IM GARTEN GEFILMT

▶ Plötzlich stand ein Wolf vor dem Fenster

Tierische Besucher hatte Familie Breß in Vogelsang-Warsin schon oft: Rehe, Füchse, Igel, ein Pferd – doch dann stand eines Morgens ein Wolf vorm Fenster. Geistesgegenwärtig griff Dana Breß zum Handy.
Frühmorgens spazierte ein Wolf über das Grundstück einer Familie in Vogelsang-Warsin.
Frühmorgens spazierte ein Wolf über das Grundstück einer Familie in Vogelsang-Warsin. ZVG
Vogelsang-Warsin ·

Während sich Politiker, Landwirte, Jäger und Naturschützer darüber streiten, wie künftig mit der wachsenden Wolfspopulation im Land umgegangen wird, spaziert Meister Isegrim hierzulande schon seelenruhig durchs Dorf. So geschehen in Vogelsang-Warsin. Carsten und Dana Breß trauten ihren Augen nicht, als sie eines Morgens beim Blick aus dem Fenster einen Wolf um ihr Haus herum laufen sahen. 

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Der Wolf war einen Meter entfernt

Es war kurz vor fünf Uhr und schon hell draußen. „Ich sah den Wolf durch das Fenster unseres Arbeitszimmers etwa einen Meter entfernt“, berichtet Dana Breß. Ja, sie sei erschrocken gewesen, dass der Wolf so nah am Haus war. Er lief bis zum Eingangsbereich. „Irgend etwas hat ihn dort interessiert, ich konnte seinen konzentrierten Blick wahrnehmen“, erinnert sich die Warsinerin. Der Anblick des Tieres sei faszinierend gewesen. Ob der Wolf wegen des geschlossenen Grundstücktores oder aus einem anderen Grund dann umdrehte und auf den Rasen vor der Terrasse lief, könne sie nicht sagen. Geistesgegenwärtig hatte Dana Breß zum Handy gegriffen und den ungebetenen Besucher auf dem Grundstück gefilmt. „Mein Mann und ich standen ganz still hinter der Terrassentür und haben den Wolf beobachtet und gefilmt, dann habe ich eine einzige Handbewegung gemacht, und der Wolf lief durch die Hecke davon“, berichtet Dana Breß.

Es war wohl nicht das erste Mal

Natürlich wisse sie, dass es in der Region Wölfe gebe, aber dass sich der angeblich scheue Wolf so dicht an menschliche Behausungen traue, habe sie doch erstaunt. Wahrscheinlich war es auch nicht das erste Mal, dass der Wolf so nah am Haus war, vermutet die Warsinerin. Einige Wochen zuvor hatte sie nachts ein Klopfen aus dem Verschlag für die zwei Kaninchen ihrer Tochter gehört. Die Tiere trommeln gewöhnlich nur dann mit den Hinterläufen, wenn sie Angst haben. „Damals hatte ich mich noch gewundert, doch jetzt vermute ich, dass sie Angst vor dem Wolf hatten.“ Das geplante „Sommerlager“ für die beiden Kaninchen draußen unter einem Käfig auf dem Rasen fällt damit natürlich aus, sagt Dana Breß. Der Wolf könne schließlich jederzeit wieder kommen.

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