STRAßENMEISTEREI RÄUMT FEHLER EIN

▶ Plusgrade! Dieser Winterdienst streut trotzdem Salz

Für Verwunderung und Kopfschütteln hat am Dienstag der Winterdienst in der Haff-Region gesorgt. Trotz frühlingshafter Witterung wurde Salz auf die trockenen Straßen gestreut.
Dieses Video zeigt eindeutig, wie der Winterdienst Salz auf die Straße zwischen Eggesin und Ueckermünde streut.
Dieses Video zeigt eindeutig, wie der Winterdienst Salz auf die Straße zwischen Eggesin und Ueckermünde streut. Screenshot/ZVG
Ueckermünde ·

Wer am Dienstag mit dem Auto die Straße zwischen Ueckermünde und Eggesin befuhr, der staunte nicht schlecht: Obwohl das Thermometer frühlingshafte Temperaturen anzeigte, lag Streusalz auf der Straße. Ein Nordkurier-Leser machte sogar ein Beweisvideo von einem LKW, der am Dienstagvormittag Salz auf die Straße zwischen Ueckermünde und Eggesin streute. Die Aktion löst Kopfschütteln aus. „Ein schonender Umgang mit Ressourcen sieht meines Erachtens anders aus“, schrieb der verärgerte Leser.

„Das darf nicht passieren”

Auf Nordkurier-Nachfrage räumte die zuständige Straßenmeisterei in Eggesin einen Fehler ein. „Es war eine Fremdfirma im Einsatz, die Streusalz eingesetzt hat“, bestätigte die Leiterin der Straßenmeisterei in Eggesin, Simone Hajdu. Auch sie selbst habe gesehen, dass auf der Straße zwischen Ueckermünde und Eggesin Streusalz gelegen hat, so Hajdu: „Das hat mich auch geärgert und darf natürlich nicht passieren. Ich habe die Fremdfirma auf den Fehler eindeutig hingewiesen.“ Simone Hajdu versicherte, dass solch eine Streu-Aktion bei diesen frühlingshaften Temperaturen nicht noch einmal vorkommen werde.

Dass Streusalz bei Plusgraden keinen Sinn macht, ist also auch den Verantwortlichen der Straßenmeisterei nicht entgangen. Doch der Leser, der die Videoaufnahme gemacht hat, übte grundsätzliche Kritik. „Das Aufbringen des Streusalzes ist nicht nur unnütz und teuer, sondern hat auch weitere Nachteile“, schrieb er.

Video von Streusalz-Fahrt (Stimme verfremdet; 0:20 Min)

[Video]

Der NABU fordert, Streusalz aus Dörfern und Städten zu verbannen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) forderte, das Streusalz wegen seiner umweltbelastenden Auswirkungen aus Dörfern und Städten komplett verbannt werden müsse. „Das Salz gelangt über den Boden in die Pflanzen und verändert dort den Nährstoffhaushalt. Die Folgen zeigen sich oft erst im Frühjahr und Sommer, wenn salzgeschädigte Straßenbäume trotz ausreichender Niederschläge allmählich vertrocknen“, teilte der NABU mit.

Und nicht nur Pflanzen leiden laut NABU unter dem Salz: „Viele Tiere entzünden sich am Streusalz die Pfoten. Außerdem kann das Salz zur Versalzung des Grundwassers beitragen. Neben den ökologischen Folgen verursacht Streusalz auch ökonomische Schäden wie die Korrosion an Brücken und Kraftfahrzeugen.“ Stattdessen empfiehlt der NABU die Verwendung von salzfreien, abstumpfenden Streumitteln – Granulate, Split, Sand oder Kies.

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Kommentare (5)

Den Winterdienst in seinem Lauf, hält weder Och' noch Esel auf.

Im Winter wir Salz gestreut, egal bei welcher Temperatur.

Dafür gibt es wieder zusätzlich Geld für den Fahrer. Die Streuprämie sollte man Grundsätzlich streichen!

Naja Bilder mit dem Handy beim fahren schießen ist denk ich mal noch gefährlicher 😅😅👍

Kann es wohl sein, dass der Streuer im Winterdiensteinsatz der vergangenen Woche nicht ganz leer geworden ist? Da gab es gerade noch oeffentliches Lob fuer die Strassenmeisterei Eggesin wie gut der Winterdienst geklappt hat. Es wird sich um eine geringe Restmenge gehandelt haben. Diese aus dem Streuer auf diese Art und Weise zu "entsorgen" ist sicher nicht die eleganteste Lösung. Die Schaufel in der Salzhalle wäre richtiger gewesen. Den Winterdienst mit Streusalz in dem Zusammenhang in Frage zu stellen, ist jedenfalls absurd. Die Streuer sind computergesteuert und bringen die jeweils notwendige Salzmenge mittels Feuchtsalztechnologie entsprechend jeweiligem Fahrbahnzustand bei Eis und Schnee dosiert aus. Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Straßenmeistereien für Ihren Einsatz in den vergangenen Wochen! Lasst den nächsten Winterdienst mal vom NABU organisieren und bezahlen, freut Euch drauf! Hat die Zeitung wenigstens wieder was zu schreiben.

Dafür gibt es andere Möglichkeiten, zB. direkt in der Salzhalle entladen. Ich bin dafür das die Zulagen für Streusalz gestrichen werden. Dann gibt es keine Anreize mehr für den Fahrer, sinnlos Salz bei sonnigen Frühlingswetter auf der Straße auszustreuen. Der nächste Punkt wäre auch den zusätzlichen Rost am Auto, das müsste man dem Fahrer auch noch alles in Rechnung stellen. Nächste Woche wird der nächste Wintereinbruch erwartet, genau dann sitzen ihre Leute wieder spielend mit dem Handy irgendwo rum und machen Pause, statt die Straßen endlich zu räumen.