 2. Juni, 15 Uhr, sowie am 9. Juni, 17 Uhr, gibt Johanna Bojara vom Heimatverband Kitas und Schulhorten auf digitalem Wege Hinweise zum Umgang mit der „Heimatschatzkiste“, mit der mittlerweile alle Kitas und Horte ausgestattet sind. In der Heimatschatzkiste befinden sich Bücher und Spiele, die sich unter anderem mit der regionalen Geschichte und der plattdeutschen Sprache beschäftigen, CDs mit Tänzen und Liedern für Kinder und eine Fossiliensammlung. Im Mittelpunkt stehen heimatkundliche Lerninhalte, Natur, Landschaft, Landwirtschaft, Kunst, Musik, Kultur, Geschichte, Bräuche und Traditionen sowie das aktuelle Lebensumfeld der Kinder. „Falls noch jemand keine dieser Schatzkisten bekommen haben sollte: Wir haben noch ganz wenige Exemplare, die wir gern an eine Kindereinrichtung herausgeben“, sagt Karola Stark, die die Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Ferdinandshof leitet. Wer das digitale Angebot zum Umgang mit der Heimatsschatzkiste nutzen möchte, sollte sich per E-Mail anmelden. ([email protected])

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Erst Online-Vortrag, dann Zoom-Konferenz

Karola Stark freut sich besonders, dass der Heimatverband Grietje Kammler aus Ostfriesland als Referentin für einen Vortrag über die Vorteile früher Zweisprachigkeit bei Kindern gewinnen konnte. An den Online-Vortrag am 9. Juni um 15 Uhr schließt sich eine Zoom-Konferenz zu diesem Thema an. Wer daran teilnehmen möchte, kann beim Heimatverband den Zugangslink anfordern. Grietje Kammler bezieht sich auf das Modellprojekt „Ostfriedland und das Saterland als Modellregion für frühe Mehrsprachigkeit“ aus den Jahren 2012 bis 2020. Zwei Grundschuljahrgänge von Klasse eins bis vier wurden in verschiedenen Fächern auf Plattdeutsch unterrichtet.

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