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Mädchen (16) mit Eisenstange verletzt

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Jugendliche aus Berlin verprügeln Einheimische

Eisenstangen-Opfer Pauline zeigt ihr verbundenes Ohr, das durch den Schlag verletzt wurde und heftig blutete.
Eisenstangen-Opfer Pauline zeigt ihr verbundenes Ohr, das durch den Schlag verletzt wurde und heftig blutete.
Holger Schacht

Von Betreuern begleitete Problem-Jungs gingen in Vorpommern mit einer Eisenstange auf Raubtour. Eines der Opfer musste für 18 Stunden ins Krankenhaus.

Ihr Hinterkopf ist geprellt, die stark blutende Wunde am Ohr wurde mit mehreren Stichen genäht. Sie ist noch sauer, kann aber schon wieder lächeln. Pauline ist das Eisenstangen-Opfer von Ahlbeck, das am späten Freitag von einem Jugendlichen (16) aus Berlin auf den Schädel geschlagen wurde.

18  Stunden lang stand Pauline im Klinikum von Ueckermünde unter Beobachtung, jetzt geht es ihr schon wieder besser. Sie sagt: „Ich weiß, dass ich Glück gehabt habe. Es hätte weit schlimmer ausgehen können.“ Gegen 22 Uhr war sie im Ort mit vier Freunden und Bekannten Richtung Sportlerheim unterwegs. Auf den überdachten Holzbänken vorm Heim treffen sich Jugendliche aus der Region regelmäßig. Pauline: „Auf einmal standen drei Jungen aus Berlin vor uns, luden uns ein, in Berlin Drogen zu nehmen, wurden immer aggressiver. Dann wollten sie Zigaretten und wir sollten unsere Taschen ausleeren.“

Die Jungs wollten laut Polizei "Dorftrottel aufmischen"

Die Täter waren bereits mehrere Tage in der Gemeinde, stammen aus einer Wohngruppe des Hilfevereins „Kabuna“ im Bezirk Reinickendorf. Dort sind Jungen und Mädchen mit psychischen Störungen und Suchterkrankungen untergebracht. Sechs der Problem-Jugendlichen machten Urlaub am Haff. Begleitet wurden sie von vier Betreuern. Pauline: „Wir sagten ihnen, dass wir keine Drogen wollen, gingen weiter.“

Polizeisprecher Axel Falkenberg: „Das Trio hatte sich nach ihren eigenen Worten an diesem Abend vorgenommen, ‚Dorftrottel aufzumischen‘“. Wenig später eskalierte die Situation. Der Haupttäter hatte zwischenzeitlich bei einer Tischlerei die 1,50 Meter lange Eisenstange geklaut, baute sich mit seinen Komplizen vor den Einheimischen auf. Pauline: „Wir sollten wieder unsere Sachen rausrücken. Als ich ihm sagte, er solle die Eisenstange weglegen, schlug er plötzlich damit zu.“

Pauline ging zu Boden, verlor aber nicht das Bewusstsein. Alarmierte Polizisten führten die Täter ab. Nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung im Polizeirevier Ueckermünde durften sie nicht in ihr Quartier zurück, sondern mussten den ersten Zug nach Berlin nehmen. Sie erwartet eine Anklage wegen „räuberischer Erpressung“. Der Haupttäter kam in die Psychiatrie.

Betreuer: Krisengespräch, Blumenstrauß, Entschuldigungs-Briefe

„Karuna“-Geschäftsleiter Jörg Richert: „Wir alle sind tief betroffen, arbeiten den Vorfall in einem Krisengespräch auf.“ Bei Pauline und deren Vater entschuldigten sich die „Karuna“-Betreuer bereits für die Attacke, überreichten einen Blumenstrauß. Richert beschreibt den Haupttäter als „traumatisiert“. Er soll keine Eltern mehr haben.

Laut Richert soll er zudem „medikamentiert“ gewesen sein. Der „Karuna“-Geschäftsleiter: „Wir werden Pauline, unserem Vermieter in Ahlbeck, bei dem wir seit mehreren Jahren übernachten, und der Ahlbecker Dorfgemeinschaft Briefe schreiben, in denen wir nochmals um Verzeihung bitten.“

Es gibt öfter Probleme - Bürgermeister: "Besonders schlimm ist es in den Ferien!"

In den Tagen vor dem Gewaltausbruch war die Gruppe aus Berlin im Ort nicht aufgefallen. Ahlbecks Bürgermeister Josef Schnellhammer (CDU): „Wir haben in Ahlbeck häufiger Probleme mit Jugendlichen. Besonders schlimm ist es in den Ferien.“ Übers Wochenende waren mehrere Fensterscheiben an einem Nebengebäude des Sportlerheims zu Bruch gegangen. Laut Polizei sind die Berliner ebenfalls dafür verantwortlich.

Kommentare (2)

Gabs nun wenigstens eine Anzeige gegen die Betreuer? Wie lange wird es wohl dauern bis die mit den nächsten Jung-Kriminellen Urlaub machen?

Die Frage ist doch, woher bekommen diese Kinder Drogen und eine Eisenstange her??? Solche Problemkinder, bestenfalls mit Migrationshintergund gehören ins Arbeitslager abgeschoben. Ihr seht doch selbst, das der staatliche Vormund absolut unfähig ist solche Kinder zu betreuen.